Donnerstag, 23. April 2015

Vorschau: 38. Internationaler Museumstag 2015

„Museum. Gesellschaft. Zukunft.“

Am Sonntag, 17. Mai 2015, feiern die Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz den 38. Internationalen Museumstag. Unter dem Motto „Museum. Gesellschaft. Zukunft.“ steht die Rolle der Museen in der Gesellschaft und damit ihr Anteil an der Mitgestaltung der Zukunft im Fokus. Schirmherr ist der Präsident des Bundesrates, Volker Bouffier. Als Ministerpräsident des Landes Hessen wird er mit einer zentralen Auftaktveranstaltung den Museumstag am 17. Mai 2015 um 12 Uhr im Landesmuseum Darmstadt eröffnen. Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) weltweit jährlich im Mai ausgerufene Tag möchte in diesem Jahr unter dem Motto „Museums for a sustainable society“ auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam machen. Mit Sonderführungen, Workshops, Aktionen, Vorträgen, einem Blick hinter die Kulissen und Museumsfesten vermitteln die Museen einen Einblick in ihre Arbeit und bieten den Besuchern ein vielfältiges Programm. Alle teilnehmenden Museen und ihre Aktionen sind über den zentralen Internet-Auftritt www.museumstag.de in der bundesweiten Datenbank zu recherchieren.

Museen sind Orte der Zukunft. Viele Menschen denken, Museen seien auf die Vergangenheit gerichtet, denn Bestandteile der Sammlungen sind oftmals historische, also „alte“ Objekte. Doch das, was heute historisch ist, war einmal topmodern und schon jetzt finden viele Dinge der Gegenwart Eingang in Museumssammlungen. Museen bewahren heute, woran wir uns morgen erinnern wollen. Deshalb arbeiten Museen nicht rückwärtsgewandt – im Gegenteil. Viele Ausstellungen verknüpfen die historische Rückschau mit gesellschaftlichen Themen der Gegenwart und stellen Fragen an die Zukunft. Sie rücken Themen wie Migration, Klimawandel, Stadtentwicklung sowie den technischen Fortschritt in den Fokus und führen damit die Besucher an aktuelle Themen und Fragestellungen heran. Sie sensibilisieren sie für Probleme, Widersprüche und Konflikte und regen zum Nachdenken an.

So weit, so gut. Allerdings hat die Sache ein paar ganz entscheidende Haken. Schaut man sich die vom Deutschen Museumsbund gepflegte Datenbank zum Internationalen Museumstag an, so findet man dort nur einen Bruchteil der Museen in Deutschland, und leider auch nicht alle Museen, die sich mit Aktionen am Internationalen Museumstag beteiligen. So bleibt es also dem geneigten Museumsbesucher selbst überlassen, herauszufinden, ob und wie sich das „Museum seiner Wahl“ am Internationalen Museumstag beteiligt. Dann ist da noch die Sache mit dem Eintritt: Früher sollte den Besuchern am Internationalen Museumstag freier Eintritt gewährt werden, doch inzwischen gibt es nicht einmal eine entsprechende Empfehlung.

Ich möchte an dieser Stelle ebenfalls keine Empfehlung zum Besuch bestimmter Museen geben, vielmehr habe ich meinen Interessen entsprechend eine ganz persönliche, subjektive Auswahl an Museen zusammengestellt, die am Internationalen Museumstag freien Eintritt gewähren und entsprechende Aktionen anbieten.


Ruhr Museum, Essen

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII, Kohlenwäsche, 24-Meter-Ebene

Das Ruhr Museum bietet unter dem Motto „Guck mal Museum!“ Mitmach-Führungen für Kinder und Familien an, unter dem Motto „Museum hinter den Kulissen“ DKuratoren-Führungen durch die Depots Archäologie, Geologie und Geschichte, weiterhin Themenführungen durch die Dauerausstellung „Natur, Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets“ sowie Führungen durch die Ausstellungen „Steinreich. Mineralogie im Ruhr Museum“ und „Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr“. Alle Führungen sind kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne

LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne, Neandertaler in der Balver Höhle

Das LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne ist zwar (bisher) nicht in der vom Deutschen Museumsbund gepflegten Datenbank zum Internationalen Museumstag aufgeführt, bietet seinen Besuchern aber dennoch freien Eintritt, außerdem ist ab 17. Mai 2015 die Sonderausstellung „Aberglaube. Moderne Kunst trifft archäologische Funde“ zu sehen, in der die Künstlerinnen Ines Braun und Iris Stephan über 200 Kunstobjekte präsentieren und einen außergewöhnlichen Bezug zu den oft Jahrtausende alten archäologischen Funden des Museums herstellen.


LWL-Industriemuseum, verschiedene Standorte

Dampflok „ANNA Nr. 6“, schwere, vierachsige Industriedampflok mit einer Leistung von 700 PS, Hersteller Krupp, Essen, Baujahr 1940, Fabrik-Nummer 2188

Das LWL-Industriemuseum gewährt seinen Besuchern an allen acht Standorten (Zeche Zollern in Dortmund, Zeche Hannover in Bochum, Zeche Nachtigall in Witten, Henrichshütte Hattingen, Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop, TextilWerk Bocholt, Ziegeleimuseum Lage und Glashütte Gernheim in Petershagen) freien Eintritt und bietet zusätzliche Aktionen an. So sind beispielsweise auf der Zeche Zollern kostenlose Führerstandsmitfahrten auf der schweren, vierachsigen Industriedampflok „ANNA Nr. 6“ möglich.


LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster: Das Bockhorster Triumphkreuz (Westfalen, Ende 12. Jahrhundert, Eichenholz) ist eines der Sammlungshighlights

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster bietet bei freiem Eintritt verschiedene Familien­angebote sowie eine Überblicksführung durch die Sammlung an.

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