Freitag, 27. März 2015

LWL-Freilichtmuseum Hagen startet am 1. April in die neue Saison

Das Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik zeigt in diesem Jahr drei Ausstellungen und eröffnet im Laufe der Saison das „Informationszentrum Schmieden“

Getreidemühle, Galerieholländer aus Westrup im Kreis Minden-Lübbeke

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen – Westfälisches Landes­museum für Handwerk und Technik ist ein Freilicht­museum im Mäckingerbachtal in Hagen-Selbecke und als eines der ältesten technikhistorischen Museen Deutschlands einzigartig in Europa. Herausragend ist neben der Sammlung historischer Objekte die große Anzahl von „Werkstätten in Betrieb“, in denen historische Arbeitstechniken gezeigt werden. In mehr als zwanzig der etwa sechzig wiederaufgebauten oder rekonstruierten Fachwerkhäuser und Werkstätten wird weiterhin gearbeitet und produziert. Die Besucher erleben historisches Handwerk und Gewerbe und den Werdegang der industriellen Produktion vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Beginn der Hochindustrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Fragen stellen ist ausdrücklich erwünscht und bei den Mitmachaktionen dürfen die kleinen und großen Besucher auch mit anpacken. Es wird geschmiedet, gebacken, gedruckt, gebraut und vieles mehr, und vor den Augen der Besucher entstehen so Nägel, Seile, Papier, Zigarren, Brot, Kaffee und noch so manches andere Produkt.

Lohmühle aus Plettenberg, um 1820

In den 60 historischen Werkstätten und Betrieben sind historische Werkstatteinrichtungen sowie bedeutende Denkmale der vor- und frühindustriellen Technikgeschichte ausgestellt, sie stellen eine Auswahl aus unterschiedlichen Branchen des produzierenden Gewerbes („Eisen und Stahl“, „Nichteisenmetalle“, „Druck und Papier“, „Holzverabeitung“, „Stein/Keramik/Glas“ und „Fasern/Leder/Felle“) sowie dem Bereich „Nahrung und Genussmittel“ dar. Den Schwerpunkt bildet die Metallverarbeitung, die seit der Frühen Neuzeit vor allem im märkischen Raum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war. Im Bereich „öffentliche Einrichtungen“ werden ergänzende historische Aspekte des Transportwesens, des Verkehrs- und Nachrichtenwesens sowie der kommunalen und staatlichen Verwaltung präsentiert.

Lohmühle

Das LWL-Freilichtmuseum in Hagen startet am 1. April in die neue Saison. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt in diesem Jahr drei Ausstellungen in seinem Freilichtmuseum. Im Schmiedebereich eröffnet der LWL im Laufe der Saison das „Informationszentrum Schmieden“ sowie eine Architekturinszenierung, die erklärt, wie ein Fallhammerwerk funktioniert.

Kuhschellenschmiede Krämer aus Grund bei Hilchenbach, 1861

Die Sonderausstellung „Früh übt sich... Handwerk zum Spielen“ zur Handwerkswelt im Kleinen beginnt am 31. Mai 2015. Sie wirft einen Blick in die Kinderzimmer der vergangenen 150 Jahre. Die Spiele reichen von Werkzeugkästen, Geschicklichkeitsspielen über Baukästen sowie Gesellschafts- und Kartenspielen bis zum Blechspielzeug. Spielzeug und Spiele boten den Kindern nicht nur Vergnügen sondern auch schon beim Spielen die Gelegenheit zum ernsthaften Üben.

Messingstampfhammer, Betriebseinrichtung der Iserlohner Firma Otto E. Metzler

Die Schmuckausstellung „Dick + Dünn. Schmuck aus Silber“ zeigt junges Goldschmiedehandwerk. Sie ist das Ergebnis des Lehrlingswettbewerbs Nordrhein-Westfalen 2015 und ist ab dem 28. Juni im Goldschmiedehaus zu sehen.

Gelbgießerei

Das Freilichtmuseum stellt 2015 Besucher-Selfies aus. Die kleine Fotos-Ausstellung „Ich war hier. Selfies aus dem LWL-Freilichtmuseum Hagen“ ist dynamisch angelegt: Während der Saison wird sie laufend um neue Selfies erweitert, die die Besucher im Museum fotografiert haben und dann ausstellen möchten.

Kupferschmiede

Kupferschmiede

Rekonstruktion des Rathauses Neunkirchen, Originalbau von 1754

Nachbau der Kettenschmiede von Friedrich Teves aus Letmathe-Oestrich, vermutlich um 1790

Im mittleren Bereich des LWL-Freilichtmuseums, in dem einige der Kleinschmieden stehen, hat der LWL die Architekturinszenierung Fallhammerwerk gebaut. Sie präsentiert komprimiert die Funktion eines im Original eigentlich riesigen Fallhammerwerkes. „Ein echtes Fallhammerwerk würde die räumlichen Kapazitäten des Freilichtmuseums sprengen“, erklärt LWL-Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann. Ganz in der Nähe wird das „Informationszentrum Schmieden“ bald fertig gestellt. „Dieses kleine Infozentrum wird im Laufe des Sommers den Besuchern als erste Orientierung in Sachen Schmiede zur Verfügung stehen“, so Beckmann.

Ein Nachbau in kleinerem Maßstab zeigt, wie ein Fallhammerwerk aussieht. Foto: LWL

Windenschmiede nach der „Windenschmitte von Johann Diederich Niggehuis“ in Witten-Heven aus dem Jahr 1742

Betriebseinrichtung der Pappemühle Karbach aus Wangen im Allgäu

Zinkwalzwerk Hoesch aus Schneidhausen im Rurtal südlich von Düren, 1847

Zinkwalzwerk

Dampfmahlmühle, Dampfmaschine von der Firma Dürholz in Radevormwald

Seilerei Lefken aus Glandorf

„Dorfplatz“: Blaufärberei, Tabakfabrik, Goldschmiede, Optiker- und Uhrmacherwerkstatt, Weißgerberei

Blaufärberei

Tabakfabrik Herbermann aus Glandorf, vermutlich um 1800

Kolonialwarenladen und Fleischerei, Tabakfabrik

Kolonialwarenladen

Brauerei

Brauerei

LWL-Freilichtmuseum Hagen, ein Tal voller Entdeckungen

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist nur saisonal vom 1. April bis zum 31. Oktober dienstags bis sonntags und an allen Feiertagen (auch montags) ab 9 Uhr geöffnet, Einlass bis 17 Uhr. Die Eintrittspreise bleiben auch in diesem Jahr stabil, sie betragen für Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, für Kinder von sechs bis 18 Jahren 2 Euro (unter sechs Jahren ist der Eintritt frei) und für Familien 15 Euro. Das Museum ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2015 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt, gilt nicht beim „Romantischen Weihnachtsmarkt“.

Wohn- und Geschäftshaus der Papierfabrik Vorster „In der Stennert“ aus Hagen-Eilpe, 1712

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