Samstag, 21. März 2015

Die Spielzeit 2015/16 am Theater an der Wien

Mit der Spielzeit 2015/16 startet das Theater an der Wien in seine zehnte Saison

Im traditionsreichen Theater an der Wien (seit 1801 Uraufführungsstätte zahlreicher Opern und Operetten, 1945 – 55 Ersatzquartier für das Ensemble der ausgebombten Wiener Staatsoper und nach der Renovierung 1962 durch die Stadt Wien von 1965 – 2005 eines der führenden Musicaltheater Europas und im Rahmen der Vereinigten Bühnen Wien ab 2006 wieder als Opernhaus mit Stagionebetrieb etabliert) stellte Intendant Roland Geyer am 20. März 2015 das Programm seiner inzwischen schon 10. Saison vor. Intendant Roland Geyer über die erfolgreiche Positionierung: „Seit dem Jahr 2006 hat das Theater an der Wien bis dato mehr als achtzig neue Opernproduktionen gezeigt und genießt als Produzent von hochwertigen Musiktheaterproduktionen auch international einen als eines der wichtigstens Stagione-Opernhäusern Europas einen exzellenten Ruf.“

Papagenogruppe von Jacob Schroth am ursprünglichen Hauptportal des Theaters an der Wien in der Millöckergasse

Der Spielplan der Jubiläumssaison 2015/16 umfasst 13 Premieren vom Barock bis zur Moderne im Theater an der Wien und in der Kammeroper. Eröffnet wird die Saison 2015/16 am 10. September 2015 mit der außergewöhnlichen Monooper „Das Tagebuch der Anne Frank“, anhand des Originaltagebuchs musikalisch 1969/1999 gestaltet vom russischen Koponisten Grigori Samuilowitsch Frid (* 22. September 1915 in Petrograd; † 22. September 2012 in Moskau), szenisch eingerichtet von Reto Nickler, mit der Sopranistin Juliane Banse in der Titelrolle und den Wiener Virtuosen (Mitglieder der Wiener Philharmoniker) unter der musikalischen Leitung von Leo Hussain.

Den zehnjährigen Höhepunkt kennzeichnen die Jubiläumsproduktionen im Jänner 2016, den Auftakt macht die Premiere „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht/Kurt Weill (1928) in einer Inszenierung von Keith Warner, musikalisch begleitet vom Klangforum Wien unter Johannes Kalitzke und dem Arnold Schoenberg-Chor, mit dem TV- und Bühnenschauspieler Tobias Moretti in der Hauptrolle des legendären Banditen Macheath, den Sängern Florian Boesch, Angelika Kirchschlager und Nina Bernsteiner als Bettlerfamilie Peachum sowie Anne Sofie von Otter als Spelunkenjenny und Markus Butter als korrupten Londoner Polizeichef Brown.

Spielplanpräsentation im Theater an der Wien

Die übrigen acht Neuproduktionen gliedern sich thematisch:

Gespenstisches startet am 13. September 2015 zunächst romantisch mit „Hans Heiling“ von Heinrich Marschner (aus 1833), setzt fort am 12. November spätromantisch mit „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner (aus 1841) und am 12. Dezember modern mit „Peter Grimes“ von Benjamin Britten (aus 1945), greift auch zurück auf Kaiser Nero, und zwar im Oktober mit Claudio Monteverdi in „L’incoronazione di Poppea“ (aus 1643) und am 18. März 2016 mit Georg Friedrich Händel in „Agrippina“ (aus 1709).

Zum Shakespeare-Jubiläum (400. Todestag) kommen im Feber 2016 „Otello“ von Gioachino Rossini (aus 1816) und im Mai 2016 „Shakespeare Dances“ choreographiert von John Neumeier mit dem Hamburg Ballett in Szenen aus „Wie es Euch gefällt“, „Hamlet“ und „Was Ihr wollt“ mit Musik von Wolfgang Mozart, Michael Tippett und Antonio Vivaldi.

Geradezu philosophisch ergänzt im April 2016 das Konversationsstück für Musik „Capriccio“ von Richard Strauss/Stefan Zweig u. a. (aus 1942) die Synthese von Text und Musik in Gestalt einer Oper. Von den geplanten 10 konzertanten Gastspielen stechen hervor „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven (aus 1814) unter Nikolaus Harnoncourt und „Idomeneo, rè di Creta“ von Wolfgang Amadeus Mozart (aus 1781) unter René Jacobs, beide im Jänner 2016.

Für das kleine Haus in der Kammeroper sind nach 2 Gastspielen im September und Oktober 2015, „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch nach Gogol (aus 1930) und „Orlando Paladino“ von Joseph Haydn (aus 1782) auch 3 Eigenproduktionen geplant, und zwar für Dezember 2015 „Antigone“ von Tomaso Traetta (aus 1782), für März 2016 „Carmen“ von Georges Bizet (aus 1875) in einer Kammerfassung des österr. Violinisten und Jazzers Tscho Theissing und für Mai/Juni 2016 „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck (aus 1893).

Keine Kommentare: