Dienstag, 10. März 2015

60 Jahre Designgeschichte in Essen: Ruhr Museum und Red Dot Design Museum präsentieren erste gemeinsame Ausstellung

„Dauernde, nicht endgültige Form“ – von der Industrieform zum Red Dot

60 Jahre ausgezeichnetes Design in Essen – was 1955 als „Ständige Schau formschöner Industrieerzeugnisse“ in der Villa Hügel begann, hat sich inzwischen zur weltgrößten Ausstellung zeitgenössischen Designs entwickelt. Rund 2.000 internationale Designobjekte präsentiert das Red Dot Design Museum aktuell im ehemaligen Kesselhaus der Zeche Zollverein. Damals wie heute wurden sämtliche Exponate von einer unabhängigen Fachjury beurteilt und für ihre hervorragende Gestaltungsqualität ausgezeichnet.

Anlässlich dieses Jubiläums präsentieren das Ruhr Museum und das Red Dot Design Museum eine Ausstellung über 60 Jahre Designgeschichte in Essen. Unter dem Titel „Dauernde, nicht endgültige Form“ thematisieren die beiden großen Museen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein die bewegte Geschichte des Design Zentrums Nordrhein Westfalen. Die bis 1990 als „Verein Industrieform“ bekannte Institution organisiert seit 1955 den international renommierten Wettbewerb für Produktdesign, den heutigen Red Dot Design Award.

Raum für die gemeinsame Ausstellung: Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, und Prof. Dr. Peter Zec, Geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums NRW und Initiator des Red Dot, vor Halle 5 auf Zollverein. © Red Dot Design Museum/Ruhr Museum

Professor Dr. Peter Zec, Geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums NRW und Initiator des Red Dot, freut sich auf das erste gemeinsame Projekt: „So wie sich Design im Laufe der Jahre stetig verändert und weiterentwickelt hat, ist auch unsere Institution stets am Puls der Zeit geblieben. Daher ist diese Reise in die Vergangenheit, zurück zu den Wurzeln des Red Dot, etwas ganz Besonderes und äußerst spannend. Als Nachbarn auf Zollverein stehen wir seit Langem mit dem Ruhr Museum in regem Austausch. Daher freut es mich umso mehr, dass wir in diesem Jahr einen großartigen, auch stadtgeschichtlich relevanten Anlass haben, unsere Kompetenzen zusammenzuführen und eine gemeinsame Ausstellung zu kuratieren.“

Die Ausstellung wird aktuelle sowie historische Exponate zeigen, Highlights vergangener Präsentationen rekonstruieren und neben Plakaten und Fotografien aus 60 Jahren Designgeschichte auch die Erlebnisse von Zeitzeugen dokumentieren.

Raum für die gemeinsame Ausstellung: Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, und Prof. Dr. Peter Zec, Geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums NRW und Initiator des Red Dot, in Halle 5 auf Zollverein. © Red Dot Design Museum/Ruhr Museum

Professor Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums, weiß um die lange Tradition guter Gestaltung in Essen: „Aufbauend auf den Vorstellungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die in Essen vor allem mit Peter Behrens‘ Kunstgewerbeschule, der Margarethenhöhe als Gesamtkunstwerk und der Folkwang-Idee Gestalt angenommen haben, hat sich die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der wichtigsten Vertreter des Industriedesigns und der industriellen Formgebung entwickelt und im Welterbe Zollverein seinen adäquaten Präsentationsort gefunden.“

Vom 29. Juni bis zum 23. August 2015 zeigen das Ruhr Museum und das Red Dot Design Museum die gemeinsame Ausstellung zu 60 Jahren Designgeschichte in Essen. Die Besucher der Halle 5 auf Zollverein erwartet eine Reise durch die Historie ausgezeichneter Gestaltungen – von der Industrieform zum Red Dot.

Der Ausstellungstitel „Dauernde, nicht endgültige Form“ ist ein Zitat, das in den 1950er Jahren von der Journalistin Clara Menck in Bezug auf die damalige Designausstellung kreiert wurde und sich auf die Zeitlosigkeit der Basisform von Gebrauchsgegenständen bezieht. Dieses „Dauerhafte“ wird erst durch stetige Veränderung und Optimierung komplettiert. So ist etwa das Design eines Stuhls im andauernden, kollektiven Gedächtnis der Menschen fest verankert, den „endgültigen“ Stuhl wird es jedoch niemals geben.

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