Samstag, 7. Februar 2015

Zeche Sterkrade

… oder was davon noch übrig ist

Zeche Sterkrade, Schacht 1

Von der Zeche Sterkrade in Oberhausen-Sterkrade ist lediglich das denkmalgeschützte Fördergerüst über Schacht 1 und die zugehörige Schachthalle erhalten. 1897 wurde mit dem Abteufen des Schachtes 1 begonnen, 1903 wurde die Zeche Sterkrade in Betrieb genommen. Das dreibeinige Streben­gerüst, Typ „Promnitz“ (nach dem Konstruktuer Johann Carl Otto Hugo Baron Promnitz von Promnitzau), Bauart „Zschetzsche“ (nach Anton Friedrich Zschetzsche), aus dem Jahr 1903 gehört zu den ältesten erhaltenen „Deutschen Strebengerüsten“. Von den ursprünglich vier nebeneinander liegenden Seilscheiben sind noch zwei erhalten. Die Schacht­halle ist als dreigeschossiger Backsteinbau ausgeführt, im Inneren soll eine Stahltreppe zur Hängebank erhalten sein, die zur ursprünglichen Ausstattung gehört. Nach 1933 wurde Schacht 1 nur noch zur Seilfahrt, Materialförderung und Wetterführung genutzt, Anfang der 1990er-Jahre legte die RAG die Zeche endgültig still. 1997 hat die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur das Fördergerüst und die zugehörige Schachthalle als Industriedenkmal übernommen.

Eltern haften für ihre Kinder? Falsch! Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur sollte es besser wissen. § 832 BGB, Haftung des Aufsichtspflichtigen: „Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn er seiner Aufsichtspflicht genügt oder wenn der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden sein würde.“

Dies führt regelmäßig dazu, dass die Stiftung Industrie­denkmal­pflege und Geschichtskultur ihrer Verkehrs­sicherungs­pflicht nachkommt und das Objekt gegen unbefugtes Betreten sichert. Was sich hinter verschlossenen Türen tut, bekommt man nur noch selten mit, die Schacht­halle scheint letztmalig am Tag des offenen Denkmals 2014 geöffnet gewesen zu sein, jedenfalls deutet ein verblichenes Veranstaltungsplakat an der Einfriedung darauf hin. Wobei ich gestehen muss, dass lediglich eine erhaltene Stahltreppe im Inneren der Schacht­halle IMHO keinen großen Anreiz darstellt, diese unter allen Umständen sehen zu wollen. Der karminrote Anstrich des Fördergerüstes wirkt auf mich ein wenig befremdlich, meines Wissens waren Fördergerüste früher eher mit einem grauen Anstrich versehen. In unmittelbarer Nähe wird das anstehende Grubengas in einem Block­heiz­kraftwerks-Modul zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Zeche Sterkrade, Schacht 1

Zeche Sterkrade, Schacht 1

Zeche Sterkrade, Schacht 1

Zeche Sterkrade, Schacht 1

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