Sonntag, 22. Februar 2015

Zeche Rheinpreußen

Das erste linksrheinisch abgeteufte Steinkohlenbergwerk im Ruhrgebiet

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

Jedem Ruhri ist das „Geleucht“ von Otto Piene, ein 30 Meter hoher Turm in Form einer Sicherheitslampe der Bergleute, auf der Halde Rheinpreußen in Moers-Meerbeck ein Begriff, eine mit dem Abraum der Schachtanlage Rheinpreußen V/IX 70 m über Umgebungsniveau aufgeschüttete Bergehalde, die komplett begrünt und mit Rad- und Wanderwegen gut erschlossen ist.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV

Womöglich nicht ganz so bekannt dürften die Hinterlassenschaften der Zeche Rheinpreußen in Duisburg-Homberg und Moers-Hochstraß sein, der ersten Steinkohlenzeche auf der linken Rheinseite. Von Zeche Rheinpreußen Schacht IV, einer schlossartigen Zechenanlage von 1904, sind neben dem ältesten Doppelstreben-Fördergerüst im Ruhrgebiet mit Schachthalle das östliche Fördermaschinenhaus, die Waschkaue und das Werkstatt- und Bürogebäude erhalten. Dabei handelt es sich um einheitlich gestaltete Backsteingebäude mit einer Zinnen- und Giebelarchitektur im neugotischen Stil. Alle anderen Gebäude und Anlagen wurden niedergelegt. Die Tagesanlagen galten in der Fachwelt als Musterbeispiele für den technischen Standard, den rationellen Aufbau und die Verwertung neuer betriebswirtschaftlicher und technischer Erkenntnisse. Die Sanierung von Fördergerüst, Schachthalle und des östlichen Fördermaschinenhauses erfolgte 1992/96 und 1998/2000 unter Leitung des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins e. V., der die Anlage seither unterhält. Dem ein oder anderen jüngeren Besucher dürfte das Areal dennoch bekannt sein, denn in dem historischen Werkstatt- und Bürogebäude befindet sich die PM Erlebniswelt.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst und Schachthalle

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst und Schachthalle

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, rekonstruierter Verbindungsgang zwischen Hängebank und Waschkaue

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst, Schachthalle und östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Signaltafel für Stetigförderer am östlichen Fördermaschinenhaus

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Erinnerungstafel am östlichen Fördermaschinenhaus

Im östlichen Fördermaschinenhaus, das noch im originalen Zustand aus dem Jahr 1906 bewahrt ist, befindet sich eine der ältesten erhaltenen elektrischen Fördermaschinen des Ruhrgebiets von 1906 mit 515 kW und einer für die damalige Zeit innovativen elektrischen Steuerung. Die Fördermaschine mit zwei Gleichstrom-Nebenschlußmotoren, die hohes Drehmoment bei geringer Drehzahl bewerkstelligen und gleichzeitig eine stufenlose Regelung der Geschwindigkeit ermöglichen musste, wurde über zwei Ward-Leonard-Umformer mit einem gemeinsamen Schwungrad mit dem erforderlichen Gleichstrom versorgt.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Ward-Leonard-Umformer mit Schwungrad

Die Umformer wandelten Wechselstrom in Gleichstrom um, dazu bedurfte es einer Kombination von rotierenden elektrischen Maschinen. Das Schwungrad mit etwa 15 Tonnen Gewicht speicherte kinetische Energie, die genutzt werden konnte, um die Belastungsspitzen beim Anfahren der Fördermaschine abzufangen und vom Stromnetz fernzuhalten.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Umformer

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Schalttafel

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine, Gleichstrom-Nebenschlußmotor, Siemens–Schuckert Werke, 1905/06

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Treibscheibe

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Treibscheibe, Markierungen auf dem Seil geben den exakten Stand des Förderkorbes an

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Arbeitsplatz des Fördermaschinisten

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Teufenanzeiger mit Fahrtregler

Das Fördermaschinengebäude wird in den Sommermonaten von Mai bis Oktober jeden Sonntagnachmittag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins e. V. für interessierte Besucher geöffnet. Gruppenführungen sind jederzeit nach Voranmeldung möglich.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

Die Höhe des „Geleuchts“ beträgt ca. 122,6 m über NN. Es ist das weltweit größte Montan-Kunstwerk. Die erst im September 2007 fertiggestellte Landmarke ist nicht nur bei Tage ein Hingucker, sondern wird auch nachts von 240 LED´s und weiteren Leuchtkörpern illuminiert. Allerdings scheinen die wohl nie alle gleichzeitig zu funktionieren, denn heute blieb der gesamte obere Teil mit dem „Flammsieb“ dunkel.

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

„Geleucht“ von Otto Piene auf der Halde Rheinpreußen

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