Freitag, 20. Februar 2015

Ankündigung: ExtraSchicht 2015 wirft ihre Schatten voraus

Frühbucheraktion vom 20. Februar bis zum 6. Mai 2015

ExtraSchicht 2012: Blumenwiese im Ehrenhof auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, Installation von ILLUMINIST

Bereits zum fünfzehnten Mal veranstaltet die Ruhr Tourismus GmbH am 20. Juni 2015 die ExtraSchicht, seit der Premiere am 26./27. Mai 2001 werden bei der „Nacht der Industriekultur“ ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur geschickt in Szene gesetzt, womit das Festival den Wandel von der Schwerindustrie zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion verdeutlicht. Die 15. ExtraSchicht wirft mit der Bekanntgabe ihrer Spielort-Neuverpflichtungen ihre Schatten voraus und macht Lust auf das größte Industriekulturfest Deutschlands. Drei neue Spielorte ergänzen die Austragungsorte der diesjährigen ExtraSchicht, dies sind das Fördermaschinenhaus der Zeche Rheinpreußen IV in Moers-Hochstraß, der Bergpark Lohberg in Dinslaken sowie die Kulturbrauerei Hülsmann in Herne-Eickel.

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, Fördergerüst, Schachthalle und östliches Fördermaschinenhaus

Im Jahr 15 der ExtraSchicht-Zeitrechnung schließt sich mit dem Fördermaschinenhaus der Zeche Rheinpreußen IV nicht nur ein neuer Spielort der ExtraSchicht an, sondern auch eine linksrheinische Stadt, die bisher noch nicht dabei war: Moers. Das Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV in Moers-Hochstraß ist eine schlossartige Zechenanlage von 1904 im neugotischen Stil, deren Backsteingebäude größtenteils unter Denkmalschutz stehen. Hier findet sich das älteste Doppelstreben-Fördergerüst mit Schachthalle im Ruhrgebiet, im östlichem Fördermaschinenhaus eine der ältesten erhaltenen elektrischen Fördermaschinen des Ruhrgebiets von 1906 mit 515 kW und einer für die damalige Zeit innovativen elektrischen Steuerung. Ein Muss für Technikfans!

Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV, östliches Fördermaschinenhaus, Fördermaschine

Der Wandel bringt im Ruhrgebiet immer wieder ganz neue Orte hervor. Erst vor kurzem wurde der Bergpark Lohberg in Dinslaken eröffnet, und schon ist er als neuer Spielort der ExtraSchicht mit dabei: Als Teil der Umnutzung der ehemaligen Zeche ist die neue Parklandschaft mitten im entstehenden urbanen Kreativquartier Lohberg ein echter Gewinn mit Sportflächen, Rutschlandschaften, Bolzplätzen, Liegeflächen und einem neu angelegten See. Auch künstlerisch gestaltete Momente sind in die neue Freizeitlandschaft integriert. Bürgerbeteiligung wurde bei der Gestaltung groß geschrieben, und bei der ExtraSchicht können die ersten Früchte dieser gelungenen Arbeit geerntet werden.

Zum ersten Mal dabei ist auch die Kulturbrauerei Hülsmann in Herne-Eickel, in der 300 Jahre lang bis 1992 Bier gebraut wurde. Das Sud- und Treberhaus der ehemaligen Exportbier-Brauerei Heinrich Hülsmann von 1869 steht noch, und heute wird dort zwischen den Braukesseln gebraut: Kultur und Kult, Comedy und Konzerte (Brian Augers Oblivion Express und Frank Zappas letzte Band Banned from Utopia waren hier), Partys und Kleinkunst.

ExtraSchicht 2014: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Neben den neuen Spielorten sind natürlich auch die Standorte der Route der Industriekultur dabei, wie das UNESCO-Welterbe Zollverein, der Gasometer Oberhausen, die Jahrhunderthalle Bochum oder die Zeche Zollern in Dortmund. Nach einem Jahr Pause ist auch der MüGa-Park in Mülheim an der Ruhr wieder dabei, der sich seit 1992 als Park, Kulturraum und als grüne Mitte Mülheims etabliert hat. Allein hier sind kulturelle Hochkaräter wie der Ringlokschuppen, das Schloss Broich und die größte begehbare Camera Obscura der Welt zu finden. Was sich nach ländlicher Idylle anhört, musste 1992 bei der Anlage des Parks erst einmal wiederhergestellt werden. Industriebrachen, ein Schrottplatz und Bahnanlagen der Ruhrtalbahn wurden zurückgebaut. Endlich ist dieses Jahr mit der Halde an der Beckstraße und dem Tetraeder in Bottrop auch wieder eine Halde mit im Programm. Die weithin sichtbare begehbare Pyramidenkonstruktion bietet nach dem Aufstieg eine fantastische Aussicht über das nord-westliche Ruhrgebiet. Ein wahrhaftes Haldenereignis.

Tetraeder mit Lichtinstallation „Fraktal“ von Jürgen LIT Fischer

Aber nicht nur die luftigen Höhen, auch die Niederungen der Schmutzwasserpumpen sind im Revier kunstvoll gestaltet. Das von der Emschergenossenschaft betriebene Pumpwerk Gelsenkirchen-Horst im Nordsternpark in Gelsenkirchen wurde zur Landesgartenschau 1997 durch den Künstler Jürgen LIT Fischer in blaues Glas gehüllt und mit einem gläsernen Pavillon auf dem Dach versehen und leuchtet 2015 wieder mit. Große Erfolge feierte das Zeiss Planetarium Bochum bei seiner letzten ExtraSchicht Teilnahme, jetzt ist es wieder dabei unter dem Motto „Vom Weltraum ins Herz des Reviers“. In verschiedenen Shows präsentiert das Planetarium die Höhepunkte seiner atemberaubenden Raumreisen, zeigt neben „dem schönsten Himmel des Ruhrgebiets“ das Eintauchen in fantastische Welten und öffnet den Blick für die Schönheit kosmischer Landschaften.

ExtraSchicht 2014: „Tanz Kreativ – In the Dark“, Licht-Performance im Magazingebäude der Zeche Waltrop

Im Süden der Region sind die Elbershallen in Hagen wieder mit dabei, das einstige Firmengelände der Textilfabrik Elbers, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung war. Inzwischen sind die Elbershallen eine feste kulturelle Größe in Hagen und beherbergen sowohl die Musikschule, den Kinder- und Jugendcircus Quamboni, das Theater an der Volme mit 100 Sitzplätzen, einen Indoorspielplatz, eine Bowlingbahn, eine Disco und diverse Bars und Restaurants im gemütlichen Innenhof.

ExtraSchicht 2014: Feuerwerk über der Halde Brockenscheidt

Vom 20. Februar bis zum 6. Mai 2015 gibt es online unter www.extraschicht.de für echte Fans die Eintrittskarte zur Nacht der Industriekultur zum günstigen Frühbucher-Preis: Im Rahmen der Frühbucher-Aktion sichern sich Besucher ihr ExtraSchicht-Ticket für nur 12 Euro statt 17 Euro (pro Person für alle Besucher ab 6 Jahren). Die Karte berechtigt zum Eintritt an allen 45 Spielorten und ist gleichzeitig Fahrschein für alle ExtraSchicht-Shuttle-Busse. Als Kombiticket gilt die Karte für alle Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und gilt dort ganztägig am 20. Juni 2015 bis 7 Uhr am Folgetag. Somit kann es auch bereits für die Anreise zur ExtraSchicht genutzt werden. Inhaber der RUHR.TOPCARD erhalten ihr um 50 % reduziertes Ticket zum Preis von 8,50 Euro während des regulären Vorverkaufs vom 7. Mai bis 19. Juni 2015 bei ausgewählten Vorverkaufsstellen.

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