Mittwoch, 14. Januar 2015

Vorschau: „Die Unsichtbaren“ im Essener Hauptbahnhof zeigt Porträts Obdachloser

„Die Unsichtbaren“ lautet der Titel einer Ausstellung, die die Deutsche Bahn Stiftung vom 20. bis 30. Januar 2015 im Essener Hauptbahnhof zeigt. 25 großformatige, eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen die Menschen, die ansonsten in der Gesellschaft zumeist ungesehen bleiben: Obdachlose.

KATY, 25, SEIT ZWEI JAHREN AUF DER STRASSE
„Ich finde, es sollte mal jemand aufschreiben, was Obdachlosigkeit für die Menschen bedeutet. Das kann sich niemand vorstellen. Der Staat behandelt Leute wie mich wie Dreck. Ich bin schwer krank, unheilbar. Durch die Straße. Ich bin abgerutscht, wie man so sagt.“
© Deutsche Bahn AG, Foto Reto Klar

LUCIAN, 41, OHNE FESTE WOHNUNG
„Ich schlafe in einer Kirche. Das Leben auf der Straße bedeutet viel Stress. Man kommt nie zur Ruhe. Ich stamme aus Rumänien, hatte Arbeit in Polen, dann habe ich sie verloren. So bin ich vor sieben Jahren nach Berlin gekommen. Ich habe Fleischer gelernt, außerdem als Maurer gearbeitet. Dann hatte ich Probleme mit Alkohol.“
© Deutsche Bahn AG, Foto Reto Klar

Laut Expertenschätzungen leben rund 300.000 Menschen bundesweit ohne feste Wohnung. Wer sind diese obdachlosen Menschen, an denen man meistens blicklos vorbeiläuft? Um Antwort auf diese Frage zu erhalten, begleiteten Reto Klar, Fotochef, und Uta Keseling, Reporterin der Berliner Morgenpost, im vergangenen Winter drei Wochen lang den Alltag in der Bahnhofsmission am Berliner Bahnhof Zoo. Der Heizungsraum der Bahnhofsmission wurde dafür zum „Fotostudio“ umgebaut und diente als Raum für ungestörte Gespräche auf Augenhöhe. Die so entstandenen Porträts kommen den Menschen ganz nahe, die im Alltag oft niemand wahrnimmt – den Unsichtbaren.

NORBERT, 54, WOHNUNGSLOS
„Ich war mal Maurer, früher, und Einrichter. Ist aber eine Weile her. Ich komme aus Brandenburg. Ich bin mit meiner Freundin Margarete unterwegs. Unsere Tage verbringen wir am Bahnhof Zoo. Wir schnorren. Wo sollen wir denn sonst auch hin?“
© Deutsche Bahn AG, Foto Reto Klar

ROMAN, 38, AUS POLEN, SEIT EINEM JAHR WOHNUNGSLOS IN BERLIN
„Die Tätowierungen? Eine Jugendsünde. Vergangenheit.“
© Deutsche Bahn AG, Foto Reto Klar

Im Anschluss ist die Ausstellung vom 2. bis 11. Februar 2015 in Frankfurt/Main im Hauptbahnhof und vom 16. bis 26. Februar 2015 im Hamburger Bahnhof Dammtor zu sehen.

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