Mittwoch, 28. Januar 2015

Vorschau: „Denker-Donnerstag“ – Martje Saljé: Türmerin von Münster

Ein Ruf aus ferner Zeit

Es geht um eines der ältesten Ämter Europas, das heute nur noch selten zu finden ist: der Beruf des Türmers. Das klingt irgendwie mystisch. Die DASA Arbeitswelt Ausstellung nähert sich dem geheimnisumwitterten Beruf und hat noch dazu die einzige Frau in Nordrhein-Westfalen, die diesen Job betreibt, zu sich eingeladen. Am Donnerstag, 26. Februar 2015, berichtet Türmerin Martje Saljé um 18 Uhr über ihren ungewöhnlichen Alltag.

Prinzipalmarkt mit Lambertikirche

Sie meistert täglich 300 Stufen zu ihrem Dienstsitz, der Turmstube von St. Lamberti. Abend für Abend wacht sie über die schlafende Stadt. Jede halbe Stunde zwischen 20.30 Uhr und Mitternacht tutet sie ins Horn, das Signal für alle Münsteraner, das alles in Ordnung ist. Denn seit mehr als 600 Jahren hat Münster einen Turmbläser; seit einem Jahr die erste Turmbläserin, die einzige weibliche städtische Angestellte in diesem ehrwürdigen Beruf. Martje Saljé verknüpft Tradition und Moderne und bläst im eigens angefertigten Wollmantel pünktlich ihre Signale in Wind und Wetter. Und bloggt zugleich aus 75 Metern Höhe Geschichten und Anekdoten rund um den Turm, seine Glocken und seine Geschichte (tuermerinvonmuenster.wordpress.com). Mehr als 1.100 Fans hat die junge Geschichts- und Musik­wissen­schaftlerin auf facebook, und sie ist ganz profan beim Stadtmarketing in Münster angestellt. Was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie alles erlebt, verrät sie den DASA-Gästen an diesem Abend.

Martje Saljé, die Türmerin von Münster, an ihrem luftigen Arbeitsort, St. Lamberti. Foto: Presseamt Münster, Britta Roski

Anlass ist die aktuelle Ausstellung „Heavy Metal“, die Geschichten rund um die Glocke erzählt. Dabei stehen vor allem die Menschen rund um das Geläut im Mittelpunkt der Schau. Türmer melden von ihrem luftigen Aussichtspunkt, wann und wo Gefahr im Verzug ist. Mancherorts gehörte auch das Läuten zu ihren Aufgaben, was mittlerweile Maschinen erledigen. Heute wirbt die engagierte Turmfrau für ihr Amt, das sie auf der Basis der Tradition im Hier und Jetzt ausfüllt.

„Heavy Metal“, Kopie einer Zuckerhutglocke, 2000, Hersteller Petit & Gebr. Edelbrock Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Gescher

Der Eintritt zum so genannten „Denker-Donnerstag“ ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Wer vorher die Ausstellung „Heavy Metal“ anschauen möchte, hat dazu bis zum Vortragsbeginn um 18 Uhr Gelegenheit. Hochgefühl verspricht für die DASA Besucher außerdem der Aufstieg auf den Turm von Sankt Reinoldi in Dortmund. Die nächsten Termine hierfür: 8. und 28. Februar, 8. und 14. März, jeweils 14 Uhr.

Schon vorab verrät Martje, was sie an Türmen und ihrem Beruf so fasziniert. Ein kurzes Interview ist unter www.dasa-dortmund.de nachzulesen.

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