Donnerstag, 15. Januar 2015

„Neue Horizonte – Auf den Spuren der Zeit“

Interaktive Ausstellung rund um Zeit, Energie und Himmelskörper

Lohn- und Lichthalle der ehe­maligen Zeche Ewald 1/2/7

Im November 2014 wurde die neue Dauerausstellung „Neue Horizonte – Auf den Spuren der Zeit“ des Besucherzentrums Hoheward unter Trägerschaft des Regionalverbandes Ruhr im Gebäude der Lohn- und Lichthalle der ehe­maligen Zeche Ewald 1/2/7 in Herten eröffnet. Nach einer filmischen Einführung „Himmlische Spuren der Zeit – Impressionen von der Halde Hoheward“ erfahren die Besucher in einem begehbaren, dreigeschossigen Ausstellungskubus an zahlreichen Exponaten anschaulich, wie sich die Themen Energie, Jahreszeiten, Planeten und schließlich das Horizont­observatorium und die Sonnenuhr auf der Halde Hoheward verknüpfen und sich sprichwörtlich neue Horizonte erschließen, von den Tiefen der Stein­kohle hinauf zu den unendlichen Weiten des Alls und der Beobachtung der Himmels­zyklen.

Der Holzkubus hat eine Ausstellungsfläche von 300 Quadratmetern auf insgesamt drei Ebenen

Die Ausstellung wurde nach dem Entwurf des niederländischen Ausstellungsmachers Marcel Wouters erstellt. Sein Modell konnte in einem Ausschreibungswettbewerb die Beteiligten überzeugen, indem er Industriekultur auf spannende Weise mit einer modernen Kunstinstallation verbunden hat. Dr. Burkard Steinrücken und Thomas Morawe von der Westfälischen Volkssternwarte und Planetarium Recklinghausen standen dem Ausstellungsmacher beratend zur Seite.

Replik der bronzezeitlichen Himmelsscheibe von Nebra, Keramik von Barbara Echelmeyer

Im Erdgeschoss des Holzkubus dreht sich alles um Zeit, Kohle, Bergbau, Energie und Haldenimpressionen. Ausstellungs­stationen wie Steinkohlenküche, Kohleofen, Kohlenlore, Solarzelle, Windrad oder Horizontfernrohre mit Videostationen zu den Highlights des Emscher Land­schafts­parks sollen die Themen veranschaulichen und zum Ausprobieren animieren. Ein alter Baum verdeutlicht die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In der Steinkohlenküche lässt sich spielerisch nachvollziehen, wie Torf, Steinkohle und sogar Diamanten über erdgeschichtliche Zeiträume bei hohem Druck und hoher Temperatur im Erdinneren entstanden sind.

„Zeitzonen“

Die Entstehung von Tag und Nacht sowie die Zeitzonen werden anhand eines beleuchteten Erdglobus und vieler Uhren mit unterschiedlichen Zonenzeiten dargestellt. Kultur­geschichtliche Grundlagen der Horizontastronomie können Besucher einem „alten“ Buch bzw. einer Replik der bronzezeitlichen Himmels­scheibe von Nebra entnehmen.

Kohlenlore vom Bergwerk Blumenthal/Haard

Ein großformatiges Glasfenster aus der Maschinenhalle der Zeche Recklinghausen, das 1976 in der Lohn- und Lichthalle der Zeche Ewald 1/2/7 angebracht wurde, zeigt einen aufrecht stehenden Bergmann, der sich auf eine Kohlenschaufel stützt. Die rechte Bildhälfte zeigt die zum Zeitpunkt des Entstehens der Glasmalerei vorhandenen betrieblichen Verbindungen verschiedener Zechen- und Industrieanlagen.

Glasfenster „1954/Symbol des Verbundes von Kohle und Stahl“

Die erste Etage der Ausstellung widmet sich den astronomischen Grundlagen der Himmelskörper, Sonne, Mond und Erde. Ein großer Erdglobus zeigt den inneren Aufbau der Erde. Im Inneren ist es sehr heiß, in einem 1.000 Meter tiefen Schacht ist es bereits 30 °C warm, und mit jeden weiteren 100 Metern wird es 3 °C wärmer. Da die Erdachse schief auf der Erdbahnebene steht, ist der Globus schräg montiert.

Erdglobus

Zudem spielt auch das Thema Anziehungskräfte auf anderen Planeten eine große Rolle. Mit Hilfe einer Cola-Dose können Besucher ausprobieren, was die Büchse auf anderen Himmelskörpern wiegen würde.

Mitmach-Exponat zur Schwerkraft auf anderen Himmelskörpern

Dreht man in einem Hands-on-Exponat an der Erde, erlebt man, wie es durch die Schrägstellung der Erdachse zum Wechsel der Jahreszeiten kommt – und nicht durch einen variablen Abstand der Erde zur Sonne.

Die Entstehung der Jahreszeiten durch Schrägstellung der Erdachse

Die obere Etage steht ganz im Zeichen der Halde Hoheward mit den zwei astronomischen Plateaus. Das Horizont­­observatorium und die überdimensionale Sonnen­uhr werden in ihrer Funktion erklärt. Bei der Sonnenuhr lassen sich Tageszeit und Datum anhand des Schattens der Obeliskenkugel in Bezug zum Linienraster und beim Horizont­­observatorium anhand der Position der Sonne in Bezug zu den Bögen und Peilmarken bestimmen. In seiner Funktion ist das Horizont­­observatorium mit den mythischen Steinkreisen im englischen Stonehenge vergleichbar.

Modell des Horizontobservatoriums auf der Halde Hoheward

In Gestalt einer Edelstahlscheibe wurde der Grundriss des Horizontobservatoriums mit seinen astronomisch bedeutsamen Elementen bei der Grundsteinlegung am 12. Februar 2008 in eine Höhlung in der Mitte der Beobachtungsplattform einzementiert. In der Ausstellung wird eine exakte Kopie dieser Edelstahlscheibe gezeigt.

Die neue Himmelsscheibe

Wie man die an einer Sonnenuhr abgelesene Wahre Ortszeit unter Berücksichtigung der Längen­grad­korrektur und des Analemmas in die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) bzw. Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) umwandelt, wird ebenfalls in der Ausstellung erläutert.

Modell der großen Sonnenuhr auf der Halde Hoheward um 15 Uhr Wahrer Ortszeit zur Tag- und Nachtgleiche am 21. März (15.38 Uhr MEZ) bzw. 23. September (16.23 Uhr MESZ)

Das Besucherzentrum Hoheward ist bis März Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von April bis Oktober Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass in die Ausstellung erfolgt eine Stunde vor Betriebsschluss. Jeden Sonntag um 14 Uhr finden öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt, die Erläuterungen, Texte und Tafeln in der Ausstellung sind aber auch ohne Führung gut verständlich. Das Besucherzentrum Hoheward ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2015 und bietet den Inhabern der Erlebnis­karte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt in die Ausstellung „Neue Horizonte – Auf den Spuren der Zeit“.

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