Samstag, 24. Januar 2015

„Ist das möglich?“

Experimentier-Ausstellung für Kinder, Jugendliche und Familien im LVR-Industriemuseum in Oberhausen

„Ist das möglich?“, Blick in die Ausstellung

Die interaktive Ausstellung „Ist das möglich?“ verbindet vom 25. Februar bis 8. November 2015 in der Elektrozentrale der Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen ein Rate- und Wissensspiel mit der Vermittlung von spannenden Fakten rund um industrielle Materialien. Denn steht in den Dauerausstellungen des LVR-Industriemuseums die Geschichte der Industrien im Vordergrund, in denen Papier, Metall und Textilien produziert und verarbeitet wurden, so dreht sich bei „Ist das möglich?“ alles um die Materialien selbst.

„Ist das möglich?“, Blick in die Ausstellung

Die Ausstellung ist speziell für junge Besucherinnen und Besucher konzipiert worden. Seit einigen Jahren fordern Industrie und Bildungspolitik, dass Schulen sich verstärkt den MINT-Fächern zuwenden. Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technikwissen sollen die heutigen Schülerinnen und Schüler auf die Erfordernisse der Zukunft vorbereiten. Das LVR-Industriemuseum, schon seit vielen Jahren ein etablierter außerschulischer Lernort, hat das Thema aufgegriffen und mit „Ist das möglich?“ eine Ausstellung entwickelt, die junge Museumsbesucherinnen und -besucher für die MINT-Themen begeistern möchte. Alle Ausstellungselemente dieser Sonderausstellung beziehen sich auf mindestens ein MINT-Fach. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Technologie und Didaktik der Technik an der Universität Duisburg-Essen entwickelte das LVR-Industriemuseum didaktische Begleitmaterialien für die Ausstellung, die zum Download auf der Website www.istdasmoeglich.lvr.de bereitstehen.

Die Langhantel sieht schwerer aus als sie ist

Jeder fragt sich das zigmal am Tag: Ist das möglich, dass mich der Fahrradhelm bei einem Unfall schützt? Ist das möglich, dass so viel in eine kleine Damenhandtasche passt? Ist das möglich, dass die dünne Strumpfhose bei Belastung nicht reißt? Man wundert sich oft über die Tauglichkeit von Dingen und Materialien, die man im Alltag benutzt. Was wäre, wenn man sich auf die Funktionsfähigkeit industrieller Produkte nicht verlassen könnte? Wenn der Kaffeefilter beim Eingießen des Wassers reißen würde, wenn die Kleidung nicht warm hielte, wenn der Radreifen der Eisenbahn bräche, wenn die Brücke zusammenstürzte? All diesen und anderen Fragen geht die Ausstellung in unterhaltsamer Weise nach.

Bestimmung der Dosenwandstärke mit einer Messschraube

Thema der Ausstellung sind industrielle Materialien und ihre meist überraschenden, manchmal aber auch ganz gewöhnlichen Eigenschaften. Sie bietet zahlreiche interaktive Elemente, die entweder als wissenschaftliches Experiment oder als Spielstation gestaltet sind. So können die Besucherinnen und Besucher von „Ist das möglich?“ eine riesengroße Hantel stemmen, die leichter ist als sie aussieht, unter einer Lupenkamera verschiedene Papiere und andere Materialien vergleichen oder auf einer Slackline balancieren und so das Material testen. Angereichert wird die Ausstellung mit Museumsexponaten wie einem zum Würfel gepressten Schrottauto, historischen Kondomen und einem Schlachterhandschuh. Sie erzählen von historischen Begebenheiten, erstaunlichen Geschichten und spannenden Rekorden.

Das gepresste Schrottauto mit einem Gewicht von 650 kg ruht auf 4 Konservendosen

In ein Gerät kann man verschiedene Papiersorten einspannen und den Druck messen, den sie aushalten, bis sie „bersten“, also platzen. Mithilfe eines Seils kann man sich einen Eindruck vom Durchmesser verschaffen, auf den sich ein Wetterballon wegen des mit zunehmender Höhe nachlassenden Luftdrucks ausdehnt, bevor er platzt und die Sonde an einem Fallschirm zum Boden zurückkehrt. Ein Wetterballon kann eine Höhe von 20 bis 30 Kilometer erreichen, bevor er platzt.

Berstdruck-Messgerät

Fallhammer-Experiment

Unter dem Fallhammer werden Bleche, Papiere und textile Gewebe getestet. Bei den Resultaten stellt sich der interessierte Besucher eher die Frage: „Wie ist das möglich?“

Im Fallhammer irreversibel verformtes Blech

Am Ende der Ausstellung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein nachgestelltes Fernsehstudio. Hier können sie in den Teams „Textil“, „Metall“, „Holz“ und „Papier“ ein Quiz spielen. Auf einem Bildschirm werden Fragen angezeigt, mit Buzzern können die Quizkandidaten reagieren und ein Showmaster moderiert das Spiel.

Die Ausstellung „Ist das möglich?“ in der Zinkfabrik Altenberg ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Für Schulklassen und Kindergruppen ist die Buchung eines moderierten Rundgangs mit Quizshow bei kulturinfo rheinland erforderlich.

„Ist das möglich?“ ist als Wanderausstellung konzipiert und wird im Laufe der kommenden Jahre bis 2018 auch durch die weiteren Schauplätze des LVR-Industriemuseums touren. 2014 war sie bereits im LVR-Industrie­museum Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen zu sehen.

Keine Kommentare: