Montag, 26. Januar 2015

International Light Art Award 2015

Kölner Künstlerduo gewinnt ersten International Light Art Award

Am 22. Januar 2015 wurde im Haus der Berliner Festspiele in Anwesenheit von rund 400 Gästen erstmalig der International Light Art Award (ILAA) vergeben, der vom Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna und der RWE Stiftung initiiert wurde. „Mit dem Lichtkunstpreis sollen alle zwei Jahre vielversprechende Künstler und Künstlerinnen auszeichnet werden, deren Werke für die Weiterentwicklung der Lichtkunst wegweisend sind,“ so John Jaspers, Direktor des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Gewinner des International Light Art Award 2015 ist das Kölner Künstlerduo Martin Hesselmeier & Andreas Muxel (DE/A), die mit ihrem Werk „the weight of light“ das diesjährige Motto des Preises „THE FUTURE OF LIGHT ART“ mit einem formgewordenen Gedankenexperiment zur Schwerkraft des Lichts beantworteten. Das Künstlerduo überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit aus im Raum schwebenden LED Bahnen. „Licht, wie wir es gewöhnlich wahrnehmen, besitzt keine Masse und Schwerkraft. In der Arbeit „the weight of light“ wird der Versuch unternommen, künstliche Kräfte auf sich bewegende Lichtimpulse zu übertragen,“ erläutern Martin Hesselmeier & Andreas Muxel das Konzept ihres Werkes. „Ein Spiel mit der gelernten Wahrnehmung schafft bewusst Momente der Irritation in einem fiktionalen Lichtraum. Wir freuen uns über die Möglichkeit, die Arbeit an diesem unvergleichlichen Ort zeigen zu dürfen.“

Andreas Muxel und Martin Hesselmeier: „The Weight of Light“
Frank Vinken | dwb für die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft
© Zentrum für Internationale Lichtkunst

Den zweiten Platz erhielt der chilenische Gegenwartskünstler Iván Navarro (USA), der mit der Installation „Traffic“ gesellschaftlich geprägte Symbole außerhalb ihres sinnstiftenden Kontextes präsentiert und somit deren Signalwirkung – wie die Farben einer Ampel – hinterfragt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Werk „Enlightenment/Erleuchtung“ des Bildhauers Dirk Vollenbroich (DE), der die Hirnströme des Besuchers in „Erleuchtung“ umwandelt und für die Öffentlichkeit lesbar macht.

Die Werke aller Gewinner werden vom 25. Januar bis zum 28. Juni 2015 in den Brauereigewölben des Lichtkunstzentrums Unna zu sehen sein. Es ist das einzige Museum weltweit, dass auf die Präsentation von Lichtkunst spezialisiert ist. Es vereint in den zehn Meter unter der Erde gelegenen Kühl- und Lagerräumen der ehemaligen Lindenbrauerei die wichtigsten internationalen Positionen der Lichtkunst. Alle Lichtkunst­installationen wurden eigens für die Räume vor Ort geschaffen, darunter Werke von James Turrell („Floater 99“ und „Third Breath“), Christian Boltanski („Totentanz II, Théâtre d’Ombres“), Ólafur Elíasson („Der reflektierende Korridor, Entwurf zum Stoppen des freien Falls“), Rebecca Horn („Lotusschatten“), Li Hui („Amber“), Joseph Kosuth („Die Signatur des Wortes [Licht und Finsternis]“), Brigitte Kowanz („Lichtgeschwindigkeit 11,5m/sek“), Mischa Kuball („mies-mies II“, „mies-mies III“, „Onyx Doree“ und „Space-Speech-Speed“), Christina Kubisch („Schlohweiß und Rabenschwarz“), Mario Merz („Fibonacci-Reihe“), François Morellet („No End Neon [Pier and Ocean]“), Jan van Munster („Ich [im Dialog]“), Stefan Reusse („Hello, Welcome, Goodbye“) und Keith Sonnier („Tunnel of Tears“).

„Fibonacci-Reihe“ von Mario Merz am Schornstein der ehemaligen Lindenbrauerei

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