Montag, 19. Januar 2015

Geheimnisvolle Orte: Geheimnis Zeche Zollverein

Dokumentation über die bewegte Geschichte des heutigen UNESCO-Welterbes Zollverein

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII und Schacht 1/2/8, oben rechts das „SANAA-Gebäude“

Am 23. Janaur 2015 zeigt das regionale Fernsehprogramm des Westdeutschen Rundfunks Köln zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr die Dokumentation „Geheimnis Zeche Zollverein“ von Achim Scheunert, Redaktion Beate Schlanstein und Christiane Hinz, aus der Dokumentationsreihe „Geheimnisvolle Orte“. In der elfteiligen Dokumentationsreihe des WDR werden Orte in NRW porträtiert, an denen „große Geschichte“ geschrieben wurde und die auch Geheimnisse bergen. Zu sehen sind teils spektakuläre Aufnahmen rund um die Orte, exklusive oder wiederentdeckte historische Aufnahmen und spannende Zeitzeugen-Interviews.

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII, Blick vom Dach der Kohlenwäsche

Ein solcher Ort ist die Zeche Zollverein, auch als „schönste Zeche der Welt“ bekannt. Zollverein steht mit seiner beeindruckenden Architektur auf besondere Weise für die Geschichte des Bergbaus und des Ruhrgebiets. Früher war das Areal eine „verbotene Stadt“, nur für Bergleute zugänglich. Am 23. Dezember 1986 wurde nach 135 Jahren die Stein­kohle­förderung auf Zollverein eingestellt. Am 30. Juni 1993 wurde nach nur 32 Jahren Betriebsdauer auch die Kokerei geschlossen. Bereits 1999 rückte die ehemalige Industrieanlage mit der Ausstellung „Sonne, Mond und Sterne – Zur Kulturgeschichte der Energie“ erstmals in das Bewusstsein einer großen Öffentlichkeit. Am 14. Dezember 2001 wurde Zeche Zollverein Schacht XII und Schacht 1/2/8 sowie die Kokerei Zollverein als Gesamtensemble aus Zeche und Kokerei schließlich in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Als UNESCO-Welterbe Zollverein hat die ursprüngliche Zeche und Kokerei weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus als Industriedenkmal Bekanntheit erlangt, jedes Jahr kommen 1,5 Millionen Menschen aus aller Welt zu Besuch, dennoch verbergen sich hier viele Geheimnisse. Achim Scheunert begibt sich in seiner Dokumentation auf die Spur dieser verborgenen Geschichten. Er erzählt von den Anfängen auf Zollverein in der Pionierzeit des 19. Jahrhunderts, vom Bau der heutigen Gebäude in den bewegten Zwanziger Jahren und von der Rolle der Zeche im Krieg, von Zwangsarbeitern und Grubenunglücken.

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII bei Sonnenaufgang

Dass die Schächte 2 und XII nach ihrer Stilllegung für die Wasserhaltung offen gehalten wurden, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auf der 14. Sohle stehen sechs Horizontal­kreisel­pumpen, von denen immer zwei in Betrieb sind und über zwei Steigleitungen im Schacht 2 ca. 9.000 Liter Wasser pro Minute zu Tage fördern. An insgesamt vierzehn Wasser­haltungs­standorten sammelt die RAG das Gruben­wasser aus den aktiven sowie sämtlichen stillgelegten Bergwerken im Ruhrgebiet: Haus Aden, Bergkamen, Carolinenglück, Friedlicher Nachbar und Robert Müser, Bochum, Prosper-Haniel, Bottrop, Lohberg, Dinslaken, Fürst Leopold, Dorsten, Hansa, Dortmund, Walsum, Duisburg, Amalie, Heinrich und Zollverein, Essen, Auguste Victoria, Marl, und Concordia, Oberhausen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Ewigkeitslasten“.

Wasserhaltung auf Zeche Zollverein; © RAG/Dietmar Klingenburg

Erd- und Himmelsglobus im Ruhr Museum

Am 20. Oktober 2008 wurde die ehemalige Kohlenwäsche mit der Sonderausstellung „Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein“ als Ruhr Museum der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht, nachdem das Gebäude nach Plänen des niederländischen Architekten Rem Koolhaas (* 17. November 1944 in Rotterdam) umgebaut worden war.

Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums

Einblicke in die geheimnisvollen Seiten des heutigen UNESCO-Welterbes Zollverein geben u. a. Heinrich Theodor Grütter, seit 2012 Direktor des Ruhr Museums, Ulrich Borsdorf, 1986 bis 2007 Direktor des Ruhrlandmuseums und Gründungsdirektor des Ruhr Museums, und Architekt Heinrich Böll. Aus vergangenen Zeiten berichten Eitel Mantowski, ehemaliger Werksschmied auf der Zeche und Kokerei Zollverein, und Werner Dieker, ehemaliger Bergmann auf Zeche Zollverein.

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII, Blick vom Dach der Kohlenwäsche

Kokerei Zollverein

Nachdem die Kokerei am 30. Juni 1993 nach nur 32 Jahren Betriebsdauer stillgelegt wurde und nicht verkauft werden konnte, zog man den Abriss in Betracht. Es ist ein Verdienst der Internationalen Bauausstellung IBA Emscher Park, die den Umbau der Kohlenmischanlage zu einem spektakulären Ausstellungsgebäude initiierte, dass dies nicht passierte. Die Kokerei wurde 2000 unter Denkmalschutz gestellt.

Ehemaliger Leitstand der Kokerei Zollverein

Trichterebene der Mischanlage mit Treppe zur Bunkerebene

Am 19. Januar 2015 wurde die Dokumentation „Geheimnis Zeche Zollverein“ im Erich-Brost-Pavillon über dem Ruhr Museum erstmals öffentlich präsentiert. Im Anschluss diskutierten Heinrich Theodor Grütter, Eitel Mantowski, Beate Schlanstein und Achim Scheunert über den Film, wobei Eitel Mantowski noch von einer Reihe „Dönekes“ zu berichten wusste, die im Film nicht vorkommen.

Illuminierte Kokerei Zollverein

In der Dokumentationsreihe „Geheimnisvolle Orte“ stehen sieben Neuproduktionen auf dem Programm: Zeche Zollverein, Kölner Hauptbahnhof, Teutoburger Wald, Duisburger Hafen, Petersberg, Burg Vogelsang und Regierungsbunker. Dazu gibt es vier Wiederholungen: Kanzlerbungalow, Möhnetalsperre, Villa Hügel und Nürburgring.

Ausstrahlungstermine der elfteiligen Dokumentationsreihe im WDR:
  • „Geheimnis Zeche Zollverein“: 23. Januar 2015
  • „Geheimnis Kanzlerbungalow“: 30. Januar 2015
  • „Geheimnis Kölner Hauptbahnhof“: 6. Februar 2015
  • „Geheimnis Möhnetalsperre“: 20. Februar 2015
  • „Geheimnis Teutoburger Wald“: 27. Februar 2015
  • „Geheimnis Villa Hügel“: 13. März 2015
  • „Geheimnis Duisburger Hafen“: 20. März 2015
  • „Geheimnis Petersberg“: 27. März 2015
  • „Geheimnis Nürburgring“: 10. April 2015
  • „Geheimnis Burg Vogelsang“: 17. April 2015
  • „Geheimnis Regierungsbunker“: 24. April 2015

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