Freitag, 7. November 2014

„Neue Horizonte – Auf den Spuren der Zeit“

RVR eröffnet interaktive Ausstellung rund um Zeit, Energie und Himmelskörper

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat im Gebäude der Lohn- und Lichthalle der ehe­maligen Zeche Ewald in Herten die neue Dauerausstellung „Neue Horizonte – Auf den Spuren der Zeit“ installiert. Eingebettet in einen dreigeschossigen Ausstellungskubus werden 25 Mitmach-Exponate und zahlreiche Schautafeln sprichwörtlich neue Horizonte aufzeigen, von den Tiefen der Stein­kohle hinauf zu den unendlichen Weiten des Alls und der Beobachtung der Himmels­zyklen. Auf einer interaktiven Entdeckungsreise können Groß und Klein unter anderem erfahren, was die Astronomie mit der Steinkohle verbindet. Die Besucher blicken ins Innere der Erde und entdecken die Zyklen des Himmels.

Lohn- und Lichthalle der ehe­maligen Zeche Ewald

Auf insgesamt 300 Quadratmeter Fläche sind die astronomischen Grundlagen und die kulturgeschichtliche Bedeutung der Astronomie und Zeitbestimmung interaktiv aufbereitet. Die Ausstellung verdeutlicht, wie die Halde Hoheward durch die Horizontastronomie eine neue Bedeutung als Standort für Himmelsbeobachtungen bekommen hat.

Im Erdgeschoss des Holzkubus dreht sich alles um Zeit, Kohle, Bergbau, Energie und Haldenimpressionen. Ausstellungsstationen wie Steinkohlenküche, Kohleofen, Lore, Solarzelle, Windrad oder Horizontfernrohre mit Videostationen zu den Highlights des Emscher Landschaftsparks sollen die Themen veranschaulichen und zum Ausprobieren animieren. In der Steinkohlenküche lässt sich beispielsweise spielerisch nachvollziehen, wie die Steinkohle aus verschiedenen „Zutaten“ über erdgeschichtliche Zeiträume bei hohem Druck und bei hoher Temperatur im Erdinneren entstanden ist.

Die Entstehung von Tag und Nacht sowie die Zeitzonen werden anhand eines beleuchteten Erdglobus und vieler Uhren mit unterschiedlichen Zonenzeiten dargestellt. Kulturgeschichtliche Grundlagen der Horizontastronomie können Besucher einem „alten“ Buch bzw. einer Replik der Himmelsscheibe von Nebra entnehmen.

Lohn- und Lichthalle der ehe­maligen Zeche Ewald

Die erste Etage der Ausstellung widmet sich den astronomischen Grundlagen der Himmelskörper, Sonne, Mond und Erde. Mit diesen Hintergrundinformationen über die Bewegungen der Himmelskörper und einem drehbaren Globus lassen sich Tag, Monat und Jahr bestimmen. Zudem spielt auch das Thema Anziehungskräfte auf anderen Planeten eine große Rolle. Mit Hilfe einer Cola-Dose können Besucher ausprobieren, was die Büchse auf anderen Himmelskörpern wiegen würde. Die Entstehung der Mondphasen wird durch ein drehbares Mond-Modell veranschaulicht.

Die obere Etage steht ganz im Zeichen der Halde Hoheward mit den zwei astronomischen Plateaus. Das Horizontobservatorium und die überdimensionale Sonnenuhr werden in ihrer Funktion erklärt. Bei der Sonnenuhr lassen sich Tageszeit und Datum anhand des Schattens der Obeliskenkugel in Bezug zum Linienraster und beim Horizontobservatorium anhand der Position der Sonne in Bezug zu den Bögen und Peilmarken bestimmen. Die einzelnen Ausstellungsebenen können zu Fuß bzw. mit dem Lift im Inneren des Kubus erreicht werden.

Impressionen vom Ausstellungskubus. Foto: RVR/Schejok

Die Ausstellung wurde nach dem Entwurf des niederländischen Ausstellungsmachers Marcel Wouters erstellt. Sein Modell konnte in einem Ausschreibungswettbewerb die Beteiligten überzeugen, indem er Industriekultur auf spannende Weise mit einer modernen Kunstinstallation verbunden hat. Dr. Burkard Steinrücken und Thomas Morawe von der Westfälischen Volkssternwarte und Planetarium Recklinghausen standen dem Ausstellungsmacher beratend zur Seite. Die Kosten für Planung und Ausführung beliefen sich auf 500.000 Euro. Das Projekt konnte im Rahmen von INTERREG IVB zu 50 % durch die EU gefördert werden. Die andere Hälfte der Kosten hat der Regionalverband Ruhr übernommen.

Der Holzkubus hat eine Ausstellungsfläche von 300 Quadratmeter auf insgesamt drei Ebenen. Foto: RVR/Schejok

Leider konnte ich mir heute kein eigenes Bild von den interaktiven Exponaten machen, offensichtlich habe ich die Meldung, der RVR habe die Ausstellung eröffnet, dahingehend falsch verstanden, sie sei heute für die Öffentlichkeit zugänglich. Dies war nämlich nicht der Fall.

Die interaktive Ausstellung „Neue Horizonte – Auf den Spuren der Zeit“ am Besucherzentrum Hoheward in der Lohn- und Lichthalle der ehe­maligen Zeche Ewald in Herten wird dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, der Eintritt beträgt für Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Keine Kommentare: