Freitag, 31. Oktober 2014

„1914 – Mitten in Europa“ – eine Bilanz

Größte Ausstellung in Deutschland zum Ersten Weltkrieg endete am 26. Oktober 2014

Am Sonntag, den 26. Oktober 2014, endete die große Publikumsausstellung „1914 – Mitten in Europa“ des LVR-Industriemuseums und des Ruhr Museums in der spektakulären Mischanlage der Kokerei Zollverein. „1914 – Mitten in Europa“ war nicht nur die deutschlandweit größte Ausstellung zum Gedenkjahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, sondern auch eine der erfolgreichsten Ausstellungen, die je auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zu sehen waren. 75.000 Besucherinnen und Besucher, 2.000 verkaufte Kataloge, 9.300 genutzte Audioguides und über 1.500 gebuchte Führungen – so lautet die Bilanz. Die Gäste kamen dabei nicht nur aus der Metropole Ruhr, sondern aus der ganzen Bundesrepublik. Sogar Besucher aus den Niederlanden, Großbritannien, Spanien und Frankreich kamen nach Essen, um einen Eindruck von der Rhein-Ruhr-Region vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg zu erhalten.

Waffenschrott des französischen Kampfmittelräumdienstes, 1914 – 1918, Gedenktafeln des Bildhauers Joseph Enseling für die im Ersten Weltkrieg gefallenen 2841 Werksangehörigen der Gussstahlfabrik Fried. Krupp AG, 1926

Gut gebuchte Gruppenführungen
Zahlreiche Busreisende, Vereine und Volkshochschulen nutzten „1914 – Mitten in Europa“, um sich ein Bild des Aufbruchs in die Moderne in der Rhein-Ruhr-Region zu machen. Insgesamt haben über 1.500 Besuchergruppen eine Führung durch die Ausstellung in der Mischanlage gebucht. Besonders viele Besuchergruppen kamen dabei aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Auch als Bildungsangebot war die Ausstellung auf dem UNESCO-Welterbe stark gefragt. Über 900 Schulgruppen haben seit Beginn der Ausstellung am 29. April 2014 Führungen durch die Ausstellung besucht.

Große Nachfrage bei den Veranstaltungen
Enormen Zuspruch fanden die öffentlichen Vorträge und Filmvorführungen zum Thema Erster Weltkrieg, die das LVR-Industriemuseum und das Ruhr Museum begleitend zur Ausstellung ausrichteten. Ein interessantes Angebot waren auch die Exkursionen. Sie führten die Teilnehmenden nicht nur durch die Rhein-Ruhr-Region, sondern auch an die ehemalige Westfront – nach Belgien und Frankreich. Ein weiteres Highlight waren die umfangreichen Theateraufführungen und Konzerte. Von einer Theatercollage in Bewegung auf der Kokerei über das Figurentheater „The Great War“ hin zu den Kino-Konzerten „Schlagende Wetter“ und „Metropolis“ konnten Interessierte den Ersten Weltkrieg auch aus anderen und ungewöhnlichen Perspektiven neu entdecken.

„14/18 – Die Welt in Brand. Theatercollage in Bewegung“

Highlight im Verbundprojekt
Die Ausstellung in der Mischanlage der Kokerei Zollverein in Essen war Leitausstellung des großen Verbundprojektes „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“, mit dem der Landschaftsverband Rheinland mit insgesamt 14 Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen an den Beginn des Ersten Weltkrieges erinnert. Auch die anderen Ausstellungen im Rahmen dieses Verbundes fanden große Resonanz bei den Gästen: Die Ausstellung „An den Grenzen des Reiches. Ausgrabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten Weltkrieges“ im LVR-RömerMuseum Xanten zählte knapp 40.000 Interessierte.

„An den Grenzen des Reiches“ im LVR-RömerMuseum, „Antike wird dokumentiert“

Nach Ende der Essener Ausstellung präsentiert das LVR-Verbundprojekt 2014 noch zwei weitere spannende Themen: Am 26. Oktober 2014 eröffnete im Preußen Museum Wesel die faszinierende Ausstellung „Playing Lawrence on the other side“ zur Geschichte der osmanisch-deutschen Beziehungen im Ersten Weltkrieg. Die Geschichte des preußischen Hauptmanns Klein und seines Regiments im Orient schildert die Begegnung zweier Kulturen vor dem Hintergrund der weltpolitischen Ereignisse. Vom 22. November 2104 bis zum 19. April 2015 schließlich präsentieren das Kölnische Stadtmuseum, das Museum für Angewandte Kunst Köln und die Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln gemeinsam die große Schau „Köln 1914. Metropole im Westen“. Seit den 1880er Jahren hatte sich Köln zu einer modernen, kulturell vibrierenden Großstadt entwickelt. Der Erste Weltkrieg veränderte jedoch in kürzester Zeit den Alltag. Wie in kaum einer anderen Stadt stießen in Köln die Grundwidersprüche der Epoche – „Aggression“ und „Avantgarde“ – aufeinander.

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