Freitag, 5. September 2014

Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg Ruhr vorgestellt

Erster regional bedeutsamer Radschnellweg in Deutschland soll bis 2020 realisiert werden

Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR), und Martin Tönnes, Bereichsleiter Planung des RVR, haben am 4. September 2014 die zentralen Ergebnisse des Projekts „Machbarkeitsstudie Radschnellweg Ruhr“ in Essen vorgestellt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans in Höhe von 370.000 €.

Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Erfreulicherweise wächst der Radverkehr in Deutschland. Wir möchten den Anteil und die Bedeutung dieses gesunden und umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels weiter erhöhen. Dafür tun wir als Bund eine ganze Menge. Unter anderem fördern wir innovative Modellprojekte. Die heute vorgestellte Machbarkeitsstudie „Radschnellweg Ruhr“ leistet einen wertvollen Beitrag zur Radverkehrsförderung und wird auch in anderen Regionen große Aufmerksamkeit finden. Radschnellwege bieten die Chance, dass der Radverkehr gerade für Pendler noch attraktiver wird. Sie machen das Radfahren auf längeren Distanzen schnell und komfortabel. Damit können Staus reduziert, der Öffentliche Personennahverkehr entlastet und – nicht zu vergessen – die Gesundheit gefördert werden.“

Ehemalige Güterbahntrasse der Rheinischen Bahn, Reiterstellwerk Eno (Essen Nord Ost), 1920 errichtet

Der rund 100 km lange Radschnellweg Ruhr soll u. a. die Städte Duisburg, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund und Hamm miteinander verbinden. Die vorliegende Machbarkeitsstudie kann nun in Zusammenarbeit mit den zehn beteiligten Städten und dem Kreis Unna als planerische Grundlage für den Radschnellweg Ruhr genutzt werden. Der Radschnellweg wäre der erste regional bedeutsame Radschnellweg in Deutschland.

Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin: „Der Radschnellweg Ruhr ist ein Projekt, das die Metropole Ruhr in die Zukunft der Nahmobilität trägt. Er ist ein innovativer Baustein für die täglichen Herausforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in Ballungsräumen und besitzt daher Pilotcharakter mit bundesweiter Strahlkraft. Die nun vorliegende Studie zeigt konkrete Lösungen auf, wie aus der visionären Projektidee Realität werden kann.“

Ehemalige Güterbahntrasse der Rheinischen Bahn

Martin Tönnes, RVR-Bereichsleiter Planung, ergänzt: „Die gesamte Region zählt zu den Gewinnern dieser faszinierenden Idee. Mit dem Radschnellweg werden täglich bis zu 50.000 Autos weniger die Straßen in der Region belasten. Das bedeutet: Weniger Lärm, weniger Schadstoffe in der Luft und mehr Gesundheit. Mit dem Zukunftspotential durch die stetig steigende Nachfrage nach Elektrorädern lassen sich auf dem RS1 künftig längere Strecken leichter, sicherer und mit elektromobiler Unterstützung vor allem schneller zurücklegen.“

In der Machbarkeitsstudie sind Investitionen in Höhe von 183,7 Millionen Euro für die Realisierung des Radschnellwegs Ruhr ausgewiesen. In einem nächsten Schritt, so die Empfehlung in der Studie, sollen der Bund, das Land, die Kommunen und der RVR gemeinsam Finanzierungsmöglichkeiten anhand bestehender Fördertöpfe oder noch zu entwickelnder Fördertatbestände bundes-, landes- sowie ressortübergreifend erarbeiten. Dies ist unverzichtbare Voraussetzung für das ambitionierte Ziel der Realisierung bis 2020 – pünktlich zum hundertjährigen Bestehen des RVR.

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