Donnerstag, 14. August 2014

Ruhrtriennale 2014: „Melt“

Interaktive Installation von cantoni crescenti im Landschaftspark Duisburg-Nord

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

Das Künstlerduo cantoni crescenti aus São Paulo arbeitet seit 2005 zusammen. In ihren Arbeiten experimentieren die beiden Künstler Rejane Cantoni und Leonardo Crescenti mit taktilen, audio-visuellen Schnittstellen, die es den Besuchern ermöglichen, Daten, virtuelle, abseitige oder ferne wie hybride Umgebungen zu erkunden. Für die Ruhrtriennale 2014 haben sie die 70 Meter lange begehbare Installation „Melt“ aus 50 polierten Aluminiumplatten unter den stillgelegten Hochöfen 1 und 2 im Landschaftspark Duisburg-Nord geschaffen, die aneinandergereiht von 1.800 Stahlfedern getragen werden. Werden die Aluminiumplatten von den Besuchern betreten, so neigen sich diese je nach eingeschlagener Richtung, Trittstärke und Körpergewicht und versetzen die gesamte Struktur in Bewegung. Ob dies nun Kunst ist oder schlicht und ergreifend die Änderung der Bewegungsgrößen (Ort, Geschwindigkeit und Beschleunigung) unter Einwirkung von Kräften im Raum, möge jeder für sich entscheiden. Für manchen stellt Physik ja bereits eine „hohe Kunst“ dar. Aufgrund der polierten Oberfläche soll sich die Industriearchitektur des ehemaligen Hüttenwerks an den Aluminiumplatten spiegeln. Das funktioniert natürlich nicht, wenn die Platten mit Staub oder Wassertropfen bedeckt sind, wer kennt nicht den beschlagenen Spiegel nach dem Duschen, in dem man sich ebenfalls nicht erkennen kann.

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ kann vom 15. August bis 28. September 2014 täglich bei freiem Eintritt besucht werden.

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014


Freitag, 15. August 2014

Rejane Cantoni und Leonardo Crescenti

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

Pünktlich zur Eröffnung der Ruhrtriennale 2014 an der interaktiven Installation „Melt“ fing es an, wie aus Kübeln zu schütten, so dass die Szenerie doch sehr stark an die letztjähre Installation „Tower/Instant Structure for Schacht XII“ erinnerte.

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014 (Hommage an „Tower/Instant Structure for Schacht XII“)

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

„Melt“ von cantoni crescenti, 2014

Landschaftpark Duisburg-Nord

Landschaftpark Duisburg-Nord

Abschließend an dieser Stelle der Hinweis auf die Produktion „Le Sacre du Printemps“ der Ruhrtriennale in der Gebläsehalle, eine Choreografie für 40 Maschinen mit Musik von Igor Strawinsky nach einem Konzept und in der Inszenierung von Romeo Castellucci. „Le Sacre du Printemps. Tableaux de la Russie païenne en deux parties“ kam am 29. Mai 1913 im Théâtre des Champs-Élysées in Paris zur Uraufführung, das Ballett beschreibt ein Frühlingsopfer im heidnischen Russland, bei der Uraufführung sorgte es für ablehnende Tumulte im Publikum. Romeo Castellucci hat Igor Strawinskys Komposition in eine Choreografie aus Knochenstaub übersetzt, er nimmt mit dem Material, das in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt wird, Bezug auf die Motive Opferung und Fruchtbarkeit und stellt mit seiner radikalen Lesart die Frage, ob dieses musikalisch-choreografische Werk noch getanzt werden kann. Aufführungstermine vom 16. bis 24. August 2014.

Vorbereitungen zu „Le Sacre du Printemps“ in der Gebläsehalle

Kommentare:

Alinou hat gesagt…

Ich benötige für eine wissenschaftliche Arbeit (nicht zur Veröffentlichung) über die Ruhrtriennale ein Foto von der Castellucci-Aufführung, die sowohl Bühne als auch Zuschauerraum zeigt. Ich würde das Foto gern unter Angabe des Copyrights in der Arbeit verwenden.

Detlef hat gesagt…

Das hier gezeigte Foto ist allerdings nicht bei einer Aufführung von „Le Sacre du Printemps“ entstanden, sondern während der Pressebereisung der Installationen, bei der uns lediglich die Vorbereitungen zu der Aufführung vorgestellt wurden. Da ich selbst keine Aufführung gesehen habe, kann ich Ihnen leider nicht sagen, wie es tatsächlich bei der Aufführung ausgesehen hat.
Sie können es aber gern in Ihrer Arbeit verwenden, sofern es dennoch Ihren Intentionen genügt.