Samstag, 28. Juni 2014

„Somewhere over the Rainbow“

„Somewhere over the Rainbow“ – Der Rock-Pop-Soul-Abend der Folkwang Universität der Künste; Songs aus Jazz, Pop und Soul mit Studierenden der Studiengänge Musical und Jazz; Mitwirkende: Studiengang Musical, 4. Jahrgang: Tim Al-Windawe, Jan Nicolas Bastel, Yvonne Natalie Forster, Inga Krischke, Vera Anna Marie Weichel, Richard-Salvador Wolff; 3. Jahrgang: Hermann Bedke, Catherine Chikosi, Merlin Fargel, Hanna Mall, Alexander Sasanowitsch, Anna Winter; 2. Jahrgang: Alina Grzeschik, Florentine Kühne, Eva Löser, Karen Müller, Philipp Nowicki, Jan Rogler; 1. Jahrgang: Anneke Brunekreeft, Renè Dalla Costa, Lina Gerlitz, Elias Krischke, Marvin Schütt, Sarah Wilken. Gitarre: Robert Gumpert, Keyboards: Christian Samosny, Bass: Gabor Bodolay, Schlagzeug: Alex Weinstein, Trompete: Stephan Gerhartz, Reeds: Sebastian Gerhartz, Nico Zöller, Posaune: Max Wehner; Einstudierung der Chöre: Prof. Michael David Mills, Prof. Patricia M. Martin; Musikalische Leitung: Jürgen Grimm. 9. Mai 2014, Folkwang Universität der Künste, Folkwang Theaterzentrum, Bochum. 16. Mai 2014, Zeche Bergmannsglück, Gelsenkirchen-Buer. 27. Juni 2014, Theater Oberhausen.



„Somewhere over the Rainbow“


Der Rock-Pop-Soul-Abend der Folkwang Universität der Künste


Bei der Musical-Combo handelt es sich um ein regelmäßiges Projekt des Studiengangs Musical, das die in den einzelnen Fächern erlernten Fähigkeiten zusammenführen und dem Publikum präsentieren soll. Es ist Teil des Studienplans und auch der Abschlussprüfung im Studiengang Musical. Musical-Combo bedeutet, dass Sänger auf eine Combo aus Musikern treffen, die im Studiengang Jazz studieren. Die angehenden Bühnendarsteller lernen in diesem Projekt, Songs mit schauspielerischen und choreographischen Elementen auf der Bühne zu präsentieren. Die Arbeit im Tonstudio gehört ebenfalls zum Lernziel der Lehrveranstaltung. Aus der Bro­schü­re zum zwanzigjährigen Bestehen des Studiengangs Musical an der Folkwang Hochschule erfährt man, dass dieses Projekt aus anfänglichen Jamsessions entstanden ist, die sich ergeben haben, da der Hauptprobenraum der Jazzabteilung unter den ersten Unterrichtsräumen des Studiengangs Musicals untergebracht war. Auch im Studiengang Jazz ist die Zusammenarbeit mit dem Studiengang Musical ein fester Bestandteil im Ausbildungsprofil. Die öffentlichen Konzerte erfreuen sich beim Publikum größter Beliebtheit, zumindest ist dies am Standort Essen-Werden so, bis nach Bochum und Gelsenkirchen muss es sich wohl erst noch herumsprechen. Im Rahmen der Eröffnung des Folkwang Theaterzentrums, dem neuen Standort der Folkwang Universität der Künste in Bochum, wurde bereits eine knapp einstündige „Kurzversion“ der Musical-Combo in der Black Box präsentiert, und bei den „Bergmannsglücker Festspieltagen“ gab es auf Zeche Bergmannsglück in Gelsenkirchen-Buer ein Freiluftkonzert – ohne den Chor des Studiengangs Musical.

Der Abend stand in diesem Jahr unter dem Motto „Somewhere over the Rainbow“, angelehnt an den Song „Over the Rainbow“ von Harold Arlen (Musik) und Edgar „Yip“ Harburg (Text). Ursprünglich für die Verfilmung des Romans „Der Zauberer von Oz“ geschrieben und von der jungen Judy Garland gesungen, gab es bereits wenige Tage nach der Filmpremiere drei Coverversionen des 1940 mit dem Academy Award for Best Music, Original Song ausgezeichneten Songs auf dem Markt, heute mögen es womöglich mehr als 100 sein, die Version von Israel Kamakawiwoʻole im Medley mit „What a Wonderful World“ kennt wahrscheinlich jeder. Langer Rede, kurzer Sinn: Der Song „Over the Rainbow“ wurde nur bei den „Bergmannsglücker Festspieltagen“ von Richard-Salvador Wolff präsentiert. Im Theater Oberhausen waren an diesem Abend insgesamt 19 Songs aus dem Bereich Rock, Pop, Soul, Jazz und Musical mit einer ausgewogenen Mischung von eher ruhigeren Arrangements und rockigen Songs zu hören. Alle Interpreten wussten auf ihre Art das Publikum im sehr gut besuchten Auditorium zu begeistern, wobei die Sänger für mein Empfinden teilweise etwas zu leise abgemischt waren, oder die Instrumente zu laut, je nach Sichtweise. Nach dem mit 40 Minuten wie immer viel zu kurzem ersten Teil ging die Beleuchtung im Saal an, doch dem Publikum war offensichtlich noch gar nicht nach Pause, denn es blieb noch ungewöhnlich lange perplex auf seinen Plätzen sitzen.

Von diversen Gästen an diesem Abend angefragt und von einigen wohl auch vermisst wurde ein Programmzettel, aus dem zumindest die Namen der Interpreten auf der Bühne hervorgegangen wären, aber den hatte offensichtlich niemand vorbereitet. Daher hier noch zum Nachlesen das vollständige Programm des Abends.

Setlist des ersten Teils:
  • Yvonne Natalie Forster: „That man“ von Caroline Esmeralda van der Leeuw („Caro Emerald“) aus ihrem Debütalbum „Deleted Scenes from the Cutting Room Floor“
  • Anna Winter: „No Souvenirs“ von Melissa Etheridge aus ihrem zweiten Album „Brave and Crazy“
  • Jan Nicolas Bastel: „The A Team“ von Ed Sheeran aus seinem Debüt-Album „+“
  • Tim Al-Windawe: „Feeling Good“ von Leslie Bricusse und Anthony Newley aus dem Musical „The Roar of the Greasepaint – The Smell of the Crowd“, 2005 von Michael Bublé gecovert
  • Vera Anna Marie Weichel: „Save me from myself“ von Christina Aguilera aus dem Album „Back to Basics“
  • Hermann Bedke: „Дива“ („Diva“) von Henrik Zvi „Svika“ Pick, im Hebräischen Original Sieger beim 43. Eurovision Song Contest 1998
  • Hanna Mall und Tim Al-Windawe: „Vivo per lei“ von Gatto Panceri und Valerio Zelli
  • Alexander Sasanowitsch: „You know my name“ von Chris Cornell und David Arnold, Titelsong des James-Bond-Films „Casino Royale“
Chor des Studiengangs Musical bei der Eröffnung des Folkwang Theaterzentrums

Zu Beginn des zweiten Teils präsentierte der Chor des Studiengangs Musical unter der Leitung von Prof. Michael David Mills „Hear my Song“ von Robert Jason Brown aus seinem Liederzyklus „Songs for a new World“ und „It´s a quiet thing“ von John Kander und Fred Ebb aus dem Musical „Flora the Red Menace“, lediglich von Michael Mills am Klavier begleitet. Die übrigen Titel wurden solistisch von den Studierenden des dritten und vierten Jahrgangs vorgetragen, unterstützt von den KommilitonInnen mit Background-Chören. Dagegen konnte Catherine Chikosi auch mit tänzerischer Unterstützung von Eva Löser und Vera Anna Marie Weichel bei ihrem eigenen Song „Missing you“ beim Publikum punkten. Und Vera Anna Marie Weichel ließ es zu ihrem eigenen Song „Never coming back“ als Rockerbraut auf ihrer E-Gitarre mal wieder so richtig „krachen“. Nachdem es zum Abschluss des viel zu kurzen Konzerts bei dem von Inga Krischke performten „Car Wash“ noch einmal richtig „heiß“ hergegangen war, hatten Hermann Bedke, Merlin Fargel und Alexander Sasanowitsch als Zugabe noch „I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me)“ vorbereitet, mit Tanzeinlage à la Tony Manero, wobei die übrigen KommilitonInnen allesamt den Background-Chor bildeten.

Setlist des zweiten Teils:
  • Chor des Studiengangs Musical, 1. und 2. Jahrgang: „Hear my Song“ von Robert Jason Brown aus dem Liederzyklus „Songs for a new World“
  • Chor des Studiengangs Musical, 1. und 2. Jahrgang: „It´s a quiet thing“ von John Kander und Fred Ebb aus dem Musical „Flora the Red Menace“
  • Merlin Fargel: „Delilah“ von Les Reed (Musik) und Barry Mason (Text) aus dem gleichnamigen Album von Tom Jones
  • Inga Krischke: „Goodnight“ von Scott Alan
  • Vera Anna Marie Weichel: „Never coming back“ von Vera Anna Marie Weichel
  • Jan Nicolas Bastel: „Otherside“ von den Red Hot Chili Peppers aus dem Album „Californication“
  • Yvonne Natalie Forster: „Wreck of the Day“ von Anna Nalick aus ihrem gleichnamigen Debüt-Album
  • Catherine Chikosi: „Missing you“ von Catherine Chikosi, Tanz: Eva Löser und Vera Anna Marie Weichel
  • Tim Al-Windawe: „I Just Call You Mine“ von Jess Cates, Ty Lacy und Dennis Matkosky aus dem Album „Shine“ von Martina McBride
  • Inga Krischke: „Car Wash“ von Rose Royce
  • Zugabe: Hermann Bedke, Merlin Fargel, Alexander Sasanowitsch: „I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me)“ von George Merrill und Shannon Rubicam („Boy Meets Girl“) aus dem Album „Whitney“ von Whitney Houston
Nach der letzten Vorstellung von „Into the Woods“ am 22. Juni 2014 war „Somewhere over the Rainbow“ der letzte Auftritt der Studierenden der Folkwang Universität der Künste am Theater Oberhausen in der Spielzeit 2013/14. Wenngleich Jürgen Grimm als Musikalischer Leiter zu guter Letzt eine Fortsetzung der mit zwei Auftritten der Musical-Combo am Theater Oberhausen begonnenen „Tradition“ andeutete, fest steht bisher lediglich, dass „City of Angels“ als Abschlussproduktion des Studiengangs Musical im Mai 2015 am Theater im Rathaus Essen zu sehen sein wird, wiederum als Kooperation mit der Konzertdirektion Landgraf.

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