Sonntag, 29. Juni 2014

ExtraSchicht 2014 – Die Nacht der Industriekultur

„Zuhause in Europa“

Bereits zum vierzehnten Mal veranstaltete die Ruhr Tourismus GmbH am 28. Juni 2014 die ExtraSchicht, seit der Premiere am 26./27. Mai 2001 werden bei der „Nacht der Industriekultur“ ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur geschickt in Szene gesetzt, womit das Festival den Wandel von der Schwerindustrie zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion verdeutlicht. 2014 haben am 28./29. Juli zwischen 18 und 2 Uhr morgens diesmal insgesamt 48 Spielorte in 20 Städten zur Entdeckungsreise durch die Region eingeladen, die mit rund 500 Events von mehr als 2.000 Künstlern bespielt wurden. „200.000 Besucher werden sich in dieser Nacht von 18 bis 2 Uhr auf den Weg zu ihrer ganz individuellen ExtraSchicht machen“, so hatte es der Veranstalter im Vorfeld nach über 200.000 Besuchern bei der ExtraSchicht 2013 erwartet. Tatsächlich sollen in diesem Jahr – ebenfalls nach Angaben des Veranstalters – knapp 150.000 Besucher dem Regen getrotzt haben. Dies entspräche einem Besucherrückgang von über 25% gegenüber dem Vorjahr, wobei 2013 bereits ein Besucherrückgang von 13% gegenüber 2012 zu verzeichnen war. Ganz sicher wird das regnerische Wetter viele Gäste von einem spontanen Besuch der ExtraSchicht abgehalten haben, dennoch sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache.

Zeche Waltrop, Magazingebäude

Auf der Zeche Waltrop erwarteten die Besucher unter dem Motto „Zeche Waltrop bewegt“ bewegende Momente für alle Sinne. Beinahe 200 Tänzerinnen und Tänzer aus ganz NRW sollten beim Tanzforum im Außenbereich von 18 bis 23 Uhr mit abwechslungsreichen Performances aus Hip-Hop, Jazzdance, Showtanz, Oriental, Gothic, Cheerdance und Modern Dance alles auf die Bühne bringen, was Tanz und Bewegung ausmachen. Dass Tanz und eine nasse Bühne im Außenbereich nicht gut zueinander passen, ist leicht nachzuvollziehen, daher hatte man sich entschlossen, das Tanzforum in die HASE BIKES-Produktionshalle zu verlagern. Die BMX-Show „Flying Bikes“ schien dem Regen allerdings gänzlich zum Opfer gefallen zu sein, was verständlich ist, denn rutschige Rampen bergen eben ein hohes Unfallrisiko.

Zeche Waltrop, Dreherei und Schlosserei

Zeche Waltrop, Schwarz-Weißkaue und Magazingebäude

Das Künstlerpaar Nowodworski zeigte zur ExtraSchicht in der Zentralmaschinenhalle bewegliche Skulpturen und Objekte, die aus Kompositionen unterschiedlicher, alltäglicher Materialien bestehen. Frauke und Dietmar Nowodworski (arthaus:nowodworski, Unna) benutzen bei „material in motion“ Kinetic Art als Mittel der Kommunikation zwischen Betrachter und Kunst, indem sie eine Liäson zwischen alten und modernen Materialien und gleichzeitiger Bewegung kreieren. Mit Witz, Lebensfreude, Ironie und Poesie fordern die Künstler zum Hinschauen auf.

„material in motion“ in der Zentralmaschinenhalle: „Kamera inkognita“, arthaus:nowodworski

Zeche Waltrop, Holzskulpturen von Manfred Weinreich in der Maschinenhalle I/II

In der Fördermaschinenhalle begegneten sich die vielschichte Malerei des Leipzigers Jürgen Noltensmeier (* 1967 in Kalletal/Lippe) mit den hintergründigen Illustrationen des Waltroper Absolventen der Münsteraner Fachhochschule für Design Andreas Derebucha und den kraftvollen Holzskulpturen des Müncheners Manfred Weinreich (* 1961 in Augsburg).

Zeche Waltrop, Holzskulpturen von Manfred Weinreich in der Maschinenhalle I/II

Zeche Waltrop, Maschinenhalle I/II, Detail der Zwillingstandem-Dampffördermaschine für Schacht I, Hersteller Eisenhütte Prinz Rudolph, Dülmen, 1906

„Kunst-Werkstatt“

„Kunst-Werkstatt“

Zeche Waltrop, Innenansicht des von HASE BIKES als Produktionshalle genutzten Magazingebäudes

„WildCats“, Tanzperformance im Magazingebäude

„Tanz Kreativ – In the Dark“, Licht-Performance im Magazingebäude

Feuerwerk über der Halde Brockenscheidt

Für 23 Uhr war das musikbegleitete Feuerwerk mit Lichtperformance und Moves angekündigt, glücklicherweise hatte der Regen zu dem Zeitpunkt nachgelassen, denn gegen 23.15 Uhr ließ der Veranstalter wissen, dass eine Funkstrecke nicht funktioniere und dementsprechende Kabel auf die Halde Brockenscheidt verlegt werden müssen, um das Feuerwerk zünden zu können. Daher dauerte es auch noch eine Weile, bis schließlich Radfahrer auf Liegerädern mit bengalischen Feuern die Halde Brockenscheidt heruntergefahren kamen und damit den Beginn des musikbegleiteten Feuerwerks markierten.

Feuerwerk über der Halde Brockenscheidt

Feuerwerk über der Halde Brockenscheidt

Feuershow: „Galathea mit den Schellen“

Zeche Waltrop, Maschinenhalle I/II und Magazingebäude

Damit war der größte Teil meiner persönlichen ExtraSchicht auch schon vorbei, denn an fast allen Spielorten beginnen die Highlights bereits vor Mitternacht, so dass sich auf dem Heimweg durch die regnerische Nacht nur noch ein kurzer Halt bei der Zeche Hannover und am Deutschen Bergbau-Museum in Bochum anbot, bevor auch die 14. ExtraSchicht 2014 bereits wieder Geschichte war.

Zeche Hannover

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Deutsches Bergbau-Museum Bochum: „Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“

Nach der ExtraSchicht ist vor der ExtraSchicht, und deshalb sucht die Ruhr Tourismus GmbH die besten Fotos der ExtraSchicht 2014 mit einem Fotowettbewerb auf www.extraschicht.de/fotowettbewerb. Jeder kann zwei Fotos hochladen und gewinnen. Zwei Wochen lang kann man selbst, aber vor allem auch Freunde, Verwandte, Mitschüler, Kollegen, Nachbarn, Fans und jeder, dem die Fotos gefallen, für die Fotos voten – maximal einmal pro Tag darf jeder seine Stimme abgeben. Am Ende werden die drei Gewinnerfotos mit jeweils 300 Euro für den ersten, 200 Euro für den zweiten und 100 Euro für den dritten Platz ausgezeichnet. Die Gewinner-Fotos erscheinen dann auf der Website und in Print-Medien der Ruhr Tourismus GmbH und machen Lust auf die nächste ExtraSchicht am 20. Juni 2015.

Waren Sie selbst bei der ExtraSchicht 2014? Wie hat Ihnen die Veranstaltung gefallen?

Kommentare:

Samara Blue hat gesagt…

Lieber Detlef
das ist ein sehr schöner Artikel mit tollen Fotos. Gibt es auch von den anderen Tanz acts Fotos? Würde mich über eine kurze Info freuen.
Samara Blue

Detlef hat gesagt…

Da muss ich Sie leider enttäuschen, aber ich kann natürlich nur für mich sprechen. Es haben ja noch mehr Leute Fotos gemacht, vielleicht taucht ja noch das ein oder andere im Netz auf.