Samstag, 14. Juni 2014

B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße 2014

Ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt entlang der A40 von Duisburg bis Dortmund

„…flieg Vogel, flieg…“ von Christine und Irene Hohenbüchler

B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße 2014, kuratiert von Projektautor Markus Ambach, lädt nach ihrem vielbeachteten Auftakt im Jahr 2010 vom 14. Juni bis 7. September 2014 dazu ein, die Erzählung der „großen Straße“ weiterzudenken und mitzuschreiben – als die Geschichte einer Region, die sich tagtäglich neu erfindet. Entlang der großen Straße A40 hat sich zwischen Duisburg und Dortmund ein eigenwilliger Stadtraum entwickelt, der das Ruhrgebiet wie kaum ein anderer Ort widerspiegelt. Dort, wo sich die B1 mit ungesehener Härte zur Autobahn auswuchs, ergeben sich schwierige Stadt- und Lebensräume, für die Planung und Politik kaum Lösungsvorschläge bereithalten. Doch durch das Verschmelzen der Ruhrstädte wird die A40 gleichzeitig zum „Boulevard“ der Kulturmetropole Ruhr, und die Anwohner finden ihre ganz eigenen Wege, die entstandenen Räume zu nutzen.

„Buggelkraxe“ von Gabriela Oberkofler

B1|A40 untersucht diesen Stadtraum seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 im interdisziplinären Dialog mit Künstlern, Planern, Architekten und Wissenschaftlern. Strategien individueller Raumaneignung, die kulturelle Heterogenität der Landschaft und der Erfindungsreichtum seiner Bewohner stehen dabei im Fokus des komplett im öffentlichen Raum verorteten Ausstellungsprojekts.

„Tor des Westens“ von KUNSTrePUBLIK

„Tor des Westens“ von KUNSTrePUBLIK

Markus Ambach, Projektautor und Kurator: „Wer im Zusammenhang mit der A40 von Schönheit spricht, erntet erst einmal ungläubige Blicke. Aber B1|A40 zeigt: in der Vielfalt der Umgebung, der widerständigen Eigensinnigkeit ihrer Bewohner und ihren erstaunlich einfallsreichen Strategien im Umgang mit diesem schwierigen Stadtraum steckt der einzigartige Charme dieses Stadtraumes.“

„Fixstern“ von Manuel Franke

„Fixstern“ von Manuel Franke

Fußballfassade

Im Jahr 2014 stehen neue Spielorte im Interesse der Künstlerinnen und Künstler. Das komplexe Gelände zwischen Autobahn, Bauernhof und U-Bahn im Umfeld der U18-Station „Eichbaum“ in Mülheim wird durch Christine und Irene Hohenbüchler, Martin Pfeifle, Gabriele Oberkofler und Volker Lang zur städtischen Bühne mit Konzerten, Theater und Performances, aber auch zum Forschungsterrain zur Geschichte des Zirkus und anderer Formen des Lebens mit und auf der Straße. Die kulturelle Schnittstelle zwischen Kirche, Bordell, BDSM-Studio und Tanzsportverein im Umfeld des Schlachthofs Bochum wird im Projekt von Elke Krasny, einer Ausstellung in der Autobahnkirche wie auch im Museum Berggate 69 als Ort sichtbar, der sich unbemerkt nahezu selbst entworfen hat. Ein zweiter Standort in Bochum ist aus 2010 bekannt. Dort wendet sich die Gruppe KUNSTrePUBLIK mit ihrem Waschportal Tor des Westens direkt an die fahrende Bevölkerung. In prekären Wohnlagen wie Essen-Frillendorf thematisieren Künstler wie Leni Hoffmann, Manuel Franke und Jakob Kolding die Autobahn als ein Stück eigenwilliger Heimat, während in Dortmund unter der Schnettkerbrücke im Umfeld zwischen malerischer Dorfidylle und Autobahn Künstler und Planer wie Christa Reicher, Christian Odzuck, Performace Electrics und John Miller die Landschaft als ihre eigene Rekonstruktion wiederentdecken. Bei einem erneuten Besuch des Autobahnkreuzes Kaiserberg mit Jeanne van Heeswijk, Michael Fehr und Danica Dakić zeigt sich der Ort als historisch gewachsene, autoproduktive Landschaft, in der Bewohner und Künstler im Schatten des größten Autobahnkreuzes der Region nach einer eigenständigen Zukunft suchen, die auch für andere komplexe Lebenssituationen in der Region neue Perspektiven aufzeigt.

„A False Mirror“ von John Miller

„POLYTOPOS DORTMUND*“ von Christian Odzuck

„POLYTOPOS DORTMUND*“ von Christian Odzuck

Schnettkerbrücke

Renaturierter Flußlauf der Emscher unter der Schnettkerbrücke

Rad- und Fußweg über die Schnettkerbrücke

Schnettkerbrücke, im Hintergrund der Aussichts- und Fernsehturm „Florian“ und der Signal Iduna Park

Ergänzt wird die Ausstellung durch Formate wie das Museum Berggate 69, die Wanderwege des Landschaftsparks B1|A40 und die Aktivitäten der Anwohner wie dem Heißener Hof, Delikatfisch Braun, der Siedlergemeinschaft Werthacker oder der Autobahnkirche Bochum.

„Offroad“ von Performance Electrics

„Offroad“ von Performance Electrics

Zahlreiche Programmpunkte werden die Ausstellung entlang der Autobahn begleiten. Neben den bewährten Bustouren, die die Besucher mit den Orten bekanntmachen, sind Konzerte an der U-Bahn, Vorträge im Zirkuszelt und unter der Brücke sowie viele weitere Veranstaltungen geplant.

Projektautor und Kurator Markus Ambach

B1|A40-Wurst

Alle Arbeiten der Ausstellung sollen heute ab 14 Uhr an den verschiedenen Orten zu sehen sein. Um 18 Uhr findet die Eröffnungsveranstaltung am U-Bhf „Eichbaum“ in Mülheim an der Ruhr statt

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