Samstag, 10. Mai 2014

Zeichen gegen das Vergessen vor dem Essener Grillo-Theater

Stolperstein für Volksschauspieler Otto Zedler

Im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2014 verlegte Gunter Demnig (* 27. Oktober 1947 in Berlin) am 8. Mai 2014 in Erinnerung an die 1936 im Rahmen der NS-Aktion gegen Homosexuelle verfolgten Mitglieder der Essener Bühnen vor dem Grillo-Theater einen Stolperstein für Volksschauspieler Otto Zedler (* 27. März 1899 in Potsdam; † 1. Mai 1978 in Teltow). Otto Zedler war von 1932 bis 1936 fest als Sänger am Schau­spiel­haus Essen engagiert, ab 1934 auch als Regisseur der Operette. Am 31. März 1936 wurde er als Homosexueller wegen Verstoßes gegen Paragraph 175 verhaftet und nach der Gründung der Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und der Abtreibung zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung erhielt er kein Engagement und dürfte auch aus der Reichstheaterkammer ausgeschlossen worden sein.

Stolpersteine vor dem Essener Grillo-Theater

Gunter Demnig ist durch die so genannten „Stolpersteine“ bekannt, die er für Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Nach den ersten illegal verlegten Stolpersteinen in der Oranienstraße in Berlin hat sich das Projekt seit 1997 mit über 46.000 Steinen (Stand März 2014) in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Slowenien, der Ukraine und Ungarn zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt. Für das Projekt wurde Gunter Demnig am 4. Oktober 2005 durch Bundespräsident Horst Köhler der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande verliehen.

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