Sonntag, 4. Mai 2014

Museumsfest im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg

Umfangreiches Programm am Aufzug für Schiffe

Schiffshebewerk Henrichenburg, Unterwasser

Das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg ist Teil des Schleusenparks Waltrop, der von vier Abstiegsbauwerken gebildet wird und am Rhein-Herne- und Dortmund-Ems-Kanal liegt. Das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg wurde als erstes Bauwerk seiner Art am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Mit seiner Hilfe konnten Schiffe mit bis zu 67 Metern Länge, 8,2 Metern Breite, 2 Metern Tiefgang und 800 Tonnen Gewicht mühelos einen Höhenunterschied von 14 Metern überwinden.

Pumpe der Maschinenfabrik Cyclop (Inhaber: Mehlis & Behrens) Berlin, Baujahr 1914, von einem 400 PS starken Elekromotor der Firma Siemens-Schuckert mit ca. 480 Umdrehungen pro Minute angetrieben

Es wurde 1970 endgültig stillgelegt und verfiel zunächst. 1979 beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das technische Denkmal als Standort des Westfälischen Industriemuseums (heute LWL-Industriemuseum) aufzubauen. Im ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus kann man den relativ kleinen Elektromotor mit Pumpe in Augenschein nehmen, der zum Betrieb des mit fünf Schwimmerschächten ausgestatteten Hebewerks benötigt wurde, um den Trog mit einem – nach dem Archimedischen Prinzip unabhängig vom Gewicht des in ihm befindlichen Schiffs – Gesamtgewicht von 3.100 Tonnen in zweieinhalb Minuten (!) den Höhenunterschied überwinden zu lassen. Eine kompletter Hub- und Senkvorgang einschließlich Ein- und Ausfahrt dauerte 25 Minuten.

Schiffshebewerk Henrichenburg, Oberwasser

Schiffshebewerk Henrichenburg, Oberwasser

Im Rahmen des Museumsfestes wurden vom Anlegesteg am Oberwasser kostenlose Fahrten mit dem historischen Dampfschiff Nixe, Baujahr 1939, und der Dieselbarkasse Herbert, Baujahr 1923, angeboten, die begrenzten Plätze an Bord fanden bei den Besuchern reißenden Absatz. Die etwa halbstündige Fahrt führte auf dem Dortmund-Ems-Kanal bis zur Schülken-Brücke, DEK-km 12,216, und wieder zurück zum Anlegesteg am Oberwasser des Alten Schiffshebewerks Henrichenburg.

Dieselbarkasse Herbert

Die Dieselbarkasse Herbert wurde 1923 bei der Schiffswerft Ernst Menzer KG in Hamburg-Bergedorf gebaut und von 1923 bis 1971 im Hamburger Hafen eingesetzt.

Dampfschiff Nixe

Dauerausstellung im Motorgüterschiff Franz-Christian

Dieselbarkasse Herbert vor dem Dampfschiff Cerberus

Dampfschlepper Fortuna und Barkasse MB Rodde

Steeldrum-Formation „Sunshine Coconuts“ aus Dortmund

Sonderausstellung „Regen, Schnee und Hagel“ im Hafengebäude, Böllerkanone

Noch bis zum 11. Mai 2014 ist die Sonderausstellung „Regen, Schnee und Hagel“ im Hafenmeistergebäude zu sehen. Die Ausstellung zeigt die Entstehung von Niederschlag in den verschiedenen Formen und welche Anstrengungen Menschen seit jeher unternehmen, das Wetter zu erforschen und vorherzusagen und sich vor den Folgen von Unwettern zu schützen.

Sonderausstellung „Regen, Schnee und Hagel“ im Hafengebäude, Schneekugel


Sonderausstellung „100 Jahre Rhein-Herne-Kanal. Die Wasserstraße mitten durchs Revier“

Schleppkahn Ostara

In sechs Jahren harter Arbeit hatten Bauarbeiter ein 34,5 Meter breites und 3,5 Meter tiefes Kanalbett quer durch das Herz des Reviers gegraben. Doch am 28. Juni 1914 wurden Erzherzog Franz Ferdinand, seit 1896 Thronfolger von Österreich-Ungarn, und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, bei ihrem Besuch in Sarajevo von Gavrilo Princip, einem Mitglied der serbisch-nationalistischen Untergrundorganisation „Mlada Bosna“, erschossen, woraufhin die preußische Regierung alle Feierlichkeiten zur Eröffnung des Rhein-Herne-Kanals absagte. Am 17. Juli 1914 befuhr der Kohlenkahn Johanna, später auch Schurmann II genannt, gezogen von einem Dampf-Schlepper als erstes Frachtschiff den Rhein-Herne-Kanal. Von Duisburg kommend fuhr der Schleppzug am 17. und 18. Juli bis nach Bottrop, wo er im Hafen der Zeche Prosper 680 Tonnen Kohle lud, die für den Oberrhein bestimmt waren. Zum Jubiläum schickt das LWL-Industriemuseum die Sonderausstellung „100 Jahre Rhein-Herne-Kanal. Die Wasserstraße mitten durchs Revier“ im Laderaum der Ostara auf Reisen. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Museumsfestes am 4. Mai 2014 eröffnet. Der 1928 auf der Werft „De Haan en Orlemans“ in Heusden, Niederlande gebaute Schleppkahn Ostara, das letzte originale Wechselschiff mit Dortmund-Ems-Kanal-Maß, wurde vom LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg zum schwimmenden Ausstellungsschauplatz umgebaut.

„100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“, Blick in die Ausstellung im Laderaum der Ostara

Die Sonderausstellung „100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“ präsentiert die spannensten Aspekte aus einem Jahrhundert Kanalgeschichte, aber auch die vielen kleinen Geschichten vom Leben und Arbeiten am Kanal. Im Anschluss wird das Schiff weiter zur Künstlerzeche Unser Fritz in Herne (17. Mai bis 1. Juni 2014), zum Ruhrorter Hafenfest in Duisburg (9. bis 17. August 2014), zum Kanalfestival in Datteln (19. bis 25. August 2014) und zum Anleger „Sutumer Brücken“ in Gelsenkirchen (27. August bis 7. September 2014) geschleppt. Die Wanderausstellung ist Teil der Initiative „KulturKanal“, die die Aktivitäten in diesem Jubiläumssommer bündelt. Vom 3. Juni bis 3. August und vom 9. bis 28. September 2014 liegt die Ostara im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg.

„100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“, Blick in die Ausstellung im Laderaum der Ostara

„100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“, Blick in die Ausstellung im Laderaum der Ostara

aus dem Rhein-Herne-Kanal geborgener Tresor

Pass-Schrauben SW 75

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