Donnerstag, 10. April 2014

Die Spielzeit 2014/15 an der Wiener Volksoper

Die als Mehrsparten-Musiktheater geführte Wiener Volksoper bringt in der kommenden Saison wieder eine bunte Mischung von Oper, Operette, Musical und Ballett

Seit über 100 Jahren werden an der Volksoper in bunter Folge populäre Opern (auch die italienischen meist in deutscher Sprache) und Operetten produziert, diese nicht nur in der urwienerischen Tradition, sondern auch bis hin zu Werken des 20.Jahrhunderts. Beginnend mit 1955 öffnete sich die Volksoper (als eines der ersten kontinentaleuropäischen Musiktheater) zusätzlich den modernen amerikanischen Musicals, dem Publikum zuliebe in deutscher Sprache. Dem Ballettensemble wird dabei nicht nur im laufenden Repertoire Raum gegeben, sondern seit einigen Jahren auch in eigenen Ballettabenden des Wiener Staatsballetts.

Direktor Robert Meyer präsentiert das Saisonprogramm 2014/15; © Barbara Pálffy

8 Premieren – davon eine Operetten-, drei Opern-, eine Musical- und drei Ballett-Neuproduktionen – stehen neben zwei Wiederaufnahmen und 21 Repertoirewerken 2014/15 auf dem Spielplan der Volksoper Wien. Drei Premieren der Spielzeit 2014/15 erzählen Geschichten vom Erwachsenwerden und Reifen: die Österreichische Erstaufführung von Friedrich Cerhas „Onkel Präsident“, die Volksopern-Erstaufführung eines der beliebtesten Musicals aller Zeiten, „Der Zauberer von Oz“, und Mozarts unsterbliches Meisterwerk „Così fan tutte“. Zu Beginn des Jahres 2015 stehen zwei saftige Ensemble­komödien auf dem Programm: Donizettis „Viva la Mamma“ (hier sei auch der Name des prominenten Regisseurs Rolando Villazón erwähnt) und Offenbachs „Pariser Leben“. Das Ballett bietet (neben seiner vielfältigen Tätigkeit im Operetten-, Opern- und Musical-Repertoire) drei Premieren an: „Mozart à 2“/„Don Juan“, „Giselle Rouge“ und „Junge Talente des Wiener Staatsballetts II“. Und mit letztgenanntem Titel sind wir eigentlich schon wieder beim Erwachsenwerden…

„The Wonderful Wizard of Oz“ von L. Frank Baum ist Amerikas wohl berühmteste Märchenerzählung, die durch die Verfilmung mit der jungen Judy Garland als Dorothy (1939) weltweit Kultstatus erhielt. Das bekannteste Lied daraus, „Over the Rainbow“ von Harold Arlen und Yip Harburg, wurde 1940 mit dem Oscar ausgezeichnet. Erstmals an der Volksoper ist „Der Zauberer von Oz“ nun in der 1987 für die Royal Shakespeare Company erstellten Bühnenfassung zu erleben. Am Pult steht Kapellmeister Lorenz C. Aichner, der in der vergangenen Saison mit „Kiss me, Kate“ seine erste Premiere an der Volksoper dirigierte. Der in London geborene Henry Mason gab 2013 bei den Salzburger Festspielen sein vielbeachtetes Regiedebüt mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Markus Meyer, der Salzburger Puck, wird an der Volksoper den Löwen spielen, der gemeinsam mit dem Blechmann (Peter Lesiak) und der Vogelscheuche (Oliver Liebl) die junge Dorothy (Johanna Arrouas/Franziska Kemna) auf ihrer Reise begleitet. Den geheimnisvollen Zauberer von Oz spielen alternierend Robert Meyer und Boris Eder. Die Premiere ist am 6. Dezember 2014.

„Der Zauberer von Oz“: Franziska Kemna; © Barbara Pálffy

Die Besetzung im Detail:
  • Robert Meyer/Boris Eder als Professor Chester Marvel (Der Zauberer von Oz),
  • Johanna Arrouas/Franziska Kemna als Dorothy Gale,
  • Regula Rosin als Tante Em (Die Hexe des Nordens),
  • Wolfgang Gratschmaier/Gernot Kranner als Onkel Henry (Wächter in der Smaragdstadt),
  • Markus Meyer/Martin Bermoser als Zeke (Der Löwe),
  • Peter Lesiak als Hickory (Der Blechmann),
  • Oliver Liebl als Hunk (Die Vogelscheuche),
  • Christian Graf als Miss Almira Gulch (Die Hexe des Westens),
  • Daniel Jeroma als Toto.

Am Donnerstag, 19. März 2015 kehrt einer der größten Musical-Erfolge der letzten Jahre, Josef E. Köpplingers Inszenierung von „Hello, Dolly!“, auf den Spielplan zurück. Die Kritik zeigte sich im September 2010 von der „Mutter aller Kuppelshows“ aus dem Jahre 1964 begeistert: „Ein bejubelter Nostalgieabend, der seine bezaubernden Momente hat“, „Dass ein gut gemachtes, auch gut besetztes und mit Geschmack realisiertes Musical Erfolg haben kann, zeigt die Wiener Volksoper“. Sigrid Hauser und Robert Meyer verkörpern wieder die Hauptrollen – die quirlige verwitwete Heiratsvermittlerin Dolly Levi und den mürrischen reichen Horace Vandergelder, den sich Dolly trotz seines Sträubens selbst vermittelt. Jerry Hermans Musical hat auch über ein halbes Jahrhundert nach der Uraufführung nichts von seinem Charme eingebüßt.

„Hello, Dolly!“: Sigrid Hauser; © Barbara Pálffy
  • Sigrid Hauser als Mrs. Dolly Gallagher Levi,
  • Robert Meyer als Horace Vandergelder,
  • Peter Lesiak/Jeffrey Treganza als Cornelius Hackl,
  • Oliver Liebl als Barnaby Tucker,
  • Johanna Arrouas als Minnie Fay,
  • Julia Koci als Irene Molloy,
  • Boris Eder/Jeffrey Treganza als Ambrose Kemper,
  • Claudia Goebl als Ermengarde,
  • Sulie Girardi als Ernestina Money,
  • Previn Moore als Rudolph, Oberkellner,
  • Gerhard Ernst als Richter.
Wie bereits in der Spielzeit 2013/14 werden vom 23. Dezember 2014 bis 8. April 2015 in dichter Abfolge schwerpunktmäßig die vier hauseigenen Musical-Produktionen in insgesamt 32 Vorstellungen auf dem Spielplan stehen: die genannte Neuproduktion „Der Zauberer von Oz“, „My Fair Lady“ (in der Wiener Fassung), „Sweeney Todd“ sowie „Hello, Dolly!“. Dazu wird für Fans ab 1. Juni 2014 ein spezieller Musical-Pass mit einigen Vergünstigungen um € 25,– angeboten.

„Pariser Leben“: Rasmus Borkowski und Daniel Prohaska; © Barbara Pálffy

Am 21. Februar 2015 feiert Jacques Offenbachs „Pariser Leben“ mit
  • Kurt Schreibmayer/Alexander Trauner als Baron von Gondermark,
  • Caroline Melzer/Annely Peebo als Baronin von Gondermark,
  • Daniel Prohaska/Michael Havlicek als Raoul de Gardefeu,
  • Rasmus Borkowski/Oliver Liebl als Bobinet Chicard,
  • Siphiwe McKenzie/Ursula Pfitzner als Metella, Dame der Halbwelt,
  • Elisabeth Schwarz als Gabrielle, Handschuhmacherin,
  • Christian Drescher/Roman Martin als Frick, Schuster,
  • Boris Pfeifer als Pompa di Matadores, ein Brasilianer,
  • Johanna Arrouas/Claudia Goebl als Pauline, Stubenmädchen,
  • Ulrike Steinsky als Madame de Quimper-Karadec,
  • Sulie Girardi als Madame de Folle-Verdure,
  • Karl-Michael Ebner als Urbain,
  • Gernot Kranner als Prosper,
  • Georg Wacks als Joseph, Fremdenführer,
  • Franz Suhrada als Alfred, Kellner
Premiere, der aus Paris stammende Offenbach-Experte Sébastien Rouland (Dirigent) und der niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema geben mit dieser Produktion ihre Volksoperndebüts.

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