Mittwoch, 30. April 2014

„1914 – Mitten in Europa“

Panorama einer Epoche zwischen Aufbruch und Krieg

Am 28. Juni 1914 wurden Erzherzog Franz Ferdinand, seit 1896 Thronfolger von Österreich-Ungarn, und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, bei ihrem Besuch in Sarajevo von Gavrilo Princip, einem Mitglied der serbisch-nationalistischen Untergrundorganisation „Mlada Bosna“, erschossen. Das Attentat in der bosnischen Hauptstadt löste die Julikrise aus, eine Zuspitzung der Konfliktlage zwischen den fünf europäischen Großmächten und Serbien, die schließlich zum Ersten Weltkrieg führte: Am 23. Juli 1914 stellte Österreich-Ungarn Serbien ein unannehmbares Ultimatum, welches von den Mächten der Triple-Entente als Angriff auf die Souveränität Serbiens angesehen wurde. Am 28. Juli folgte die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien, Russland antwortete am 29. Juli mit der Teilmobilmachung, am 30. Juli folgte die Generalmobilmachung. Daraufhin kam es am 1. August zur Generalmobilmachung und Kriegserklärung Deutschlands an Russland, am 3. August folgte die deutsche Kriegserklärung an Frankreich.

Plakatmotiv zur Ausstellung „1914 – Mitten in Europa“
© LVR-Industriemuseum/Ruhr Museum
Leihgeber Foto: Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart
Gestaltung Plakat: Agentur Bosbach, Köln

Zum hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs zeigen das LVR-Industriemuseum und das Ruhr Museum vom 30. April bis 26. Oktober 2014 in der Mischanlage der Kokerei Zollverein in Essen die Ausstellung „1914 – Mitten in Europa“. Das Ereignis des Ersten Weltkriegs prägte nicht nur tiefgreifend eine ganze Epoche und die Lebenserfahrung der Menschen vor hundert Jahren, sondern die Geschichte Deutschlands, Europas und insbesondere der Rhein-Ruhr-Region über das 20. Jahrhundert hinweg bis heute. in „1914 – Mitten in Europa“ wird nicht das Kriegsgeschehen an der Front dokumentiert, sondern die Besucher können sich anhand von 2.500 historischen Objekten ein Bild von der Dimension und Wirkung des Ersten Weltkriegs in der Zeit von 1890 bis 1930 in der Rhein-Ruhr-Region machen. Die Ausstellung ist das Flaggschiff des in Deutschland einzigartigen Verbundprojektes „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Mit 2.500 m² Ausstellungsfläche ist sie die größte Ausstellung des LVR-Veranstaltungsverbundes im Erinnerungsjahr an den Ersten Weltkrieg in Deutschland.

Mischanlage der ehemaligen Kokerei Zollverein

Ausstellungsort ist die Mischanlage der ehemaligen Kokerei Zollverein, das spektakulärste Gebäude auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. Die gewaltigen Bunkeranlagen des ehemaligen Kohlespeichers, die der Ausstellungsparcours auf drei Ebenen erschließt, versinnbildlichen schon durch ihre Materialität und Monumentalität die visionären technischen Potentiale, aber auch die Gewalttätigkeit der industriellen Moderne. Die Mischanlage wurde bereits 1998 für die Abschluss­ver­anstaltung der Internationalen Bauausstellung Emscherpark 1999 – „Sonne, Mond und Sterne – Kultur und Natur der Energie“ – nach Plänen von Prof. Jürg Steiner (* 13. April 1950 in Zürich) umgebaut und ist in den letzten Jahren baulich ertüchtigt worden. Mit der Ausstellung „1914 – Mitten in Europa“, die wiederum von Prof. Jürg Steiner als Gestalter begleitet wurde, wird sie dauerhaft als Ausstellungsgebäude neu eröffnet.

Standseilbahn

Die drei Etagen der Mischanlage der Kokerei Zollverein bilden die chronologische Struktur der Ausstellung: Kaiserreich, Krieg und Weimarer Republik. Die Besucherinnen und Besucher gelangen in die Ausstellung, indem sie vom südlich vorgelagerten Wiegeturm aus eine 150 Meter lange Fahrt mit einer Standseilbahn antreten. Sie folgen damit dem Weg der Anthrazit-, Fett- und Glasflammkohle, die vom Wiegeturm über die Bandbrücke nach oben auf die Verteilerebene kamen, dort sortenrein in die Bunker gefüllt und unten in der Trichterebene mit optimalem Mischungsverhältnis für die Kokerei wieder ausgefahren wurden. An der Kopfstation des 35 Meter hohen Gebäudes angekommen, werden die Besucher von den Visionen einer besseren Zukunft empfangen, die den noch nahezu ungebrochenen Optimismus der Menschen am Beginn des 20. Jahrhunderts prägten.

Die Geburt des Menschen, Mosaik von Otto Freundlich, Köln, 1919

Kopfstation der Mischanlage

Allegorie einer sozialistischen Zukunfstvison, 1908

Illustration Alvim Corrêas für die belgische Ausgabe von „War of the Worlds“ von H. G. Wells, Brüssel, 1906

Kokerei Zollverein

Prof. Jürg Steiner (Ausstellungsarchitekt), Dr. Walter Hauser (Direktor des LVR-Industriemuseums), Milena Karabaic (LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt), Prof. Heinrich Theodor Grütter (Direktor des Ruhr Museums) und Dr. Thomas Schleper (Leiter des LVR-Verbundprojekts) auf dem Dach der Mischanlage

Dann beginnt der erste große Bereich des Ausstellungsrundgangs in der unterhalb der Kopfstation liegenden Verteilerebene mit dem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufbruch im Industriegebiet an Rhein und Ruhr am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Das 19. Jahrhundert hatte ungeahnte Fortschritte in Wissenschaft und Technik gebracht und die Industrialisierung war in einem enormen Tempo vorangeschritten. Der rasante Wandel der Lebens- und Arbeitswelt ließ die Zukunft offener denn je erscheinen – ganz besonders in den Industriemetropolen, wo der Wandel am spürbarsten war. Auf dieser so genannten Verteilerebene sind zum Beispiel ein Drehgestell der Wuppertaler Schwebebahn, die 1901 in Betrieb ging, ein Elektroauto, der „Runabout“ von 1903, zu sehen, aber auch Werbeplakate und Produktverpackungen, die neue Konsummöglichkeiten offenbaren. Anhand von Kleidung wie eng geschnürten Seidenroben, aber auch dem Outfit einer Arbeiterin und einer Prostituierten wird ein Gesellschaftspanorama der Klassengesellschaft des Kaiserreichs gezeichnet.

Verteilerebene der Mischanlage

Drehgestell der Wuppertaler Schwebebahn

680er Motorrad der Marke Allright, Köln-Lindenthaler Metallwerke AG, 1910, und Herrenfarrad der Marke Allright, Köln-Lindenthaler Metallwerke AG, 1899

Zwei-Zylinder Benz-Motor des zivilen Luftschiffs LZ 5 (ab 5. August 1909 unter der Bezeichnung Z II vom Heer eingesetzt), 1909

Elektroautomobil „Runabout“, Electro Mobile Syndicate Ltd., London, 1903

Orchestrion

Registrierkasse „National“, National Registrier-Kassen GmbH, Berlin, um 1912

Warenautomat für Stollwerk-Schokoladen, 1910

Fernsprechwandapparat für Selbstanschluss, Fa. Siemens Halske AG, Berlin, um 1915

Großbürgerliches Paar
Sie: Champagnerfarbenes Tournürenkleid aus schwerer Atlasseide
Er: Herrenanzug mit elegantem Wollcape mit Knebelknöpfen, Zylinder und Spazierstock
1855 – 1900

Turnkittel des ersten Turnvereins für Frauen in Köln, um 1900 (Rekostruktion), Reformkleid, um 1910

In diese Welt bricht 1914 der Krieg ein, dem die nächste, die so genannte Bunkerebene gewidmet ist. In ihm spielte die Rhein-Ruhr-Region als „Waffenschmiede des Deutschen Reiches“, aber auch als Region großer Opfer und Entbehrungen eine besondere Rolle. Eine Feldhaubitze, das Modell eines Kriegsschiffes, ein großformatiges Gemälde eines Giftgas-Versuchs, Soldatenfotos, Feldpostkarten und Gips- und Wachsmoulagen schwerer Kriegsverletzungen zeigen das gewaltsame Gesicht des industrialisierten Krieges. Thematisiert wird aber auch das Leben an der Heimatfront, wo nicht nur alle wehrfähigen Männer, sondern auch Frauen und Jugendliche für den „Totalen Krieg“ mobilisiert wurden. Bis zu 3,50 Meter große Nagelfiguren sind in der Ausstellung Beispiel für die Propagandaaktionen, die die ungeheuerlichen Verluste, Hunger und Entbehrungen rechtfertigen sollten.

Leuchtinstallation mit 60 Fotos von Soldaten kurz vor ihrer Einberufung an die Front, 1914

Bunkerebene der Mischanlage

Waffenschrott des französischen Kampfmittelräumdienstes, 1914 – 1918, Gedenktafeln des Bildhauers Joseph Enseling für die im Ersten Weltkrieg gefallenen 2841 Werksangehörigen der Gussstahlfabrik Fried. Krupp AG, 1926

Bunkerebene der Mischanlage

Propeller eines Flugzeugs, 1914 – 1918, 15-cm-schwere Feldhaubitze 13, Kaliber 14,97 cm, Fried. Krupp AG, 1918

Deutsche Maschinenpistole MP 18/1, Fa. Theodor Bergmann, 1918, Maschinengewehr 08/15, 1915 – 1918

diverse Gasmasken

Giftgas-Versuch zur Erprobung von Gasmasken auf der Wahner Heide in Köln, Gemälde von Otto Bollhagen, um 1915

Bochumer Kriegerdenkmal, um 1935, Gedenktafel für 283 gefallene Männer aus der katholischen St.-Joseph-Gemeinde in Essen-Katernberg, 1927 – 1928, Weltkriegs-Ehrenmal aus Essen-Katernberg, 1934

Nagelfigur „Eiserner Reinoldus“ aus Dortmund, Replik von Jan Bormann nach einem Entwurf von Friedrich Bagdons, 1976

Feldbluse (Modell 1915) eines Oberleutnants der Feldartillerie mit dazugehörigem Beinkleid, um 1916, Bekleidung einer Krankenschwester, um 1900, Rollstuhl, um 1900

diverse Oberarmprothesen, 1920 – 1950

Die Folgen des Krieges stehen im Mittelpunkt der dritten Ausstellungsebene, der sogenannten Trichterebene. Hier wird dessen epochale Wirkung deutlich. Dies gilt insbesondere für die Rhein-Ruhr-Region, wo der Krieg 1918 nicht endete – Gewalterfahrungen, Hunger und Armut prägten hier den Alltag noch eine lange Zeit. Mit den Generalstreiks der Bergarbeiter 1919 und dem Ruhrkampf 1920 wurde die Region zum Zentrum der revolutionären Bewegung. Die „Rote Ruhrarmee“ wurde von Regierungstruppen blutig niedergeschlagen. Ein Nachspiel des Kriegs bildeten auch die separatistischen Bestrebungen im Rheinland und die belgisch-französische Besetzung des Ruhrgebiets von 1923. Aber auch der Aufbruch in Technik, Wissenschaft, Gesellschaft, Architektur, Kino, Sport und Politik sind thematische Facetten dieser nun entzauberten Moderne der 1920er-Jahre, die Vieles aus der Vorkriegszeit wieder aufnimmt. Die Gesellschaft hat sich jedoch verändert: Mit Perlen und Pailletten bestickte Charlestonkleider im Art Déco-Stil, ein Autofahrermantel für die Frau, Kinderkleidung sowie Gehrock und „Stresemann“ für den Herrn lassen Besucherinnen und Besucher in den veränderten Lebensstil während der Weimarer Republik eintauchen.

Trichterebene der Mischanlage: „Stairway to Heaven“

Trichterebene der Mischanlage

Trichterebene der Mischanlage

Allright-Bahnrennmotorrad, Fa. Allright, Köln, 1924

Militärfahrrad der belgischen Besatzungsarmee, um 1923

Schaufensterpuppe mit Kleid aus Ausbrennersamt und Topfhut, 1920er Jahre

Transportabler Koffer-Filmprojektor 35 mm, „Zeiss Ikon Kinobox Type B“, No. 84535, Zeiss Ikon AG, Dresden, um 1928

Hollerithmaschine (eine frühe Tabelliermaschine), Nachbau mit Originalteilen von 1910

Umzugskiste mit Beschlägen aus dem Besitz von Kaiser Wilhelm II, 1920

Petroleummotor „MA“ der Deutz AG, Köln, 1927 – 1930

Drehorgel „Harmonipan“, Gebrüder Richter, Düsseldorf, um 1920

Der Abschluss der Ausstellung verweist auf die nachfolgende größte Katastrophe des Jahrhunderts: den Zweiten Weltkrieg als Schlussakt des letztendlich „Dreißigjährigen Krieges“, der 1914 begann.

Rollenlager in der Mischanlage, Sowjetische Kriegsgefangene in Essen, 1943

Sowjetische Kriegsgefangene in Essen, 1943, Hittler und Mussolini besuchen Essen, die Waffenschmiede des Reiches, 27. September 1937

Die Ausstellung „1914 – Mitten in Europa“ ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 10 €, ermäßigt 7 €, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren sowie Schüler- und Studierengruppen im Rahmen einer Führung (50 €) haben freien Eintritt.

Theatercollage in Bewegung „14/18 – Die Welt in Brand“ mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste und des Instituts für Bewegtbildstudien der FH Dortmund im Dortmunder U, Premiere am 2. Juli 2014

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Bildungs- und Kulturprogramm mit Vorträgen, Filmabenden, Exkursionen, Führungen, Theaterprojekten und Workshops für Kinder und Schulklassen in Kooperation mit zahlreichen Partnern. Das Begleitprogramm ist außerdem Teil des Kulturprogrammes „1914 – Schönheit und Schrecken“ des Kulturbüros der Stadt Essen.

Theatercollage in Bewegung „14/18 – Die Welt in Brand“ mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste und des Instituts für Bewegtbildstudien der FH Dortmund im Dortmunder U, Premiere am 2. Juli 2014

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher, 342 Seiten starker Katalog mit 492 Abbildungen im Essener KlartextVerlag erschienen, der im Museumsshop im Erdgeschoss der Mischanlage am Ausgang der Ausstellung für 29,95 € erhältlich ist.

Kokerei Zollverein, „Monochromatic Red and Blue“ von Speirs + Major

Sonntag, 27. April 2014

Vorschau: „Dreamgirls“

„Dreamgirls“ – nach der Geschichte der Supremes und des Motown Plattenlabels; Musik: Henry Krieger; Lyrics, Buch: Tom Eyen; Niederländische Bearbeitung: Jurrian van Dongen; Inszenierung: Gijs de Lange; Choreografie: Martin Michel; Bühne: Eric van der Palen; Kostüme: Maya Schröder; Licht: Luc Peumans; Ton: Michael Story; Musikalische Leitung: Ad van Dijk. Darsteller: Berget Lewis (Effie White), Pearl Jozefzoon (Deena Jones), Aïcha Gill (Lorrell Maya Robinson), Edwin Jonker (Curtis Taylor Jr.), David Goncalves (C. C. White), Jerrel Houtsnee (Marty Madison), Clayton Peroti (Jimmy „Thunder“ Early), Rubiën Florens Vyent (Michelle Morris), Gitty Pregers (Understudy Effie White), Perry Gits, Leo Alexander Hewitt, Tjindjara Metchendorp, Urvin Monte (Understudy Curtis Taylor Jr.), Fenna Ramos (Understudy Michelle Morris), Sasha Sebutun, Belinda van der Stoep, Omri Tindal, Naomi Webster. Uraufführung: 20. Dezember 1981, Imperial Theatre, New York City. Premiere: 28. September 2014, Nieuwe Luxor Theater, Rotterdam.



„Dreamgirls“


Albert Verlinde Entertainment zeigt das Musical als Tournee in den 23 größten regionalen Theatern in den Niederlanden


Das Musical „Dreamgirls“ von Henry Krieger (Musik) und Tom Eyen (Buch und Lyrics), das auf der Geschichte der Supremes und des Motown Plattenlabels basiert, feierte am 20. Dezember 1981 am Imperial Theatre seine Broadway Premiere und wurde mit sechs Tony Awards ausgezeichnet, u. a. für das beste Buch. Es wurde 2006 von Dreamworks und Paramount Pictures mit Jamie Foxx, Beyoncé Knowles, Eddie Murphy und Jennifer Hudson erfolgreich verfilmt und erhielt u. a. drei Golden Globe Awards und zwei Academy Awards („Oscars“). „Dreamgirls“ wird ab September 2014 als Tournee in den 23 größten regionalen Theatern in den Niederlanden gezeigt, die niederländische Sängerin mit Surinamischer Abstammung Berget Lewis wird die Hauptrolle der Effie White übernehmen, Pearl Jozefzoon wird als Deena Jones zu sehen sein und Aïcha Gill als Lorrell Maya Robinson.

Die drei farbigen Mädchen Effie White, Deena Jones und Lorrell Robinson bilden Anfang der 1960er Jahre in Chicago das zunächst wenig erfolgreiche Soultrio „The Dreamettes“. Gebrauchtwagenhändler Curtis Taylor, Jr., der ihr Manager wird, überzeugt R&B Star Jimmy „Thunder“ Early und seinen Manager Marty Madison, „The Dreamettes“ als Backgroundsängerinnen zu engagieren. Leadsängerin Effie verliebt sich in ihren intigranten Manager und Lorrell beginnt eine Affäre mit Jimmy, der verheiratet ist. Als die attraktivere Deena jedoch zur privaten Favoritin Taylors wird, muss Effie nach zermürbenden Reibereien auch in der Führung des Trios das Feld räumen. Taylor torpediert zudem ihre Solokarriere, indem er „Cadillac Car“, eines ihrer erfolgsträchtigen Lieder, für seine Truppe zu covern versucht, die als „The Dreams“ mit Leadsängerin Deena und der neu hinzugekommenen Michelle Morris große Erfolge feiert. Viele Jahre später versöhnt sich Effie bei einem Abschiedskonzert der „Dreams“ dennoch mit ihren früheren Freundinnen und stellt dabei fest, dass sie offenbar trotz der Belastung durch ihre Tochter aus der Beziehung mit Taylor weit glücklicher lebt als die beiden anderen, von privater Resignation geplagten Paare.

Das Detroit Projekt

Eröffnung des Sommerfestivals mit einem Motown-Barbecue auf der Wiese vor dem Deutschen Bergbau-Museum

„Das Detroit Projekt“ in Bochum will im Zusammenhang mit der Schließung des Opel Werks die Einwohner dazu ermutigen, nicht Opfer, sondern Akteure industriellen Wandels zu sein. Über 20 Kunstprojekte von internationalen und nationalen Künstlern werden hierzu im Bochumer Stadtraum realisiert, die sich der Tatsache stellen, dass Menschen ihre Arbeit verlieren, und Impulse geben, die die Stadt und ihre Bewohner ermutigen sollen, das öffentliche Leben und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.

Fotoausstellung „Mein Bochum – unsere Zukunft“

Für die Fotoaktion „Mein Bochum – unsere Zukunft“ wurden im Rahmen einer Mitmachaktion Fotos gesammelt, die zeigen, wo Bochums Zukunft sichtbar wird, wobei auf Vorgaben jeglicher Art verzichtet wurde. Aus über 250 Einsendungen wurden 29 Bilder ausgewählt, die ab dem 26. April auf Großplakatflächen in der ganzen Stadt gezeigt werden. Es ist womöglich die größte Fotoausstellung im öffentlichen Raum, die es in Bochum bisher gegeben hat.

Musiker vom Schauspielhaus Bochum

Zur Eröffnung des Sommerfestivals veranstalteten die Festivalmacher – das Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr – ein Motown-Barbecue auf der Wiese vor dem Deutschen Bergbau-Museum. Das hätte ein schöner Abend im Freien werden können, hätte nur das Wetter zumindest ein wenig „mitgespielt“. Stattdessen hatte es am frühen Abend zu regnen begonnen, und so hatten dann eher einige hundert Unentwegte und Unerschrockene den Weg zum Deutschen Bergbau-Museum gefunden, um dem Wetter zu trotzen und sich die gute Laune nicht verderben zu lassen. Für letztere sorgten dann auch Musiker vom Schauspielhaus Bochumer mit guter, handgemachter Musik, DJani, der original Vinyls aus Detroit auflegte, sowie Street-Artisten und Cheerleader mit ihren Performances.

Musiker vom Schauspielhaus Bochum

DJani legt…

original Vinyls aus Detroit auf

Cheerleader

Cheerleader

Cheerleader

Für 21 Uhr war die Illumination der Installation „How Love Could Be“ von Tim Etchells am Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums angekündigt, aber stattdessen stellten die Redner mit ihren Ansprachen zur Eröffnung des Festivals das im Regen ausharrende Publikum auf eine dreiviertelstündige Geduldsprobe, so dass schließlich erst gegen 21.45 Uhr der Schriftzug „How Love Could Be“ von einer mächtigen „Korona“ umgeben war. Die Zeile „How Love Could Be“ stammt aus der ersten, 1961 veröffentlichten Single „Bad Girl“ des legendären Plattenlabels Motown aus Detroit von The Miracles (später unter dem Namen Smokey Robinson & the Miracles bekannt), mit der Tim Etchells den Betrachter zum Nachdenken über die Verbindung von Detroit und Bochum einladen möchte. Die 9 Meter breite und 2,5 Meter hohe LED-Installation soll aus über 1087 rot emittierenden Leuchtdioden bestehen.

„How Love Could Be“, Installation von Tim Etchells am Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums

„How Love Could Be“, Installation von Tim Etchells am Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums

„How Love Could Be“, Installation von Tim Etchells am Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums