Freitag, 21. März 2014

„Über Unterwelten – Zeichen und Zauber des anderen Raums“

Sonderausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

2018 endet der subventionierte Steinkohlen-Bergbau in Deutschland – für die Menschen in Nordrhein-Westfalen, wo sich die letzten drei aktiven Steinkohlebergwerke Deutschlands, Auguste Victoria, Ibbenbüren und Prosper-Haniel befinden, ein symbolträchtiges Ereignis, für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Anlass, über den Bergbau, das Ruhrgebiet und „das Unterirdische“ im Allgemeinen nachzudenken. Vorstoß in unbekannte Tiefen: „Über Unterwelten – Zeichen und Zauber des anderen Raums“ heißt die neue Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe vom 29. März bis 2. November 2014 in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund präsentiert. Die Schau schlägt einen Bogen von der Geschichte des Jenseits in verschiedenen Kulturen über den Bergbau und die Infrastruktur unter unseren Füßen bis hin zu aktuellen Themen wie Fracking und Erdwärmenutzung.

Inszenierungen und mehr als 300 Exponate warten auf die Besucher, darunter eine über 2.000 Jahre alte Mumie, ein seltener Kupferstich von Michelangelos „Jüngstem Gericht“, Notgepäck für den Luftschutzbunker, die erste „Dahlbuschbombe“ und ein Bohrkern aus 5.500 Metern Tiefe. Interviews, Filme, zeitgenössische Kunst und Arbeiten von Schülern überraschen mit neuen Sichtweisen auf ein Thema, das die Menschheit von Anbeginn beschäftigt. „Aus diesen vielen unterschiedlichen Facetten entsteht in unserer Ausstellung ein Kaleidoskop der bedrohlichen und zugleich faszinierenden Unterwelten“, erklärt Projektleiter Dr. Eckhardt Schinkel vom LWL-Industriemuseum. Ein umfangreiches Programm mit Exkursionen, Vorträgen, Film, Lesungen, Theater und Poetry-Slam wird die Ausstellung begleiten, die als regional vernetztes Verbundprojekt angelegt ist. Thematisch abgestimmte Begleitausstellungen und Veranstaltungen an den sieben weiteren Standorten des LWL-Industriemuseums vertiefen die Sicht auf die Unterwelten und knüpfen an aktuelle Themen der Gegenwart an. Weitere Informationen unter http://www.unterwelten.lwl.org.

Ein Highlight der Sonderausstellung werden sicherlich die mehrmals im Monat stattfindenden Vorführungen des Eidophusikons sein, ein illusionistisches, mechanisches Kleintheater aus bemalten, durchsichtigen Bildern mit wechselnd farbigem Licht und beweglichen Figuren, ein Vorläufer des Kinematographen, wenn man so will. Das erste Eidophusikon wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Philipp Jakob Loutherbourg dem Jüngeren (* 31. Oktober 1740 in Straßburg, † 11. März 1812 in Chiswick bei London) in London gebaut. Für die Sonderausstellung „Über Unterwelten“ hat der englische Künstler Robert Poulter zusammen mit den LWL-Werkstätten ein solches Lichtspieltheater nachgebaut und das Stück „Als die Hölle auf die Erde kam“ dafür geschrieben, eine Schauergeschichte über die Anfänge der industriellen Revolution in England. Auch die Musik stammt von Robert Poulter.

Straßenmalerin Lydia Hitzfeld hat mit ihrer Tochter Vanessa bereits den Feuerleviathan – das Titelmotiv der Sonderausstellung – als dreidimensionales Gemälde auf Bitumen-Rollen gemalt, das den Eindruck erweckt, das Ungeheuer käme direkt aus der Tiefe. Seinen endgültigen Platz nimmt der Leviathan zur Eröffnung der Sonderausstellung direkt hinter dem Eingangstor ein.

Straßenmalerin Lydia Hitzfeld mit ihrem Gemälde des Feuerleviathans
© LWL-Industriemuseum / Foto: Stephan Schütze

Während der Laufzeit der Sonderausstellung vom 29. März bis 2. November 2014 gelten erhöhte Eintrittspreise von 6 € für Erwachsene und 3 € für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren und Schüler. Am ersten Öffnungstag (29. März) ist der Eintritt frei!

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