Montag, 31. März 2014

Die Spielzeit 2014/15 am Theater an der Wien


Sujet 14/15; © Vereinigte Bühnen Wien Ges.m.b.H.

Im traditionsreichen Theater an der Wien (seit 1801 Uraufführungsstätte zahlreicher Opern und Operetten, 1945 – 55 Ersatzquartier für das Ensemble der ausgebombten Wiener Staatsoper und nach der Renovierung 1962 durch die Stadt Wien von 1965 – 2005 eines der führenden Musicaltheater Europas und im Rahmen der Vereinigten Bühnen Wien ab 2006 wieder als Opernhaus mit Stagionebetrieb etabliert) stellte Intendant Roland Geyer am 31. März 2014 das Programm seiner inzwischen schon 9. Saison vor.

Spielplanpräsentation im Theater an der Wien: Regisseurin Lotte de Beer, Opern-Intendant Roland Geyer und VBW-GD Thomas Drozda

Außer dem barocken und klassischen Opernfundus wird vom Theater an der Wien und seiner Nebenspielstätte Kammeroper ein Drittel der Programme dem Schaffen des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet, darunter drei zeitgenössische Musiktheaterproduktionen von den Österreichern Olga Neuwirth und HK Gruber sowie der aus Russland stammenden US-Amerikanerin Lera Auerbach.

Papagenogruppe von Jacob Schroth am ursprünglichen Hauptportal des Theaters an der Wien in der Millöckergasse

Ins Theater an der Wien kommen
7. bis 11. Dezember 2014:
Die 43jährige Komponistin Olga Neuwirth bringt in einer Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin eine Vervollständigung von Alban Bergs „Lulu“, dessen Werkschutzrechte abgelaufen sind, aber in Form einer kompletten Neubearbeitung und Neuinstrumentierung unter dem Titel „American Lulu“, zudem die Geschichte einer verführerischen, in die Prostitution driftenden Frau ins New Orleans der 1950er-Jahre und New York der 1970er-Jahre verlegt wurde.

14. bis 23. März 2015:
Aus einer Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen wird eine im Sommer 2014 zur Uraufführung kommende Opernfassung des Theaterstücks „Geschichten aus dem Wiener Wald“ des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth übernommen. Der 70jährige Wiener Komponist HK Gruber hat, nachdem eine Vertonung durch den von ihm verehrten Kurt Weill in den 1930er-Jahren nicht zustande gekommen war, endlich diese bittere Satire über die Verlogenheit und Brutalität des Kleinbürgertums aufgegriffen. HK „Nali“ Gruber pendelt in seinem Schaffen zwischen Wiener Tradition und zeitgenössischem Komponieren, zwischen Raunzen und Rappen und verwandelt die Geschichten aus dem Wiener Wald zum modernen Musiktheater.

In der Kammeroper wird im Jänner 2015 die 2013 in New York uraufgeführte a capella opera „The Blind“ der 40jährigen Lera Auerbach nach Maurice Maeterlinck´s „Les Aveugles“ mit dem Arnold-Schoenberg-Chor herausgebracht.

Nähere Details auf http://www.theater-wien.at/index.php/de/spielplan/153236/6504

Lotte de Beer

Die holländische Regisseurin Lotte de Beer erläuterte ihr Regiekonzept für die melodienselige exotische Bizet-Oper „Die Perlenfischer“. Im November 2014 wird dann, in den Rahmen einer interaktiven Fernsehshow gestellt, dem auf der Bühne präsenten modernen Show-Publikum die (gnadenlos unverantwortliche) Entscheidung über das Schicksal der Bühnendarsteller überantwortet.

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