Sonntag, 23. März 2014

„Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers“

RVR stellt neue Bochumer Themenroute zur „Route der Industriekultur“ vor

Jahrhunderthalle Bochum

„Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers“, unter diesem Titel hat der Regionalverband Ruhr (RVR) eine neue Themenroute erarbeitet. Die 27. Themenroute umfasst insgesamt 78 Standorte. Sie verbindet so unterschiedliche Ziele wie Werksteile bzw. Folgebetriebe des „Bochumer Vereins“ mit ehemaligen Zechen, Arbeitersiedlungen, Bahnhöfen, Kirchen und Brauereien. Der Weg führt auch zu zahlreichen produzierenden Traditionsfirmen wie Dr. C. Otto, Eickhoff und Heintzmann. Konzipiert hat die Themenroute der Bochumer Historiker Dr. Dietmar Bleidick.

St. Vinzentius-Kirche: „Bergleute in der Förderung“, Helene Starck, 1939 – 1942

Die Berliner Künstlerin Helene Starck hat die vier Bergmanns­fenster unter der südlichen Empore der St. Vinzentius-Kirche im Jahre 1939 auf der Zeche Robert Müser in Bochum „vor Ort“ gezeichnet, die Glaswerkstatt August Wagner, Berlin-Treptow hat die Fenster 1942 ausgeführt. Sie sind von der Harpener Bergbau AG gestiftet und zum Schutz vor Kriegseinwirkungen auf der „5. Sohle“ (Bezeichnung für ein Höhenniveau im Bergbau) der Zeche Amalia in Bochum eingelagert worden. 1948 wurden sie von Bergleuten wieder aufgefunden und schließlich 1949 an ihrem vorgesehenen Platz in der St. Vinzentius-Kirche eingebaut.

Privatbrauerei Moritz Fiege, Opel Blitz, Erstzulassung Oktober 1949

Die Glocke vor dem Rathaus wurde 1867 vom Bochumer Verein für die Weltausstellung in Paris gegossen und hat ein Gewicht von 15.000 Kilogramm.

Glocke für die Weltausstellung 1867 vor dem Rathaus

Von der 1854 vom fränkischen Brauermeister Johann Joachim Schlegel (* 27. September 1821 in Gutenstetten-Bergtheim, † 13. April 1880 in Bochum) gegründeten Bierbrauerei Schlegel sind heute nur noch der Malzsilo („Schlegelturm“), das Sudhaus und das Verwaltungsgebäude mit Gaststätte an der Alleestraße erhalten. Am „Schlegelturm“ war bis zum Verkauf das Firmenzeichen der Brauerei – die drei aneinander stoßenden Küferhämmer – angebracht, danach wurde es vom Stadtwappen abgelöst, das der Bildhauer Carlernst Kürten (* 17. April 1921 in Waltrop, † 29. Dezember 2000 in Unna) gestaltet hat.

ehemalige Schlegel-Brauerei AG, Sudhaus (1906) und Malzsilo (1927)

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum wurde am 1. April 1930 durch einen Vertrag der Stadt Bochum und der Westfälischen Berggewerkschaftskasse gegründet, um „eine Übersicht über die geschichtliche Entwicklung des Bergbaus zu geben und den Betrieb des Bergbaus im Modell oder in künstlicher Wiedergabe vorzuführen“. Es handelt sich nicht – wie manchmal fälscherlicherweise angenommen – um ein ehemaliges Bergwerk, wenngleich die Museumsgebäude von einem „bergbaulichen Erscheinungsbild“ geprägt sind. Das Doppelbock-Fördergerüst über dem Deutschen Bergbau-Museum stammt von der am 14. Mai 1971 stillgelegten Zeche Germania in Dortmund, das Anschauungsbergwerk befindet sich in einer Tiefe von lediglich bis zu 20 Metern unter der Tagesoberfläche.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Die „Route der Industriekultur“ verknüpft als regionales touristisches Projekt in der Trägerschaft des RVR die wichtigen Industriedenkmäler der Metropole Ruhr. Ein 400 Kilometer langer Straßen-Rundkurs erschließt sämtliche Attraktionen und die 25 Ankerpunkte. Das Netz umfasst zudem insgesamt etwa 700 Kilometer Radweg. Weitere Infos – auch zur neuen Route „Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers“ – unter: www.route-industriekultur.de/themenrouten.html.

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