Mittwoch, 12. Februar 2014

„Über Unterwelten – Zeichen und Zauber des anderen Raums“

Dahlbusch-Bombe als erstes Exponat der Unterwelten-Ausstellung eingetroffen

Das „Wunder von Lengede“ hat sie berühmt gemacht: die Dahlbusch-Bombe. Elf verschüttete Bergleute konnten mit Hilfe der schmalen Röhre im November 1963 nach zwei bangen Wochen gerettet werden. Der Prototyp der Rettungskapsel traf jetzt als erstes Objekt der neuen Ausstellung „Über Unterwelten – Zeichen und Zauber des anderen Raums“ im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund ein. Die Dahlbusch-Bombe ist eins von über 300 Exponaten, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 29. März bis 2. November 2014 in der Ausstellung über Mythos und Realität der Welt jenseits des Sichtbaren in Dortmund präsentiert.

Neben dem Original, das 1955 auf der Gelsenkirchener Zeche Dahlbusch zur Rettung von drei Verschütteten gebaut wurde und heute zur Sammlung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum gehört, kommt auch ein Nachbau zum Einsatz. In diese Stahlkapsel können Besucher hineinklettern. „Wie es sich anfühlt, nach Tagen des verschüttet Seins wieder ans Tageslicht geholt zu werden, das können wir unseren Gästen natürlich nicht vermitteln“, erklärt Kuratorin Dr. Dagmar Kift. „Wie es sich anfühlt, in einer Röhre mit 38 Zentimetern Durchmesser zu stecken, das schon. Diese Erfahrung bieten wir im Rahmen von Führungen an.“

Kuratorin Dr. Dagmar Kift und Museumsmitarbeiter Klaus Rodenberg mit der Dahlbuschbombe. Foto: LWL/Holtappels

Die Arbeitswelt unter Tage ist eine von vielen Facetten der Ausstellung mit dem Untertitel „Zeichen und Zauber des anderen Raums“. Die Schau schlägt einen Bogen von Jenseits-Vorstellungen in verschiedenen Kulturen und Zeiten über die Infrastruktur unter Tage bis hin zu aktuellen Themen wie Fracking und Erdwärme. Inszenierungen und Exponate warten auf die Besucher, darunter eine 2.300 Jahre alte Mumie, ein seltener Kupferstich von Michelangelos „Jüngstem Gericht“, ein Notkoffer für den Luftschutzbunker und ein Bohrkern aus 5.000 Metern Tiefe.

Interviews, Filme, Fotos, zeitgenössische Kunst und Arbeiten von Schülern zeigen ein Thema, das die Menschheit seit ihrem Anbeginn beschäftigt. "Aus dieser Vielfalt entsteht in unserer Ausstellung ein Kaleidoskop der bedrohlichen und zugleich faszinierenden Unterwelten", so Projektleiter Dr. Eckhardt Schinkel. Ein umfangreiches Programm mit Exkursionen, Vorträgen, Film, Lesungen, Theater und Poetry-Slam wird die Ausstellung begleiten. Weitere Informationen unter http://www.unterwelten.lwl.org.

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