Mittwoch, 29. Januar 2014

Vorschau: „Gottes kleiner Krieger“ am Theater Oberhausen

„Gottes kleiner Krieger“ – nach dem Roman „God´s Little Soldier“ („Gottes kleiner Krieger“) von Kiran Nagarkar. Musik: Ravi Srinivasan; Regie & Dramaturgie: Jarg Pataki, Viola Hasselberg; Choreografie: Aakash Odedra, Subhash Viman Gorania; Bühne: Simeon Meier; Kostüme: Sabina Moncys; Videodesign: Katarina Eckold; Musikalische Leitung: Thomas Seher. Darsteller: Ben Daniel Jöhnk (Zia Khan), Aakash Odedra (Zia als Tänzer), André Benndorff (Amanat Khan, Zias Bruder), Hendrik Heutmann (Roy Cambray/Irfan/Bruder Jonathan/Hijra/Dilip Kumar/Strassenfeger), Holger Kunkel (James Cambrey/Augustine/Dr. Patwardhan/Nandini Devi/Mullah), Martin Weigel (Zafar Khan, Zias Vater/Muni/Yunus/Prof. Laughton), Marie Bonnet (Ammijan, Zias Mutter/Sagari), Henrike Hahn (Antonia Booth-Langsthon, Zias Patentante/Dawn Gold), Johanna Eiworth (Zubeida-Khala, Zias Tante/Vivian Booth-Langsthon/Deidre Cambray), Laurence Fischer (Zia als Kind), Jan Becker (Amanat als Kind), Louve Korbel (Sagari als Kind), Lini Gong (Sängerin). Musiker: Sebastian Flaig, Henrike Ross, Thomas Seher, Ravi Srinivasan, Ralf Tonding, Gilbert Trefzger. Uraufführung: 18. Mai 2013, Theater Freiburg. Premiere: 19. Februar 2014, Theater Oberhausen.



„Gottes kleiner Krieger“


Bollywood-Musical nach dem Roman von Kiran Nagarkar


Kiran Nagarkar, einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Indiens, hat eine Geschichte über Extremismus und religiösen Fanatismus geschrieben, die von zwei ungleichen Brüdern erzählt:

Zia Khan, Sohn einer liberalen muslimischen Familie aus Bombay und schon als Kind ein mathematisches Genie, hält sich für auserwählt, die islamische Welt zu vereinigen. Er entwickelt sich zu einem hochmodernen extremistischen Charakter, der mit seinen Aktienspekulationen radikale religiöse Organisationen finanziert. Nach dem Versuch, Salman Rushdie zu töten, wird Zia zum Mudschaheddin, später konvertiert er zum christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner und Trappistenmönch. Sein Weg führt über die Kontinente von Indien nach England, in die USA, nach Kashmir und Afghanistan, wobei er mehrfach die Religionen wechselt. Sein Bruder Amanat, ein selbstzerstörerischer Zweifler, der sich als erfolgloser Drehbuchautor im Bollywood-Filmgeschäft durchschlägt, hat dagegen stets Verständnis für die Fehlerhaftigkeit und Unbeständigkeit des Menschen.

Jarg Pataki und Viola Hasselberg haben Nagarkas Roman als Bollywood-Musical inszeniert und damit das Format der berühmten Hindi-Unterhaltungsfilme auf die deutsche Stadttheaterbühne geholt. In einem ereignisreichen Spektakel, das Schauspiel, Musik und Tanz zu einer gemeinsamen Form vereint, erzählen sie vom Terrorismus als gemeinsamem Problem einer Welt, in der das Religiöse eine unheilvolle Zuspitzung durchläuft.

Die Bühnenadaption von „Gottes kleiner Krieger“ hatte am 18. Mai 2013 Premiere am Theater Freiburg. Am 19., 20. und 21. Februar sowie am 14., 15. und 16. März 2014 wird sie als Koproduktion mit dem Theater Freiburg am Theater Oberhausen gezeigt.

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