Montag, 20. Januar 2014

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“

Die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945“ im alten Dortmunder Polizeigefängnis

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“

Das Stadtarchiv Dortmund zeigt bereits seit 14. Oktober 1992 im alten Dortmunder Polizeigefängnis die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945“, und anders als die am 15. Juni 2011 im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv eröffnete Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“, die augenblicklich geschlossen ist, kann diese dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden. An jedem ersten Sonntag im Monat wird zusätzlich eine allgemeine kostenlose Führung für Interessierte angeboten. Die Ausstellung zeigt die Geschichte von nationalsozialistischer Verfolgung und dagegen gerichteten Widerstandes an einem authentischen Ort des lokalen NS-Terrors. Die 1906 errichtete Polizeiwache an der Steinstraße wurde zwischen 1926 und 1928 um einen Zwischenflügel und ein Polizeigefängnis erweitert, das ab 1933 von der Geheimen Staatspolizei zur Folterung und Erpressung von Geständnissen politischer Gegner, jüdischer Bürger und ausländischer Zwangsarbeiter missbraucht und dadurch als „Hölle Westdeutschlands“ bekannt wurde.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, Treppenhaus

In der Zeit von 1933 bis 1945 waren in der Steinwache insgesamt mehr als 66.000 Menschen inhaftiert, von denen viele in Konzentrationslager gebracht wurden. So wurde beispielsweise in der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 ein großer Teil der jüdischen Männer aus Dortmund von der Geheimen Staatspolizei zunächst in die Steinwache und anschließend in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Nach dem Krieg wurde das Polizeigefängnis bis zum Ende der 1950er Jahre weiter als solches genutzt, von 1961 bis 1986 diente es als städtische Schlafstelle für Obdachlose. 1987 beauftragte der Rat der Stadt Dortmund das Stadtarchiv, die Austellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945“ dort dauerhaft zu zeigen.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, 3. Obergeschoss

Anhand von Fotos, Dokumenten, Briefen und persönlichen Berichten werden in etwa 50 kleinen Zellen auf fünf Stockwerken die Geschichte nationalsozialistischer Verfolgung sowie Widerstandsaktionen und Protestformen dagegen gezeigt. Einige Einzelbereiche wie die als „Fertigmach-“ oder „Mörderzelle“ berüchtigte Zelle 19 oder die „Inschriftenzelle“ wurden rekonstuiert. Obwohl schon ein wenig betagt, ist die Präsentation, in der auch Medienstationen eingesetzt werden, immer noch zeitgemäß.

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, rekonstruierte Gefängniszelle

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, rekonstruierte „Inschriftenzelle“

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, rekonstruierte Isolierzelle

Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, Vervielfältigungsmaschine

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