Donnerstag, 23. Januar 2014

„Der schöne Schein“ im Gasometer Oberhausen

Die Vielfalt der Schönheit in der Kunst

Der Louvre in Paris, die Berliner Nationalgalerie, das Museum of Modern Art in New York, die Londoner Tate Gallery, die Uffizien in Florenz – die großen Museen der Kunstwelt sind 2014 mit großen Meisterwerken aus ihren Beständen im Gasometer Oberhauen zu Gast. Auf der Suche nach den vielfältigen Erscheinungsformen der Schönheit zeigt die kommende Ausstellung „Der schöne Schein“ ausgewählte Bilder und Skulpturen der vergangenen Epochen in großformatigen Fotografien und Abgüssen.

Gasometer Oberhausen, Frachtschiff Sownent auf dem Rhein-Herne-Kanal

„Die Schönheit erscheint uns in der zeitlosen Schlichtheit der Nofretete ebenso wie im unergründlichen Lächeln der Mona Lisa. Sie liegt in den ruhigen Landschaften Caspar David Friedrichs, aber auch in Hokusais kraftvoller großer Welle, die sogar den Berg Fuji unter sich zu begraben scheint. Schönheit kann einfach sein und strahlend. Elegant und verführerisch. Prachtvoll und verspielt. Sie kann aber auch dunkel sein, geheimnisvoll und verstörend. Daher spiegelt sich in den größten Werken der Kunstgeschichte – bei all ihrer Vielfalt – immer auch die Suche nach der Schönheit“, erklärt Kurator Prof. Peter Pachnicke: „Die Ausstellung ‚Der schöne Schein‘ nimmt ihre Besucher mit auf eine faszinierende Reise durch Kulturen und Zeitalter der Menschheit. Sie führt uns von der Antike bis zu Picasso.“

Katsushika Hokusai, „Die große Welle vor Kanagawa“, © bpk/The Trustees of the British Museum

Die rund 150 Reproduktionen ersetzen nicht das Erlebnis der Originale. Aber sie schaffen ein Kaleidoskop der Schönheit und vereinen die Werke in einem „imaginären Museum“, so dass die faszinierende Vielfalt der Schönheitsvorstellungen verschiedener Kulturen erfahrbar und vergleichbar wird. Dieses „imaginäre Museum“ umfasst Bilder, die sich im Laufe der Kulturgeschichte unauslöschlich eingeprägt haben: Die „Nofretete“, die „Venus von Milo“, Polyklets „Speerträger“, Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, Hieronymus Boschs Triptychon „Garten der Lüste“, Sandro Botticellis „Geburt der Venus“, Katsushika Hokusais „Große Welle vor Kanagawa“, Caspar David Friedrichs „Mondaufgang“ und Vincent van Goghs „Sternennacht“ – sie alle sind heute Teil des kollektiven Bildgedächtnisses der Menschheit. Betrachtet werden in den insgesamt neun Abteilungen so unterschiedliche Aspekte wie die Schönheit der himmlischen Sphären, die Erhabenheit der Natur, das menschliche Antlitz, aber auch die Faszination des Todes und seine Verklärung.

Die Ausstellung „Der schöne Schein“ der Gasometer Oberhausen GmbH steht unter der Gesamtleitung von Geschäftsführerin Jeanette Schmitz und wird von Peter Pachnicke und Wolfgang Volz kuratiert, die im Gasometer Oberhausen bereits für die Umsetzung erfolgreicher Ausstellungen wie „Das Auge des Himmels – Satellitenbilder der Erde“, „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“, „Magische Orte – Natur- und Kulturmonumente der Welt“ und Christos „Big Air Package“ verantwortlich waren.


Multimediales Raumerlebnis „320° Licht“ im Luftraum

Die Installation „320° Licht“ der 2005 gegründeten Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN nimmt die kathedralenartige Schönheit des Gasometers zum Ausgangspunkt für ein faszinierendes Spiel mit Formen und Licht. In einem Radius von 320 Grad wachsen und verändern sich auf der 100 Meter hohen Innenwand des Gasometers grafische Muster. Der Betrachter erlebt ein Wechselspiel zwischen realem und virtuellem Raum, bei dem sich der Gasometer in seine eigenen, filigranen Strukturen aufzulösen scheint und schließlich doch immer wieder zu seiner klaren Form zurückfindet. „320° Licht“ wird mit 23 Hochleistungsprojektoren realisiert. Mit fast 20.000 m² bespielter Fläche wird die Installation zu den größten und technisch anspruchsvollsten Innenraumprojektionen weltweit gehören. Über sieben Kanäle eingespeiste Klänge werden die raumprägende Wirkung der Installation akustisch fortsetzen und ergänzen.

Entwurf der Installation „320° Licht“ von URBANSCREEN im Gasometer Oberhausen 2014, © Gasometer Oberhausen

URBANSCREEN wurde international bekannt durch die spektakulären Illuminationen „Lighting the sails“ des Opernhauses in Sydney, Australien im Rahmen des Festivals „Vivid Sydney 2012“ (Mai 2012), „Centennial Spectacle“ zum 100-jährigen Jubiläum an der William Marsh Rice University in Houston, Texas, USA (Oktober 2012), und die Light-Sound-Kompositionen „555 KUBIK“ auf der Kunsthalle Hamburg (Juli 2009), „Kreisrot“ an der Bauhaus Prellerhausfassade in Dessau (September 2009) und „MQ10“, 10 Jahre MuseumsQuartier Wien (Juli 2011).


20 Jahre höchste Ausstellungshalle Europas

„2014 blickt der Gasometer Oberhausen auf mittlerweile 20 überaus erfolgreiche Jahre als höchste Ausstellungshalle Europas zurück. Wir freuen uns daher besonders, mit der Ausstellung ‚Der schöne Schein‘ in diesem Jahr große Meisterwerke der Kunstgeschichte präsentieren zu können“, sagt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH.

Der Gasometer Oberhausen, 117,5 Meter hoch, wurde vor 85 Jahren, am 15. Mai 1929, in Betrieb genommen und ist heute Wahrzeichen der Stadt, beeindruckendes Dokument der Bau- und Technikgeschichte und spektakulärer Veranstaltungsort. Seit 1994 ist er ein kaum mehr wegzudenkender Bestandteil der Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als fünf Millionen Besuchern in den bisher dreizehn großen Ausstellungen steht der Gasometer Oberhausen stellvertretend für den lebendigen Wandel der Region. Hinzu kommen zahlreiche Theateraufführungen und Konzerte, Lesungen und Vorträge, in denen der einstige Gasspeicher sein einzigartiges Raumerlebnis in seinem Inneren unter Beweis gestellt hat. Vom Dach dieser „Kathedrale der Industrie“, zu erreichen über den gläsernen Panoramaaufzug, bietet sich der Ausblick über das gesamte westliche Ruhrgebiet.

Gasometer Oberhausen

Die Ausstellung „Der schöne Schein“ wird vom 11. April bis 30. Dezember 2014 dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, während der Schulferien in Nordrhein-Westfalen auch montags.

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