Donnerstag, 30. Januar 2014

Das neue Stage Theater an der Elbe wird mit „Das Wunder von Bern“ eröffnet

Uraufführung in Hamburg im November 2014

Stage Entertainment wird seinen Theaterneubau an der Elbe im November 2014 mit der Uraufführung des Musicals „Das Wunder von Bern“ eröffnen, das auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann basiert. Joop van den Ende, Gründer und Eigentümer von Stage Entertainment: „Mit dem Stage Theater an der Elbe eröffnet in Hamburg seit 20 Jahren endlich ein neues Musical-Theater. Als Premierenproduktion haben wir einen Stoff gesucht, der dem Anspruch gerecht wird, in Deutschlands Musical-Hauptstadt seine Uraufführung zu feiern. Hierbei mussten wir uns zwischen internationalen Musical-Hits oder einer Stage Entertainment Eigenentwicklung entscheiden.“ Die Entscheidung fiel zugunsten der Eigenentwicklung „Das Wunder von Bern“. Joop van den Ende: „Das Thema hat eine unglaubliche Kraft und Relevanz. Diese herzergreifende Familien-Geschichte hat alles, was ein gutes Musical ausmacht: ein gutes Buch als Grundlage, eine musikalische Bearbeitung voller großer Melodien und wunderbare Theatermomente. Kaum ein Ereignis hat die Deutschen so positiv geprägt wie dieses. Die Hoffnung der Menschen auf ein besseres Leben, eine Nation im Aufbau und ein einzigartiger Moment, der dem ganzen Land neuen Lebensmut bescherte. „Das Wunder von Bern“ ist ein Stück deutsche Geschichte und berührt ganz Deutschland.“

Das neue Stage Theater an der Elbe, © Stage Entertainment

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz verwies bei der Bekanntgabe des neuen Stückes auf die Bedeutung der Musicals für die Hansestadt: „Bereits jetzt ist Hamburg der drittgrößte Musicalstandort der Welt. Das wirtschaftliche Engagement von Stage Entertainment hat eine große Wirkung auf unsere Stadt: Mehrere Millionen Musicalbesucher pro Jahr übernachten hier, gehen shoppen oder besuchen weitere kulturelle Einrichtungen. Mit „Rocky“ ist der allererste Export eines hier entwickelten Musicals an den New Yorker Broadway gelungen. Viel Erfolg auch für die neue Produktion aus Hamburg.“

„Das Wunder von Bern“ erzählt vor dem Hintergrund der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte. Der elfjährige Matthias Lubanski, genannt „Mattes“, lebt mit seiner Mutter Christa und seinen älteren Geschwistern Bruno und Ingrid in einer von den Folgen des Zweiten Weltkrieges geprägten Arbeitergegend in Essen. Dazu gehört auch, dass er ohne seinen Vater aufwächst. Als Mattes geboren wurde, befand der sich bereits in russischer Kriegsgefangenschaft. Die Hoffnung auf eine Rückkehr hat die Familie im Grunde aufgegeben. Während Christa in ihrer Kneipe ihren Mann steht und Bruno und Ingrid ihr eigenes Leben leben, verbringt Mattes viel Zeit mit den Kindern des Viertels beim Fußball spielen, wobei er selbst kein besonders guter Kicker ist. Längst hat sich der Junge einen Ersatzvater gesucht: Helmut Rahn, der Rechtsaußen seines Lieblingsvereins Rot-Weiss Essen. Die Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz steht bevor, und als einer der besten Spieler des Landes gehört Helmut alias „Der Boss“ zu den Stars der Nationalmannschaft. Mattes trägt ihm regelmäßig die Tasche zum Training und ist stolz darauf, das „Maskottchen“ seines Helden zu sein. Zumal der ihm sagt, dass er nur gewinnen könne, wenn Mattes dabei ist.

„Das Wunder von Bern“, © Stage Entertainment

Doch eines Tages gerät Mattes´ Welt völlig aus den Fugen: Sein Vater Richard kehrt überraschend aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Doch er ist nicht mehr der Vater, den sich Matthias so sehr erträumt hat. Zwölf Jahre lang war er nicht zu Hause – jetzt ist er ein gebrochener Mann. Ein traumatisierter Kriegsheimkehrer, der weder die Selbstständigkeit seiner Frau noch die politischen Vorstellungen seines Sohnes Bruno oder die Träume seiner Tochter Ingrid akzeptieren will. Auch mit Mattes´ Begeisterung für Fußball und den Boss kann er rein gar nichts anfangen. Richard findet einfach keinen Platz in seiner Familie und der Nachkriegsgesellschaft.

Derweil ist die deutsche Nationalmannschaft unter Bundes­trainer Sepp Herberger in ihrem Quartier am Thuner See angekommen und bereitet sich auf das erste WM-Turnier mit deutscher Beteiligung seit dem Zweiten Weltkrieg vor. Zur Mannschaft gehört auch Helmut Rahn. Allerdings lässt Herberger den Boss kaum spielen. Der reagiert mit Unver­ständnis und ist maßlos enttäuscht. Auch Mattes im fernen Essen kann es nicht fassen. Doch selbst wenn Rahn spielen würde – hatte er nicht gesagt, er könne nur in Mattes´ Gegenwart gewinnen?

In der Nacht vor dem Endspiel in Bern, weckt Richard seinen Sohn, um mit ihm in die Schweiz zu fahren. Der Pfarrer hat ihm sein Auto geliehen, und so machen sich die beiden auf die Reise Richtung Endspiel. Gegen Ende der zweiten Halbzeit gelangen sie endlich ins Stadion. Im Spiel gegen die haushohen Favoriten aus Ungarn steht es 2:2. Da rollte der Ball ins Aus – und Mattes genau vor die Füße. Er hebt ihn auf und wirft ihn Helmut Rahn zu, der endlich spielen darf. Der Boss und Mattes sehen sich in die Augen. Jetzt ist alles möglich. Mit atemloser Stimme kommentiert der Reporter Herbert Zimmermann: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ Und nur wenige Minuten später bricht es aus ihm heraus: „Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“

Im Stadion, in Christas Kneipe, überall im Land liegen sich die Menschen in den Armen. Deutschland, eine verunsicherte Nation, die nach einem selbst angezettelten mörderischen Krieg geächtet am Boden lag, steht wieder auf. Die Menschen finden zu sich und zueinander und sind bereit für einen Neuanfang.

Die Filmvorlage von Sönke Wortmann begeisterte fast vier Millionen Kinogänger und wurde mit mehreren nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem mit der Goldenen Leinwand, dem deutschen Filmpreis sowie den Publikumspreisen beim San Francisco International Film Festival und dem Internationalen Filmfestival von Locarno. Sönke Wortmann: „Mir war wichtig, dass die Umsetzung als Musical die Emotionalität des Stoffes verstärkt. Nach einem Workshop der Musicalproduzenten von Stage war ich restlos überzeugt. Wie dieses Thema auf der Bühne umgesetzt wird ist wirklich atemberaubend. Die Dramaturgie stimmt, die Lieder kommen an den richtigen Stellen und durch die Nähe zur Bühne ist man direkt im Geschehen.“

Das Kreativteam des Stücks wird angeführt vom erfolgreichen Theater- und Filmregisseur Gil Mehmert, der auch für das Buch der Bühnenfassung verantwortlich ist. Der gebürtige Westfale lehrt seit 2003 als Professor im Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste in Essen und wurde für sein vielfältiges Schaffen mehrfach mit renommierten Theater- und Filmpreisen ausgezeichnet. Für die Musik im Wunder von Bern konnten Martin Lingnau als Komponist und Frank Ramond als Liedtexter gewonnen werden. Martin Lingnau ist einer der erfolgreichsten Musiktheater-Autoren Deutschlands. Darüber hinaus komponierte der Wahl-Hamburger beispielsweise die Filmmusik für den erfolgreichen Disney-Film „Serengeti“ und arbeitete mit Künstlern wie Bully Herbig, Maite Kelly oder Udo Lindenberg zusammen. Frank Ramond gehört zu den besten deutschen Produzenten und Textdichtern. Von Roger Cicero über Annett Louisan bis zu Ina Müller, Santiano oder Barbara Schöneberger. Sie alle vertrauen Ramonds Gespür für das richtige Wort.

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