Montag, 20. Januar 2014

Absolventenpräsentation Musical 2014

Große Bühne für den Musicalnachwuchs

Am Mittwoch, 15. Januar 2014 und Donnerstag, 16. Januar 2014 fand an der Konservatorium Wien Privatuniversität die diesjährige Absolventenpräsentation Musical der deutsch­sprachigen Musikhochschulen als Kooperation der deutschen ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit mit der Konservatorium Wien Privatuniversität statt, Insidern auch als Intendantenvorsingen (IVO) bekannt. AbsolventInnen der Universität der Künste Berlin, Folkwang Universität der Künste Essen, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Bayerische Theaterakademie August Everding München, Hochschule Osnabrück und der Konservatorium Wien Privatuniversität hatten zwei Tage lang Gelegenheit, ihr Können dem interessierten Publikum zu präsentieren. Da die Musicalausbildung in Leipzig zwischenzeitlich geschlossen wurde, war die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ 2014 zum letzten Mal bei der Absolventenpräsentation Musical vertreten. Das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück nahm zum ersten Mal mit 11 Absolventen an der Präsentation teil.

2003 unter Beteiligung der fünf Hochschulen in Berlin, Essen, Leipzig, München und Wien und mit tatkräftiger Unterstützung der WestLB (die ihr kulturelles Engagement 2010 leider eingestellt hat) aus der Taufe gehoben, hat sich die Absolventenpräsentation mittlerweile zum festen Bestandteil der deutschsprachigen Musicalszene entwickelt, sie fand 2014 zum 11. Mal statt. Eine Absolventen­präsen­tation ausgesuchter Absolventen privater Musicalschulen fand erstmals im Mai 2009 in der Joop van den Ende Academy in Hamburg statt, 2012 wurde die vierte Auflage der noch jungen Veranstaltung von etwa 50 Fachleuten besucht. Intendanten, Produzenten, Regisseure und Casting-Direktoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nutzen die einmalige Gelegenheit, alle Musical-AbsolventInnen der renommierten staatlichen Hochschulen in einer gemeinsamen Audition kennenzulernen und sowohl ihre Bühnenpräsenz als auch die künstlerische Leistung beurteilen zu können. Darunter waren in diesem Jahr u. a. Besetzungs­ver­antwortliche der Vereinigten Bühnen Wien und Stage Entertainment, Intendanten der Sommerfestspiele und auch Vertreter der Stadttheater, die teilweise noch Partien in der laufenden Spielzeit zu besetzen hatten. Als „Jobbörse“ soll die Absolventenpräsentation den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Die AbsolventInnen können sich vielen Arbeitgebern gleichzeitig präsentieren und brauchen nicht ohne konkrete Aussichten auf ein Engagement von Audition zu Audition zu reisen. Gerade an Stadttheatern werden häufig keine zeitintensiven offenen Castings veranstaltet, stattdessen schauen sich die Verantwortlichen die AbsolventInnen beim IVO an und laden sie direkt zu einer Audition ein. Darüber hinaus ist diese für die deutschsprachige Hochschullandschaft einmalige Kooperation aber auch eine wunderbare Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zwischen Lehrenden, mit dem Publikum und vor allem für die jungen Künstler selbst.


Insgesamt kamen 56 AbsolventInnen, begleitet von ihren Lehrenden, in Wien zusammen. Im Einzelnen waren dies:
  • Universität der Künste Berlin, Studiengang Musical/Show: Maria-Danaé Bansen, Johannes Brüssau, Patrik Cieslik, Dennis Dobrowolski, Christian Funk, Yvonne Greitzke, Venera Jakupov, Christian Miebach, Anna Pircher, Larissa Kristina Puhlmann, Ira Theofanidis, Marion Wulf
  • Folkwang Universität der Künste Essen, Studiengang Musical: Angelo Canonico, Julian Culeman, Matthias Kumer, Sandra Pangl, Anna Preckeler, Léonie Thoms
  • Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Fachrichtung Gesang Popularmusik-Jazz/Musical: Michael Beck, Angelina Biermann, Fabian Bothe, Michael Ehspanner, Nedime Ince, Andreas Langsch, Nathalie Parsa, Linda Rietdorff, Barbara Weiß, Johanna Zett
  • Bayerische Theaterakademie August Everding München, Studiengang Musical: Philipp Büttner, Manuel Dengler, Veronika Hörmann, Pascal Höwing, Laura Joeken, Benjamin A. Merkl, Nico Schweers, Antonia Welke
  • Hochschule Osnabrück, Studiengang Musical: Rosalie Becker, Christian Bindert, Jürgen Brehm, Cihan Demir, Agneta Hannappi, Marcel Kaiser, Matthias Knaab, Mathias Meffert, Hannah Noack, Elena Otten, Tobias Rechtien
  • Konservatorium Wien Privatuniversität, Studiengang Musikalisches Unterhaltungstheater: Jil Clesse, Marja Hennicke, Lawrence Karla, Steven Klopp, Karolin Konert, Marcel-Philip Kraml, Michael Souschek, Judith von Orelli, Matthias Weißschuh
In ihren Präsentationen legten die Hochschulen unter­schied­liche Schwerpunkte auf die Sparten Schauspiel, Tanz und Gesang, auch persönliche Vorlieben der Studierenden waren zu erkennen. Das Programm der Shows war facettenreich und unterhaltsam, insgesamt bewiesen die AbsolventInnen ein durchwegs hohes Niveau ihrer Ausbildung.

AbsolventInnen der Universität der Künste Berlin

Die Berliner Studenten zeigten wie jedes Jahr Ausschnitte aus Ihrer Abschlussproduktion. Diese war letztes Jahr „Stimmen im Kopf“ (UA 21. März 2013, Regie Peter Lund), ein Musical von Studiengangsleiter Peter Lund (Text) und Wolfgang Böhmer (Musik) über die Insassen einer psychiatrischen Anstalt. Maria-Danaé Bansen, Gewinnerin des zweiten Jurypreises sowie des Publikumspreises des Jugend kulturell Förderpreises 2013 „Musical“, zeigte ihre Vielseitigkeit als Burnout Patientin mit „Ich schau nur zu“ und mit „42nd Street“ auch ihre Stepkünste. Dennis Dobrowolski riss das Publikum mit „Es ist so schön am Abend bummeln zu geh´n“ aus „Ball im Savoy“ mit, wo er bereits in der Berliner Inszenierung an der Komischen Oper den Célestin Formant gespielt hat, und mit „Offenbarung“ aus „Altar Boyz“. Johannes Brüssau zeigte sowohl gesanglich als auch tänzerisch in „Sie sagen“ und „Hätt ich bloß ein bißchen Hirn“ sein Können.

Maria-Danaé Bansen

AbsolventInnen der Folkwang Universität der Künste Essen

Die Folkwängler begannen ihr Programm mit „Don´t stop me now“ von Queen. Als wandelbare Requisiten dienten ihnen mehrere Bierkisten. Während der ganzen Präsentation hindurch blieben alle Studenten auf der Bühne und da die einzelnen Szenen und Lieder ineinander übergingen, wirkte die Darstellung wie aus einem Guss. Sandra Pangl nutzte mit einem komödiantischen und in Wiener Dialekt übersetzten „Oben“ (von Rainhold Grebe) ihren Heimvorteil.

AbsolventInnen der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig

Bei den Studenten aus Leipzig fiel auf, dass einige die deutschen Texte selbst beisteuerten. So zum Beispiel Johanna Zett, die sich mit „Licht auf der Piazza“ von Ihrer romantischen Seite und mit „My Body“ aus „The Life“ als selbstbewußte Frau zeigte. Andreas Langsch, der beim Jugend kulturell Förderpreis 2013 „Musical“ mit dem ersten Jurypreis ausgezeichnet wurde, bestach durch seinen satten Bass/Bariton bei „Father, How Long?“ aus „The Civil War“ von Frank Wildhorn. Mit „Tanz mit dem Teufel“ aus den „Hexen von Eastwick“ brillierte er auch tänzerisch. Beendet wurde die Präsentation durch eine Steptanznummer aller Studenten zu „I got Rythm“.

Andreas Langsch

AbsolventInnen der Bayerischen Theaterakademie August Everding München

Die Münchener Studenten führten das Publikum mit Sondheims „Weekend in the Country“ zu Oscar Wildes „The Importance of Being Earnest“/„Bunbury“. In den Dialogen sprachen sie sich gegenseitig mit ihren tatsächlichen Namen an und sorgten so dafür, dass ihre Namen im Gedächtnis blieben. Benjamin A. Merkl überzeugte mit „Riesen über uns“ aus „Ab in den Wald“ und „Seven Wonders“ aus „Catch me if You Can“. Manuel Dengler zeigte in „I am Aldolpho“ aus „The Drowsy Chaperone“, dass man Namen tanzen kann. Pascal Höwing zeigte sich mit dem „Lied des Meisters“ aus „Dracula“ irrsinnig komisch, und Antonia Welke berührte mit „I Dreamed a Dream“ aus „Les Misérables“.

AbsolventInnen der Hochschule Osnabrück

Osnabrück begann sein Programm mit dem Opening aus „In Arbeit“ (Originaltitel „Working“, DSE 30. Dezember 2012, Regie Sascha Wienhausen), ein Musical von Stephen Schwartz, welches die Studenten in Zusammenarbeit mit dem Theater Osnabrück zur deutschen Erstaufführung gebracht haben. Rosalie Becker zeigte mit „Brathähnchen“ aus „Lebenszeichen“ (von Jane Martin) und „Vielleicht mag ich es so“ aus „The Wild Party“ Stimmgewalt. Matthias Knaab beeindruckte mit dem „Caveman Song“ („Way Ahead of My Time“) von Peter Mills.

AbsolventInnen der Konservatorium Wien Privatuniversität

Die Studenten der Konservatorium Wien Privatuniversität begannen Ihren Block mit „Dies irae“ aus Mozarts „Requiem“, zeigten sich aber sonst eher von der komödiantischen Seite. Das schauspielerische Können bewiesen sie in zwei Szenenausschnitten aus französischen Komödien. Steven Klopp zeigte alleine Ausschnitte aus „Les Misérables“, wobei er sowohl Frauen- als auch Männerrollen sang. Judith von Orelli berührte mit „The Way He Makes Me Feel“ und brachte das Publikum mit „Frau Klein“ („Miss Byrd“) aus „Closer Than Ever“ zum Lachen. Auch Jil Clesse überzeugte mit „Glitter and be gay“ aus „Candide“ und „Daddy´s Son“ aus „Ragtime“.

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