Freitag, 29. November 2013

Vom Geist der Weihnacht

„Vom Geist der Weihnacht“ – nach der Erzählung „A Christmas Carol“ von Charles Dickens; Musik: Dirk Michael Steffan; Texte: Michael Tasche, Dirk Michael Steffan; Inszenierung: Craig Simmons; Choreografie: Natalie Holtom; Bühne: Matthias Läßig; Lichtdesign: Manuel da Costa; Musikalische Leitung: Wolfgang Wilger. Darsteller: Kristian Vetter (Ebenezer Scrooge), Peter Trautwein (Jacob Marley), Stefanie Hertel (Engel/Belle), Hans-Dieter Heiter (Mr. Cratchit), Julia Felthaus (Mrs. Cratchit/Mrs. Pillbox), James Sbano (Mr. Fezziwig/Mr. Beavis), Isabella Prühs (Mrs. Fezziwig/Mrs. Shellcock), Patrick Adrian Stamme (Junger Scrooge/Mr. Butthead), Michael Zaremba (Timmy), Daniel-Erik Biel (Junger Marley), Dirk Hinzberg (Mr. Highprice/Mr. Betsy), Krisha Dalke (Mr. Lowprice/Mr. Kent), Suzanne Dowaliby (Mrs. Pommeroy), Laura Birte (Liz Pommeroy, Geigenspieler), Naemi Mettler (Debbie), Michael Chadim, Yael de Vries, Saskia Huppert, Martin Mulders, Oliver Nöldner, Stefanie Wesser (Ensemble). Kinderdarsteller: Jill Felgner/Melissa Sophie Lambert/Kira Merit Scheffrahn/Maike Berit Scheffrahn/Finya Wylenga (Anne), Colin Lehrke/Leon Mlakar/Maximilian Stüwe/Nathaniel Youngberg/Deniz Wagener (Bob), Noah Henry Friedrich/Gregor Lypka/Tim Willi Müller/Bennet Pappe/Luca Wowra (Boy/Scrooge als Kind), Masal Baraeva/Emma Gilbert/Vivian Kretzschmar/Helena Maisch/Charlotte Schilbach (Fan), Quentin Titus Althaus/Victoria Sophie Bak/Assiya Boussaida/Artiana Bucpapaj/Dominik-Jens Gambke/Melina Hendel/Ron Heußler/Bernadette Kacou/Aylin Mazak/Marcel Miedejszo/Joel Strelow (Schulkinder). Uraufführung: 23. November 2001, TheatrO CentrO, Oberhausen. Premiere: 28. November 2013, Capitol Theater Düsseldorf.



„Vom Geist der Weihnacht“


Das Familienmusical kehrt nach Düsseldorf zurück


Capitol Theater Düsseldorf

Rechtzeitig zur Weihnachtszeit zeigt BB Promotion GmbH in Kooperation mit MB Event & Entertainment GmbH vom 26. November bis 29. Dezember 2013 „Vom Geist der Weihnacht“ nach der erstmals 1843 veröffentlichten Erzählung „A Christmas Carol in Prose. Being a Ghost Story of Christmas“ von Charles Dickens im Capitol Theater Düsseldorf. Das Familien­musical von Komponist und Autor Dirk Michael Steffan und Librettist Michael Tasche wurde 2001 im TheatrO CentrO in der Neuen Mitte Oberhausen uraufgeführt, seither wird das Stück alljährlich an renomierten Bühnen gespielt, 2011 im Deutschen Theater in München und in der Alten Oper in Frankfurt. Über 500.000 Besucher sollen das Stück bereits gesehen haben. Im Capitol Theater Düsseldorf wurde das Stück erstmals am 26. November 2009 in der Regie von Iris Limbarth aufgeführt, vier Jahre später inszeniert Craig Simmons das Familienmusical erneut im ehemaligen Straßenbahndepot der Rheinbahn AG.

„Am Heiligen Abend“: Ensemble

Heiligabend herrscht auf dem festlich geschmückten Marktplatz reges Treiben. Die Menschen wünschen, mit Geschenken beladen und voller Vorfreude auf das Fest, einander frohe Weihnachten. Nur der kaltherzige Pfandleiher Ebenezer Scrooge lässt sich von der festlichen Stimmung nicht anstecken. Als Scrooge zu Hause im Schlafzimmer in seinem Schuldenbuch blättert, erscheint sein alter Freund und Geschäftspartner Jacob Marley. Doch der ist bereits vor einigen Jahren verstorben, und seither wandelt sein Geist zur Strafe ruhelos auf Erden, da er zu Lebzeiten seine Mitmenschen ebenfalls schikanierte, wo er nur konnte. Nun bleibt ihm der Zutritt zum Paradies so lange verwehrt, bis er aus seinem Freund Scrooge einen besseren Menschen gemacht hat. Das ist gar nicht so einfach, selbst Marleys Geisterfreunde können Scrooge mit ihrem gespenstischem Tanz nicht beeindrucken. Doch glücklicherweise bekommt Marley Unterstützung von einem Engel, der die beiden mit auf eine Reise durch Zeit und Raum nimmt. Zunächst führt der Engel die beiden Freunde in die Vergangenheit. Scrooge sieht sich selbst als den einsamen, kleinen Jungen, der er einst war und der an jedem Weihnachtsfest allein im Internat bleiben musste. Weiter geht die Reise in den Laden von Mr. Fezziwig, bei dem Scrooge und Marley ihre Lehre gemacht haben. Als junger Mann war er in die hübsche Tochter des Hauses verliebt, doch ihm ist seine Karriere wichtiger gewesen, und so muss er noch einmal miterleben, wie ihn seine große Liebe Belle weinend verlässt. Da wird ihm klar, dass er vieles im Leben falsch gemacht hat.

„Was habe ich getan?“: Kristian Vetter (Ebenezer Scrooge)

Der Engel der Weihnacht begleitet Scrooge und Marley in die Gegenwart, wo die Familie seines Angestellten Cratchit Weihnachten feiert und voller Mitgefühl und guter Wünsche auf Scrooge anstößt. Cratchits behinderter Sohn Timmy, der trotz seiner Krankheit seinen Lebensmut nicht sinken lässt, bricht Scrooge beinahe das Herz. Voller Angst, seine guten Vorsätze ohne seinen Freund Marley nicht in die Tat umsetzen zu können, wünscht er sich, diese Nacht möge niemals enden. Unbeirrbar reist der Engel mit ihnen in die Zukunft, wo Scrooge erfährt, wie glücklich die Menschen wären, wenn er ihnen in ihrer Not hilft. Schließlich führt ihn der Engel zum Grab seiner Jugendliebe Belle. Scrooge bricht verzweifelt zusammen, als er erkennen muss, dass er die Gelegenheit, Belle seine Liebe zu gestehen, für immer vertan hat. Doch in diesem Moment enthüllt ihm der Engel der Weihnacht sein ganz persönliches Geheimnis. Als Scrooge aus seinem Traum erwacht, hat er begriffen, dass er eine zweite Chance bekommen hat, und sein Leben erfährt eine Wendung zum Guten. Dazu gehört auch, dass er zum ersten Mal von Herzen Weihnachten feiert – zusammen mit all den Menschen, die er früher verachtet hat.

„In Ketten geschmiedet“: Kristian Vetter (Ebenezer Scrooge) und Peter Trautwein (Jacob Marley)

„In Ketten geschmiedet“: Peter Trautwein (Jacob Marley), Ensemble

„In Ketten geschmiedet“: Peter Trautwein (Jacob Marley), Ensemble

Natürlich geht es in dem Musical auch um Geister, aber in erster Linie geht es um den Spirit des Weihnachtsfestes, mit einem Augenzwinkern wird an das Gewissen appelliert, den eigentlichen Sinn der Weihnacht nicht aus den Augen zu verlieren. Tatsächlich wollte Charles Dickens mit seiner Weihnachtsgeschichte auf die Not der Armen in England aufmerksam machen, doch seit beinahe 170 Jahren bewegt und fasziniert der Klassiker die Menschen. Aber auch die Musicaladaption spricht mit einer anrührenden Geschichte und eingängiger Musik eine breite Zielgruppe an und verdient das Prädikat „Familienmusical“ zu Recht. Kristian Vetter spielt die Rolle des kaltherzigen Geldverleihers Ebenezer Scrooge nach der Uraufführung im TheatrO CentrO in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal, versiert und glaubwürdig verleiht er dem verbitterten Geizhals Gestalt. Dem ein oder anderen dürfte er sicher aus der Seele sprechen, wenn er den Konsumterror zu Weihnachten mit den Worten „Warum kauft man diesen Mist, nur weil zufällig Weihnacht ist“ anprangert, schließlich wird jedes Jahr früher in den Geschäften für Weihnachten „aufgerüstet“. Seine Wandlung zum geläuterten Wohltäter kommt mit viel Pathos daher, ohne zu kitschig zu wirken. Peter Trautwein verkörpert den geschundenen Untoten Jacob Marley nach der Uraufführung in diesem Jahr ebenfalls bereits zum sechsten Mal, verständlicherweise hat er in seiner Rolle die Sympathien der Zuschauer vom ersten Augenblick an auf seiner Seite, mit seinem herzerfrischenden Schauspiel und Gesang kann er zusätzlich beeindrucken.

„Lied eines Engels“: Stefanie Hertel (Engel)

„Lied eines Engels“: Stefanie Hertel (Engel)

Für die Rolle des Engels der Weihnacht/Belle wurde in diesem Jahr – nach Jasmin Wagner, Patricia Kelly, Sandy Mölling und LaFee – die Sängerin Stefanie Hertel engagiert, die damit ihr Musicaldebüt gibt. Zweifellos kann eine vierwöchige Proben­phase keine vierjährige Musicalausbildung ersetzen, doch Stefanie Hertel kann nicht nur gesanglich, sondern insbesondere als Belle auch durch ihr natürliches Schauspiel überzeugen. Für ihren ersten Auftritt als Engel im ersten Akt hat Dirk Michael Steffan eigens für Stefanie Hertel den neuen Song „Im Spiegel der Zeit“ geschrieben. Ob Engel tatsächlich häufig die Arme ausbreiten und ihren Schützlingen gut zureden, wie es hier von Skript und Inszenierung vorgegeben wird, oder ob sie auch einmal aus der Haut fahren können, was ja nur zu verständlich wäre, wer weiß das schon. James Sbano und Isabella Prühs sind als gutmütiger Mr. Fezziwig und seine lebenslustige Frau zu sehen, bei denen gern gefeiert und noch lieber gegessen wird, in ihrem fetzigen Rap „Nur eine Kleinigkeit“ verrät Isabella Prühs temperamentvoll das Geheimnis ihres Weihnachtsmenüs, der Showstopper des Abends. Stellvertretend für das insgesamt hervorragend agierende Ensemble seien an dieser Stelle noch Patrick Adrian Stamme als Junger Scrooge und Michael Zaremba als Timmy Cratchit genannt.

Craig Simmons führte bei „Vom Geist der Weihnacht“ erstmals 2003 im TheatrO CentrO in Oberhausen Regie, er ist in Düsseldorf zum vierten Mal dabei und zeichnet für die Inszenierung verantwortlich. Die in zügiger Abfolge beschriebenen Stationen der Reise des Engels der Weihnacht mit Scrooge und Marley zur vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht bieten dem Publikum jedes Jahr aufs Neue kurzweilige Unterhaltung und reichlich ergreifende Momente. Wenn das Ensemble mit Ketten an den Händen als Untote in phantasievollen Choreografien von Natalie Holtom auf der Bühne zu sehen ist, fühlt man sich nicht von ungefähr an einen anderen musicalischen Albtraum erinnert. Matthias Lässig zeichnet für das märchenhafte, detaillierte Bühnenbild verantwortlich, das von Manuel da Costa (Lichtdesign) stimmungsvoll in Szene gesetzt wird. Zusätzlich strahlen die Kostüme das nostalgische Flair der Viktorianischen Zeit aus, und da die Geschichte in London spielt, darf natürlich auch der sprichwörtliche Londoner Nebel nicht fehlen. Auch im Capitol Theater wird zwölf Jahre nach der Uraufführung mit den von Gert Wilden arrangierten, professionell produzierten Playbacks gearbeitet, was inzwischen hinlänglich bekannt sein dürfte. Zwar wird der ein oder andere das Live-Orchester ein wenig vermissen, aber wer die Diskussionen um die reduzierte Orchestergröße bei Musicalproduktionen verfolgt hat, mag an dieser Stelle selbst entscheiden, was sich besser anhört: professionell produzierte Playbacks oder ein aus Kosten­gründen reduziertes Live-Orchester. Angesichts des positiven Gesamteindrucks lassen sich die Playbacks leicht verschmerzen, was wohl auch das Premierenpublikum ähnlich empfunden hat, bedankte es sich doch zufrieden mit euphorischem Stehapplaus bei Darstellern und Kreativen.

Peter Trautwein (Jacob Marley), Stefanie Hertel (Engel) und Kristian Vetter (Ebenezer Scrooge)

Zum Ende der Premiere kamen auch Dirk Michael Steffan und die übrigen Kinderdarsteller – jede Kinderrolle ist fünffach besetzt – auf die Bühne und präsentierten gemeinsam mit dem Ensemble den von Dirk Michael Steffan komponierten Song „Du bist ein Wunderwerk der Liebe“, mit dem auf die diesjährige Hilfsaktion aufmerksam gemacht werden soll. Das Musical „Vom Geist der Weihnacht“ hat auch in dieser Spielzeit wieder soziale Verantwortung für Bedürftige übernommen und unterstützt das Kinder- und Jugend­hilfs­projekt der Arche in Düsseldorf-Wersten. Der Song wird nach allen Vorstellungen jeweils zum Ende erklingen.

Stefanie Hertel (Engel)

Weitere Vorstellungen stehen bis 29. Dezember 2013 dienstags und mittwochs um 18.30 Uhr, donnerstags, freitags und samstags um 19.30 Uhr, sonntags um 19.00 Uhr, sowie samstags und sonntags um 15.00 Uhr auf dem Spielplan. Abweichende Vorstellungszeiten an den Weihnachts­feier­tagen, weitere Informationen unter www.vom-geist-der-weihnacht.de.

Haben Sie die aktuelle Produktion des Familienmusicals „Vom Geist der Weihnacht“ im Capitol Theater Düsseldorf selbst schon gesehen? Wie hat Ihnen die Vorstellung gefallen?

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