Donnerstag, 21. November 2013

Steele im Licht

Lichtkunst zum 1075-jährigen Stadtjubiläum des Mittelzentrums Steele

Zum 1075-jährigen Stadtjubiläum des Mittelzentrums Steele hat die Arbeitsgemeinschaft Steele 2010 nach der Inszenierung „Kein Wasser runterschütten“ im Center Carrée im Kulturhauptstadtjahr 2010 und den „Dorforgien“ 2012 das Kunst- und Kulturprojekt „Steele im Licht“ organisiert, dessen Objekte und Kunstwerke vom 21. bis 24. November 2013 täglich von 18 bis 22 Uhr öffentlich zugänglich sind. Sechs Licht-Installationen, von denen vier zu den ehemaligen Stadttoren von Steele Bezug nehmen, lassen den Essener Stadtteil in dieser Zeit im „Rechten Licht“ erscheinen.

„lichtdurchlässig“ von Miriam Gießler und Hubert Sandmann in der Laurentiuskirche

In der Laurentiuskirche nehmen Miriam Gießler (* 1960 in Essen) und Hubert Sandmann (* 1960 in Gelsenkirchen) mit ihrer Installation „lichtdurchlässig“ Bezug zum Graffwegtor. Dazu haben sie ein Tuch von der Orgelempore bis auf den Boden herab gehängt und den darunter gelegenen Raum illuminiert.

„lichtdurchlässig“ von Miriam Gießler und Hubert Sandmann in der Laurentiuskirche

Die geplante Installation „Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn (* 1971 in Andernach) konnte leider am Abend des 21. November nicht fertiggestellt werden.

„ARCO – auf der anderen Seite“ von Jörg Rost im Grend

Die Lichtinstallation „ARCO – auf der anderen Seite“ von Jörg Rost (rost:licht, * 1963 in Schwerte) im Kulturzentrum GREND ist zweigeteilt: im Hof des Grend wurde ein „Irrgarten“ aus einigen hundert Teelichtern aufgebaut, die sich in Beuteln aus Pergamentpapier befinden, die von Kindern der Laurentiusschule mit Motiven zum Thema „Tore“ bemalt wurden. Womöglich wird aber der am Abend einsetzende Regen den Pergamentpapierbeuteln bereits am ersten Veranstaltungstag den Garaus machen, was natürlich sehr schade ist.

„ARCO – auf der anderen Seite“ von Jörg Rost im Grend

Die Installation im Gebäude nimmt Bezug zum ehemaligen Grendtor und hat performativen Charakter. Durch das Wechselspiel von Licht und Schatten bekommt der Besucher den Eindruck, ein Tor zu durchschreiten.

„Raum – Zeit – Gefüge“ von Vanessa Arms im Center Carrée

Mit einer Anamorphose – einer optische Illusion – die nur unter dem richtigen Blickwinkel als ein vereinfachtes Tor wahrnehmbar ist, nimmt Vanessa Arms Bezug zum ehemaligen Isinger Tor. Im Keller des Ladenlokals im Center Carrée werden Archivbilder der nicht mehr existierenden Straßen Steeler Berg, Ahestraße und Isingerstraße sowie vom Kaiser-Wilhelm-Platz gezeigt.

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

Ein Kreuz mit 46 Symbolen aus Neonleuchtzeichen hat Christoph Hildebrand (* 1959 in Emmendingen/Baden) in der evangelischen Friedenskirche aufgebaut. Die Idee zu einem Lichtkreuz aus Lichtzeichen bestand schon seit vielen Jahren, da eine umfassende Symbolik fester Bestandteil der christlichen Ikonographie ist. Die Installation in der Friedenskirche ist nur bis einschließlich Samstag zugänglich, da am Sonntag bereits wieder ein Gottesdienst stattfindet.

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand, einzelnes Neonleuchtzeichen

Für das Projekt „Steeler-Bürger-Leuchten“ haben Bürger der Arbeitsgemeinschaft Steele 2010 mehr als siebzig Lampen gespendet, von denen eine Auswahl vom 21. bis 29. November 2013 am Glasdach des Bus-Bahnhofs zu sehen ist. Die Lampen werden im Anschluss an die Aktion am 29. November 2013 auf dem Weihnachtsmarkt in Steele versteigert.

„Steeler-Bürger-Leuchten“, Detail


Freitag, 22. November 2013

„Steeler-Bürger-Leuchten“, Detail

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand, einzelnes Neonleuchtzeichen

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

Die Realisierung der Installation „Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn schien es in sich zu haben, auch am zweiten Veranstaltungstag war der Künstler sogar nach 22 Uhr noch daran am werkeln. Die Installation nimmt Bezug zum Scheidtmannstor, gleichzeitig zitieren die Konturen von Tuch und Licht physikalische Modelle von Zeit und Raum. Unter einem Ereignishorizont versteht man in der allgemeinen Relativitätstheorie eine Grenzfläche in der Raumzeit, für die gilt, dass Ereignisse auf der anderen Seite dieser Grenzfläche für Beobachter prinzipiell nicht sichtbar sind, die sich diesseits der Grenzfläche befinden. Der Ereignishorizont bildet daher eine Grenze für Informationen und kausale Zusammenhänge. Ob die Mehrheit der Besucher von „Steele im Licht“ diesen Gesichtspunkt der Installation tatsächlich verstehen will? Glücklicherweise kann man diese auch anschauen, ohne ein tieferes Verständnis der allgemeinen Relativitätstheorie mitzubringen.

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele


Samtag, 23. November 2013

„Steele im Licht“ bei Tageslicht

Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

Keine 12 Stunden, nachdem Lars Meeß-Olsohn seine Installation „Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ fertiggestellt hat, haben überaus neugierige Zeitgenossen diese im wahrsten Sinne des Wortes betreten, um womöglich doch zu erkunden, was sich hinter dem Ereignishorizont befindet. Diejenigen sind zwar nun vielleicht schlauer, oder auch nicht, haben aber dafür den nachfolgenden Besuchern schwarze Fußabdrücke auf dem weißen Tuch hinterlassen.

„Ereignishorizonte: Steele im Wandel“ von Lars Meeß-Olsohn auf der Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Essen-Steele

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

„Kreuz“ von Christoph Hildebrand in der Friedenskirche

Friedenskirche, bleiverglaste Öffnung in Form eines Kreuzes zwischen Sakristei und Seitenschiff

„lichtdurchlässig“ von Miriam Gießler und Hubert Sandmann in der Laurentiuskirche

„lichtdurchlässig“ von Miriam Gießler und Hubert Sandmann in der Laurentiuskirche

„lichtdurchlässig“ von Miriam Gießler und Hubert Sandmann in der Laurentiuskirche

1 Kommentar:

Wolfgang Weidtmann, die Aufsicht aus der Friedenskirche hat gesagt…

tolle Bilder