Samstag, 27. Juli 2013

EMSCHERKUNST.2013: Europäisches Hochschulprojekt „Creating a Context“

Künstlerische Gestaltung eines Radwegs im Duisburger Norden

Blick vom Alsumer Berg auf die Kokerei und das Stahlwerk Schwelgern

Die ThyssenKrupp Steel Europe AG betreibt im Duisburger Norden insgesamt vier Hochöfen, die beiden Hochöfen im Stahlwerk Schwelgern zählen mit einem Arbeitsvolumen von 3.844 m³ und 4.769 m³ zu den größten Hochöfen, die Kokerei Schwelgern ist mit einer Produktionskapazität von 2,6 Millionen Tonnen Hochofenkoks pro Jahr eine der modernsten und größten Kokereien der Welt. Und den interessantesten Ausblick auf die umliegenden Industrieanlagen bietet der Alsumer Berg, eine ehemalige Schutthalde auf dem im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstörten Schiffer- und Fischerdörfchen Alsum.

Blick vom Alsumer Berg Richtung Süd-Osten: v. l. n. r. Kühlturm des Gasheizkraftwerks Duisburg-Hamborn, Gasometer Hochofenbetrieb Hamborn, Gasheizkraftwerk Hamborn, Hochöfen der ThyssenKrupp Steel Duisburg-Hamborn, Altes Gaskraftwerk Hamborn, Emscher Aufbereitung

Vom 14. bis 26. Juli 2013 fand vor Ort auf dem Gelände der ThyssenKrupp Steel Europe AG und der Emscher­genossen­schaft das europäische Hochschulprojekt „Creating a Context“ statt, ein ERASMUS Intensivprogramm Europäischer Kunstakademien und Architekturfakultäten unter der Leitung von Wolfgang Weileder (* 1965 in München), Professor für zeitgenössische Bildhauerei an der Universität Newcastle. 60 Architektur- und Kunststudenten und 20 Dozenten der beteiligten Hochschulen (University of Newcastle, Akademie der Bildenden Künste München, Politecnico di Milano, Gerrit Rietveld Academie Amsterdam, Technische Universität München, Glasgow School of Art, Université catholique de Louvain Brüssel, Kunstakademie Münster – Hochschule für Bildende Künste) haben in neun interdisziplinären länderübergreifenden Gruppen Ideen und Modelle für die künstlerische Gestaltung für ein neues Radwegeteilstück auf dem Gelände der Emscher­genossen­schaft entlang der Alsumer Straße in Duisburg entwickelt, dem so genannten Stahlpfad von Duisburg-Bruckhausen bis zum Alsumer Berg. Gebaut wurden die Modelle in den Lehrwerkstätten der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Im Rahmen des zweiwöchigen Programms, das von Seminaren begleitet wurde, konnten sich die Studenten praxisorientiert mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen, was sonst im üblichen akademischen Rahmen nicht möglich ist.

Kläranlage Duisburg Alte Emscher

Silos der Emscher Aufbereitung GmbH

Das Radwegeteilstück verläuft in einem schmalen Grünstreifen von der Kläranlage Duisburg Alte Emscher zum Pumpwerk Alte Emscher, wobei man an den Betriebsanlagen der Emscher Aufbereitung GmbH vorbei kommt, einer Schwester­gesell­schaft der Thyssen Schachtbau GmbH. Diese wurde 1957 tatsächlich gegründet, um Emscherschlämme aufzubereiten und verwertbar zu machen, was sich jedoch als Trugschluss erwiesen hat. Daher wird stattdessen Kohlenschlamm und Rohkohle zu Kohlenstaub vermahlen, der als Einblaskohle in Hochöfen Verwendung findet.

Silos der Emscher Aufbereitung GmbH

Radweg an der Alsumer Straße

Am Nachmittag hatte die Jury mit Peter Drecker, Landschaftsarchitekturbüro Drecker, Markus Micken, Teamkoordinator für den Bereich Dienstleistungen bei ThyssenKrupp Steel, Lukas Crepaz, Geschäftsführer der Kultur Ruhr GmbH, Prof. Florian Matzner, Kurator EMSCHERKUNST.2013, Dr. Simone Timmerhaus, Ausstellungsleiterin EMSCHERKUNST.2013 und Prof. Wolfgang Weileder, Programm Direktor „Creating a Context“ die Siegerentwürfe ausgewählt, die im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung der Entwürfe im Pumpwerk Alte Emscher prämiert wurden.

Teilnehmer des europäischen Hochschulprojekts „Creating a Context“ im Pumpwerk Alte Emscher

Die folgenden drei Entwürfe wurden von der Jury als gleichberechtigte Siegerentwürfe ausgewählt:
  • „Landstrich“ von Sara Dietrich, Max Schmölz, Kaisa Sööt, Birthe Jorgensen, Holger Küpers, Jacob Mayer Voit und Tao Zui, Dozenten: Wolfgang Weileder und Jean-Philippe Jasienski,
  • „Kones“ von Ben Jeans Houghton, Johannes Iede Reckman, Eveline Vondeling, Katie Begley, Katharina Voight und Tian Lang, Dozenten: Ferdinand Ullrich und Jean-Luc Capron,
  • „A Gift of Water“ von Kevin Christensen, Carolina Montagna, Julia Retz, Stephanie Sczepanek, Katie Burgess und Florian Masson, Dozenten: Jim Harold und Yvonne Leinfelder.

Als Vertreter der ausgezeichneten Gruppen freuen sich Jacob Mayer-Voigt, Katharina Voigt, Anne Staab, Stefanie Sczepanek und Kevin Christensen gemeinsam mit Markus Micken (ThyssenKrupp Steel Europe AG) und Dr. Jochen Stemplewski (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft)

„Landstrich“, Entwurf von Sara Dietrich, Max Schmölz, Kaisa Sööt, Birthe Jorgensen, Holger Küpers, Jacob Mayer Voit und Tao Zui, Dozenten: Wolfgang Weileder und Jean-Philippe Jasienski

„Kones“, Entwurf von Ben Jeans Houghton, Johannes Iede Reckman, Eveline Vondeling, Katie Begley, Katharina Voight und Tian Lang, Dozenten: Ferdinand Ullrich und Jean-Luc Capron

„Kones“, Entwurf von Ben Jeans Houghton, Johannes Iede Reckman, Eveline Vondeling, Katie Begley, Katharina Voight und Tian Lang, Dozenten: Ferdinand Ullrich und Jean-Luc Capron

„A Gift of Water“, Entwurf von Kevin Christensen, Carolina Montagna, Julia Retz, Stephanie Sczepanek, Katie Burgess und Florian Masson, Dozenten: Jim Harold und Yvonne Leinfelder

Kevin Christensen, Carolina Montagna, Julia Retz, Stephanie Sczepanek, Katie Burgess und Florian Masson mit ihrem Entwurf „A Gift of Water“

„L´échelle“, Entwurf von Ye Lin, Jennifer Prevatt, Flurina Casty, Conor Cooke, Justyna Janetzek, Caroline Brayson und Edouard Touton, Dozenten: Hermann Pitz und Enrico Forstieri

Die Entwürfe der Studierenden für die langfristige künstlerische Gestaltung des Stahlpfads werden während des verbleibenden Ausstellungszeitraumes der EMSCHERKUNST.2013 im historischen Pumpwerk Alte Emscher in Duisburg-Beeck gezeigt, das an den Wochenenden von 10.00 bis 18.00 Uhr in Begleitung eines Kunstvermittlers zu begehen ist. Die Entwürfe der Wettbewerbsgewinner sollen im Herbst 2013 in einem dafür geeigneten Abschnitt an dem neuen Radweg realisiert und dauerhaft ausgestellt werden. Unter creatingacontext.co.uk sollen die Entwürfe ebenfalls dokumentiert werden.

Pumpwerk Alte Emscher

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