Sonntag, 19. Mai 2013

Ländliche Idylle in der Großstadt

Spaziergang im Essener Nordwesten und von Haus Ripshorst nach Burg Vondern in Oberhausen

Voßgätters Mühle

Der Abriss der ehemaligen Voßgätters Mühle im Essener Stadtteil Borbeck war 1982 bereits beschlossene Sache, doch durch das Engagement von Bürgern und Politikern konnte es erhalten werden und 1983 an den Naturschutzbund Ruhr verpachtet werden. 2011 hat der Trägerverein NABU Natur- und Jugendzentrum Voßgätters Mühle e. V. das Gebäude übernommen und lässt es augenblicklich grundlegend sanieren. Außen wurde mit dem freigelegten Ziegelmauerwerk das historische Erscheinungsbild wiederhergestellt. In Zukunft wird auch ein barrierefreien Zugang zum Gebäude über eine Rampe möglich sein. Am 2. Juni 2013 soll das Natur- und Jugendzentrum wiedereröffnet werden.

Voßgätters Mühle

Ländliche Wiese in Essen-Bedingrade

Das Gebäude Beckermann Hof stammt aus dem Jahr 1779, errichtet wurde das Gut ursprünglich in der Becke, also im Tal. Da der Originalbalken über dem Scheunentor stark verwittert war, konnte die Jahreszahl der Umsetzung des niedersächsischen Bauernhauses nicht rekonstruiert werden. Der Hof war seit etwa 1925 im Besitz der Stadt Essen und befindet sich heute in Privatbesitz. Das Gebäude wurde 2002 restauriert. Der Besitzer hat zwar eine hohe Hecke um sein Anwesen gepflanzt, aber nur Kindern ist der Blick auf das Gebäude verwehrt, normalgroße Erwachsene können dieses ohne Schwierigkeiten vom öffentlichen Grund anschauen.

Beckermann Hof

Das heutige Längsdielenhaus des Steenkamp Hofs wurde den Balkeninschriften zufolge 1786 errichtet. Es ist seit 1. Januar 1987 im Besitz des Kultur-Historischen Vereins Borbeck e. V., der 1984 zur Erhaltung des Steenkamp Hofs gegründet wurde. Das Gebäude wurde am 14. Mai 1987 als wichtiges Beispiel für das Hallenhaus im bergisch-niederdeutschen Grenzgebiet in die Denkmalliste der Stadt Essen eingetragen.

Steenkamp Hof

Hofgebäude des ehemaligen Buckermannshofes

Das aus dem Jahre 1749 stammende und zum Buckermannshof gehörige Fachwerkhaus in Essen-Gerschede, Nordlandaue 5, beherbergte die ehemaligen Gaststätte „Beckermannshof“ und dient heute Wohnzwecken. Es handelt sich um ein Längsdeelenhaus aus dem Jahr 1749 mit den im Borbecker Raum typischen im obersten Gefach überkreuzten Kopfstreben.

Hofgebäude des ehemaligen Buckermannshofes

Über dem Eingang finden sich mehrere Balkeninschriften: „Anno 1749, den 17. Juni 1749“, „Wann Gott wohnet in diesem Haus, so treibt er alles Unglück aus“, „Herr, was willst du das ich thun solle? Act 9,6“ und „Nict mein sondern Dein Will geschehe Matth 26,39“.

Hofgebäude des ehemaligen Buckermannshofes, Balkeninschrift über dem Eingang: „Wann Gott wohnet in diesem Haus, so treibt er alles Unglück aus“

Norweger ließen nach dem Zweiten Weltkrieg in Gerschede 25 Holzhäuser für kinderreiche Familien bauen, weshalb die Straßen in der Siedlung Nordlandaue und Nordlandring heißen.

Norwegerhaus am Nordlandring

Ehemaliger Schafenkampskotten an der Gerscheder Straße 71

An der Ecke Münstermannstraße/Gerscheder Straße steht ein kleines, denkmalgeschütztes Fachwerk-Marienhäuschen aus dem Jahr 1784, die so genannt Hirtenkapelle.

Fachwerk-Marienhäuschen aus dem Jahr 1784, die so genannte Hirtenkapelle

Emscher-Klärpark, Klärbecken mit Räumerbrücke

Die Kläranlage „Läppkes Mühlenbach“ an der Mündung in die Emscher in Oberhausen wurde 1958 errichtet und 1996 stillgelegt. 2003 wurde sie zu einer Gartenanlage umgebaut. Das Bürogebäude sowie das Gelände wurden am 24. Juli 2003 offiziell eingeweiht. Im ehemaligen Faulturm hat Alexander R. Titz (* 1968 in Düsseldorf) die ortsbezogene Klanginstallation „Die Mangrove“ geschaffen. Die aus Abflussröhren gebaute Skulptur soll an die verzweigten Wurzeln einer Mangrovenpflanze erinnern.

Emscher-Klärpark, „Die Mangrove“ – Begehbare Klanginstallation von Alexander R. Titz im Faulturm

Emscher-Klärpark, „Die Mangrove“ – Begehbare Klanginstallation von Alexander R. Titz im Faulturm

provisorische Baustraße

In der Nähe von Haus Ripshorst und der Fuß- und Radweg-Brücke Ripshorst fällt man beinahe über eine aus Stahlplatten errichtete, provisorische Baustraße, jedenfalls ist sie nicht zu übersehen, und wer sich ein wenig auskennt, weiß auch ohne Baustellenschild, wohin diese Baustraße führt und was dort gebaut wird:

Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.
Johann Wolfgang von Goethe, 1797

Umzäuntes Gelände in der Nähe von Haus Ripshorst

Betonfundamente für die Großskulptur „Zauberlehrling“ von „Inges Idee“

„Semaphore“ nördlich der Fuß- und Radweg-Brücke Ripshorst

Die 1997 nach einem Entwurf von Prof. Dr.-Ing. Jörg Schlaich, Stuttgart, in Zusammenarbeit mit Dr.-Ing. Klemens Pelle, Dortmund, errichtete Fuß- und Radweg-Brücke Ripshorst überspannt im Bogen den Rhein-Herne-Kanal und bindet den Gehölzgarten Ripshorst an den Emscher Park Radweg und die Brache Vondern an. Entlang des Blauen Bandes vom Emscher-Klärpark über Haus Ripshorst durch die Brache Vondern nach Burg Vondern haben die drei Oberhausener Künstler Guido Berndsen, Hermann EsRichter und Hartwig Kompa im Auftrag der Emschergenossenschaft ein künstlerisches Konzept für diesen Raum entwickelt. Fünf „Semaphoren“ (Signalmasten) dienen als künstlerisches Leitsystem.

„Brachenthron“ von Will Brands auf der Brache Vondern

Wandgestaltung in der A42-Unterführung von Bruno Schulte und Jan Tesche

Die Unterführung des Emscherschnellwegs wurde von den Künstlern Bruno Schulte und Jan Tesche auf beiden Seiten mit einer grafischen, vollformatigen Wandgestaltungen versehen. Die Lichtgestaltung ist eine Installation nach einem Entwurf von Guido Berndsen, Hermann EsRichter und Hartwig Kompa.

Wandgestaltung in der A42-Unterführung von Bruno Schulte und Jan Tesche

Wandgestaltung in der A42-Unterführung von Bruno Schulte und Jan Tesche

Die Mosaike an der Flanke des Emscherschnellwegs wurden von Kindern der Katholischen Overbergschule und der Malschule Oberhausen unter Anleitung durch die Künstler erarbeitet.

Mosaik aus dem Schülerprojekt an der Flanke des Emscherschnellwegs

In der Siedlung Vondern ist das Gebäude der ehemaligen Verkaufsanstalt der Gutehoffnungshütte aus dem Jahr 1910 erhalten geblieben, das natürlich längst nicht mehr als Laden genutzt wird.

Ehemalige Verkaufsanstalt IV der Gutehoffnungshütte (1910) in der Arminstraße

Burg Vondern, Vorburg

Schließlich gelangt man entlang des Blauen Bandes zur Burg Vondern im Oberhausener Stadtbezirk Osterfeld.

Burg Vondern, Blick von Westen auf die Vorburg

Haupthaus der Burg Vondern

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