Donnerstag, 23. Mai 2013

EMSCHERKUNST.2013 von der UNESCO geehrt

Auszeichnung der EMSCHERKUNST von der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Die Jury des Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat die vom 22. Juni bis 6. Oktober 2013 stattfindende EMSCHERKUNST.2013 als „Beitrag zur UN-Dekade“ ausgewählt. Mit der Auszeichnung ehren die Vereinten Nationen Initiativen und Projekte, die sich für die Vermittlung nachhaltigen Denken und Handelns einsetzen. Ziel der Dekade ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft erforderlich sind. Die von 2005 bis 2014 ausgerufene Weltdekade wird von der UNESCO umgesetzt und zeichnet mit der EMSCHERKUNST zum ersten Mal eine Kunst-Triennale als Einzelbeitrag aus.

„Connecting Views“ von Jeppe Hein,
„Versunkener Garten“ von Piet Oudolf und Eelco Hooftman im BernePark Bottrop-Ebel


Die UNESCO würdigt mit der Auszeichnung den Beitrag, den die EMSCHERKUNST bei der Vermittlung des Nachhaltigkeitsgedankens leistet. Als Triennale begleitet die Ausstellung bis 2020 eines der größten Renaturierungsprojekte Europas – den Umbau des Abwasserflusses Emscher hin zu einer natürlichen Flusslandschaft. Die Ausstellung versteht sich dabei explizit als Zukunftswerkstatt der Region mit dem Ziel den Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet zu kommentieren und zu beeinflussen. In mehreren partizipativen Projekten, wie dem Projekt „Playland“ der slowenischen Künstlerin Apolonjia Šušteršič oder „Breaking new“ der deutschen Künstlerin Anna Witt werden Bewohner sich im Umbruch befindender Stadtteile mit einbezogen und zu gemeinsamem Handeln angeregt.

Die Leitthemen des kuratorischen Konzeptes der Ausstellung, „Emscher-Umbau“ und „Emscher Landschaftspark“, wurden in diesem Jahr um den Schwerpunkt „Nachhaltigkeit“ erweitert. Besonders das Themenfeld Ökologie und der Klimawandel spielen bei einigen Projekten der EMSCHERKUNST eine wichtige Rolle.

Das als Wasserbecken belassene zweite Klärbecken der alten Kläranlage Bernemündung in Bottrop-Ebel

Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der EMSCHERGENOSSENSCHAFT, einem der drei umsetzenden Partner der EMSCHERKUNST.2013, bekräftigt das Urteil der Jury: „Als Wasserwirtschaftsverband ist der Emschergenossenschaft sehr an der Nachhaltigkeit ihres Wirken und Handelns gelegen. Mit dem Projekt des Emscher-Umbaus wird die ökologische Nachhaltigkeit eines ganzen Flusssystems gesichert. Kunst und Kultur sind bei der Vermittlung unseres Großprojektes ganz wichtige Partner. Ein Projekt in der Größenordnung der EMSCHERKUNST.2013 besitzt die Strahlkraft, den Emscher-Umbau der Bevölkerung wirklich nahezubringen und sich mit dem Wandel in der Region aktiv auseinanderzusetzen.“

Im Rahmen der EMSCHERKUNST entsteht mit dem Umbau des Hofes Emschermündung in Dinslaken zu einem Besucherzentrum nicht nur während des Ausstellungszeitraumes, sondern langfristig ein Informationszentrum für die ökologische Umgestaltung des gesamten Emschersystems und zugleich ein neuer Lern- und Bildungsort. Sowohl die global agierende Netzwerkinitiative sevengardens, die vielfältige Projekte, insbesondere in den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung, Erhaltung der Biodiversität und Förderung lokaler Wirtschaftskreisläufe auf der ganzen Welt umsetzt, als auch der NABU Dinslaken (Naturschutzbund) werden in den Räumlichkeiten einen neuen Stand- und Wirkungsort finden.

Peter Reichenbach, Initiator von sevengardens begrüßt die Auszeichnung der EMSCHERKUNST.2013: „Kunst bildet Ideen und gibt Impulse. Kann sie sich etablieren und findet Akzeptanz, unterstützt sie Transformationsprozesse innerhalb einer Gesellschaft. In eindrucksvoller Weise ist es den Veranstaltern der EMSCHERKUNST gelungen, eine internationale Kunst-Triennale als Projekt der UNESCO Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu installieren. Das ist einzigartig!“

Rund die Hälfte der Kunstwerke der Auftaktausstellung der EMSCHERKUNST in 2010 ist bestehen geblieben und zu neuen Wahrzeichen der Region geworden. Heute sind die Kunstwerke als Ausflugsziele auch außerhalb des Ausstellungszeitraumes der EMSCHERKUNST beliebt und haben damit nachhaltig für die Erfahrbarkeit von Kunst und Kultur in der Region gesorgt. Auch 2013 werden viele Werke entstehen, die dem Landschaftsraum und der Bevölkerung langfristig erhalten bleiben und damit auch einen Teil zur landschaftlichen und kulturellen Aufwertung der Region beitragen werden.

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