Donnerstag, 30. August 2012

Auch „Elefantenklos“ müssen mal geputzt werden

… oder sollten es zumindest

„Untitled (ESSEN)“ von Serge Spitzer (aufgenommen im März 2010)

Auf der Straßenkreuzung Vereinsstraße / II. Hagen findet man die „Spirale“ von Serge Spitzer (* 29. Juni 1951 in Bukarest, Rumänien, † 9. September 2012 in New York), der über 200 Meter Doppel-T Träger aus Krupp-Fertigung wie ein Stück Draht auf die Rolle wickeln ließ und das 8 Metern hohe, 5 Meter breite und 22 Tonnen schwere Ungetüm über die Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Kennedyplatz platzierte. Nach seiner Aussage symbolisiert das Werk die hiesige Stahl- und Kohlevergangenheit in einem „nicht begehbaren Werk voller Geheimnisse“. Die „Spirale“ wurde am 24. März 1996 eingeweiht. Der Essener Volksmund taufte das Objekt schnell „Essens größte Mülltonne“. „Elefantenklo“ ist ebenfalls eine beliebte Bezeichnung. Angeblich soll das Werk von Anfang an „Untitled (ESSEN)“ geheißen haben, merkwürdig nur, dass davon zur Einweihung nicht die Rede war. Das bei der Kölner Oktagon Verlagsgesellschaft mbH erschienene Künstlerbuch zu der Stahlskulptur trägt den Titel „Essen Food for Thought“, ISBN 9783896110176.

eingerüstete Skulptur „Untitled (ESSEN)“

So recht wird es auch niemanden interessieren, welchen Titel das Objekt nun trägt, besonders beliebt ist es bei der Bevölkerung nicht, und mit der Zeit verkam es auch immer mehr. Von außen und innen mit Graffiti beschmiert, im Innenraum zugemüllt, bot sich den Passanten schon lange kein ansehnlicher Anblick mehr. Nun hat die Kulturstiftung Essen etwa 35.000 Euro für die sachgerechte Reinigung spendiert, ein Graffitischutz soll ebenfalls aufgebracht werden, der die zukünftige Reinigung erleichtern soll. Vielleicht sollte die Allbau AG, die die Patenschaft für die Stahlskulptur übernommen hat, in je eine Videokamera am Heroldhaus und am Allbauhaus investieren, das dürfte auf Dauer günstiger sein als die Beseitigung zukünftiger Schmierereien, die sicher nicht lange auf sich warten lassen.

eingerüstete Skulptur „Untitled (ESSEN)“

Mittwoch, 29. August 2012

Ankündigung: Tag des offenen Denkmals 2012

Motto widmet sich dem Naturstoff „Holz“

Plakatmotiv 2012, © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Seit 1993 öffnen in Deutschland am zweiten Sonntag im September zum Tag des offenen Denkmals mehrere tausend historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen, 2011 waren mehr als 7.500 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten in ganz Deutschland geöffnet. Unter dem Motto „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ konnten rund 4,5 Millionen Besucher eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert erleben. Mit dem Tag des offenen Denkmals soll die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert und Interesse für die Belange der Denkmalpflege geweckt werden.

Alte Dreherei in Mülheim an der Ruhr-Broich, Holzdachkonstruktion

Dieses Jahr steht der Tag des offenen Denkmals am 9. September 2012 unter dem Motto „Holz“. Auch dieses Jahr öffnen nach Aussage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz rund 8.000 historische Gebäude, archäologische Stätten sowie Gärten und Parks ihre Türen. Zum ersten Mal steht ein Baumaterial im Mittelpunkt des Denkmaltages. Aber auch Denkmale, die sich nicht im diesjährigen Motto wiederfinden, bereichern den Tag des offenen Denkmals mit sehenswerten Objekten und spannenden Veranstaltungen. Das bundesweite Programm zum Tag des offenen Denkmals – auch als mobile App – ist unter http://tag-des-offenen-denkmals.de/programm/ zu finden.

Skûtsje „Goede Verwachting“ im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Sonntag, 26. August 2012

FilmSchauPlätze NRW 2012: Hagen

„Moulin Rouge“ am Stadttheater

Stadttheater, Großes Haus

Am 25. August 2012 fand am Stadttheater Hagen die letzte Veranstaltung des diesjährigen Open-Air-Filmfestivals der Film- und Medienstiftung NRW, FilmSchauPlätze NRW 2012 statt. Das Theater Hagen veranstaltete an diesem Tag seinen diesjährigen Tag der offenen Tür zum Spielzeitauftakt und nutzte die Gelegenheit, einen zusätzlichen Anreiz für die Besucher zu schaffen, den Tag der offenen Tür zu besuchen. Da man mir aber die vorab explizit gestellte Frage nach Fotos beim Tag der offenen Tür nicht beantworten konnte, gehe ich auf diesen Teil der Veranstaltung nicht weiter ein.

Frauen-Statue von Milly Steger über dem Portal des Stadttheaters

Erst vor kurzem wurde die Restaurierung der vier Frauen-Statuen von Milly Steger (* 15. Juni 1881 in Rheinberg, † 31. Oktober 1948 in Berlin) über dem Portal des Stadttheaters abgeschlossen, die diese nach ihrer Übersiedlung von Berlin nach Hagen schuf.

Filmvorführung

Als von der Film- und Medienstiftung NRW geförderter Kurzfilm stand in Hagen „Mila Caos“ (2011, Regie Simon Jaikiriuma Paetau) auf dem Programm, gefolgt von „Moulin Rouge“ (2001, Regie Baz Luhrmann) mit Nicole Kidman (Satine), Ewan McGregor (Christian) und John Leguizamo (Toulouse-Lautrec). Der Film erhielt am 24. März 2002 den Oscar für das Beste Szenenbild und die Besten Kostüme.

Filmvorführung

Bei der letzten Veranstaltung der FilmSchauPlätze NRW 2012 konnten sich die Zuschauer glücklich schätzen, die sich frühzeitig Liegestühle gesichert und im vorderen Bereich des „Zuschauerraums“ aufgestellt hatten. Im hinteren Bereich des „Zuschauerraums“ bescherte der hohe Geräuschpegel vom Bierstand nämlich mehr Verdruss denn Filmgenuss.

Filmvorführung

Stadttheater, Großes Haus

Mit „Moulin Rouge“ ging das Open-Air-Filmfestival an besonderen, außergewöhnlichen Orten für dieses Jahr zu Ende. Nach Angaben der Film- und Medienstiftung NRW haben in diesem Jahr 7.500 Gäste die Veranstaltungen an besonderen Orten mit passendem Programm und entsprechender Filmauswahl besucht. Man darf schon jetzt gespannt sein, wohin uns Anna Fantl von der Film- und Medienstiftung NRW im nächsten Jahr bei den FilmSchauPlätzen NRW 2013 „entführen“ wird.

Waren Sie bei den FilmSchauPlätzen NRW 2012 dabei, haben eine oder mehrere Filmvorführungen des Open-Air-Filmfestivals erlebt? Wie haben Ihnen die FilmSchauPlätze NRW 2012 gefallen?

Donnerstag, 23. August 2012

„IdeenPark 2012“ nach 13 Tagen mit neuem Besucher-Rekord beendet

Abschluss Event mit Rea Garvey in der IdeenPark Arena

IdeenPark Arena

Vom 11. bis 23. August 2012 hat sich die Messe Essen in eine Technik-Erlebniswelt verwandelt, in der in einer kreativen Stadtlandschaft mit 16 Stadtquartieren über 400 Exponate und Experimente vorgestellt wurden, die nicht nur zum Anschauen, sondern zum Anfassen und Mitmachen konzipiert waren. 320.000 Besucher haben sich in dieser Zeit auf eine Entdeckungsreise durch den IdeenPark gemacht, 4.500 Mitarbeiter waren unermüdlich im Einsatz, um den Besuchern die Exponate näherzubringen. Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, bedankte sich zum Abschluss in der IdeenPark Arena bei allen Partnern und Mitarbeitern für ihren großen persönlichen Einsatz, durch den der IdeenPark erfolgreich gezeigt hat, mit welchen Innovationen den großen gesellschaftlichen Herausforderungen durch Globalisierung, Bevölkerungswachstum oder Klimawandel begegnet werden kann.

Rea Garvey

Den finalen Höhepunkt des letzten Tages des „IdeenPark 2012“ bildete ein Konzert des irischen Sängers Rea Garvey in der IdeenPark Arena. Rea Garvey ist Botschafter des 2011 gestarteten „ClearWater Projekt“, in dem Wasseraufbereitungsanlagen für Menschen am Amazonas in Ecuador bereit gestellt werden und das auch im „IdeenPark 2012“ vorgestellt wurde, sowie Schirmherr des Projekts „IdeenSounds“, in dem bekannte Musiker und Produzenten Patenschaften übernehmen und Nach­wuchs­künstler und -bands aus ganz unterschiedlichen Musikrichtungen aktiv dabei unterstützen, ihre eigenen Songs einem großen Publikum zu präsentieren. Das IdeenSounds Konzert am 17. August 2012 war der Höhepunkt des Projekts.

Rea Garvey

Mit seinen Songs wie „Can´t Stand the Silence“, „I Am“, „Through the Eyes of a Child“ oder „Be Angeled“ gab es mächtig was auf die Ohren, das Publikum war außer Rand und Band. Zusammen mit Special Guest Stefanie Heinzmann präsentierte Rea Garvey „Feeling Good“, und falls er tatsächlich gehofft hatte, sich mit dem Song „End of the Show“ für diesen Abend von der Bühne der IdeenPark Arena verabschiedenen zu können, so hatte er sich mächtig geirrt, denn das Publikum wollte unerbittlich mehr von ihm hören.

Rea Garvey

Dass es Torsten Matt im Anschluss an das Konzert von Rea Garvey schwer haben würde, war ihm sicher selbst auch klar. Da konnte auch die Party auf der Bühne nicht verhindern, dass viele Besucher nach dem Konzert zufrieden die Messehallen verlassen und sich auf den Heimweg gemacht haben.

Party auf der Bühne mit Torsten Matt

„Sounds Like Silence“ im Dortmunder U

Neues Ausstellungsprogramm des Hartware MedienKunstVereins ab 25. August 2012

Portrait John Cage
© Henning Lohner


2012 jährt sich der Geburtstag des amerikanischen Komponisten und Künstlers John Cage (* 5. September 1912 in Los Angeles, † 12. August 1992 in New York City) zum 100. Mal, weiterhin wurde sein Werk 4´33˝ vor 60 Jahren am 29. August 1952 in der Maverick Concert Hall in Woodstock, New York uraufgeführt, wobei der Titel eine Zeitlänge von vier Minuten und 33 Sekunden vorgibt, die Dauer des Stückes laut Partitur aber frei wählbar ist. Nachdem John Cage in einem „Schalltoten Raum“ der Universität Harvard entgegen seinen Erwartungen dennoch Geräusche wie seinen Herzschlag und das Rauschen des Blutes in seinen Adern wahrgenommen hatte, wollte er diese Erfahrung mit dem „stillen Stück“ 4´33˝ auch den Zuhörern ermöglichen.

HMKV im Dortmunder U, Sounds Like Silence, 2012, Foto: HMKV

Die Ausstellung „Sounds Like Silence“ – kuratiert von Inke Arns und Dieter Daniels – widmet sich vor allem den aktuellen künstlerischen und musikalischen Bezugnahmen auf 4´33˝. Auf eine historische Aufarbeitung der gesamten Wirkungsgeschichte Cages von den 1960er bis 1980er Jahren wurde bewusst verzichtet. Vielmehr ging es (parallel zur Weiterentwicklung von Cages eigenem Konzept der Stille) um eine Bestandsaufnahme und einen Brückenschlag: Was war Stille 1952 – und was bedeutet sie uns heute? Ausgehend von einer Sektion mit verschiedenen Notationen von 4´33˝ und Werken von John Cage vermittelt „Sounds Like Silence“ einen lebendigen Eindruck vom Ideenhorizont dieses paradigmatischen Werks und seiner Zeit. Zahlreiche KünstlerInnen haben sich seit den 1950er Jahren mit ähnlichen Ideen auseinandergesetzt, John Cage beeinflusst oder dessen Ideen aufgegriffen. In der Ausstellung sind einige ihrer Werke zu sehen (u. a. Robert Rauschenberg (US), Yves Klein (FR), Guy Debord (FR), Heinrich Böll (DE)). Anhand der vielen verschiedenen Notationen von 4´33˝ und Dokumentationen von Aufführungen des Werks wird deutlich, welche Entwicklung das Stück in den vier Jahrzehnten (1952 – 1992) genommen hat, in denen Cage es ständig weiterentwickelte.

John Cage, For Wulf Herzogenrath with friendship silently, Handgeschriebene Partitur von 4´33˝, rote Tinte auf Papier, in Wulf Herzogenraths Künstler-Gästebuch, Köln 1986

Der weitaus größte Teil von „Sounds Like Silence“ widmet sich zeitgenössischen künstlerischen Positionen, die sich in verschiedenen Medien dem Thema „Stille“ widmen. Zu erleben sind zahlreiche Installationen, Audioarbeiten, Performances und Videoarbeiten u. a. von Manon de Boer (NL/BE), Martin Creed (UK), Pierre Huyghe (FR), Bruce Naumann (US), Nam June Paik (KR/DE) und Gillian Wearing (UK). Hinzu kommen Beispiele aus der Populärkultur, die einige der Ideen von 4´33˝ aufgreifen und anschaulich zeigen, welchen Stellenwert diese nach wie vor in unserer Medienkultur haben (Cage Against the Machine (UK), Einstürzende Neubauten (DE); Harald Schmidt (DE) und Helge Schneider (DE) führten 2010 in der Harald Schmidt Show 4´33˝ vierhändig am Flügel auf).

Robert Rauschenberg, White Paintings, 4 Gemälde, Acryl auf Leinwand, jeweils 90 × 90 cm, 2011, Self-portrait with four White Paintings, 1 Gemälde, Acryl auf Leinwand, 90 × 90 cm, 2010

Die übergreifende Frage nach der historischen Veränderung akustischer Wahrnehmung und der Bedeutung von Stille heute bildet den kulturellen, medialen und gesellschaftlichen Kontext des Projekts. Dieser Kontext kann sich auch für ein Publikum, das weder mit Cage noch der zeitgenössischen Kunst vertraut ist, auf einen bekannten Teil der eigenen Lebenswelt beziehen. Die von Ruth M. Lorenz (maaskant, Berlin) speziell für die Ausstellung „Sounds Like Silence“ entwickelte Ausstellungsarchitektur ermöglicht ein sinnliches Erleben und Verstehen der Ideen von 4´33˝ und vermittelt deren Relevanz für unsere Gegenwart, ohne spezifische kunsthistorische Vorkenntnisse vorauszusetzen.

Bruce Nauman, Mapping the Studio I – All Action Edit [Fat Chance John Cage], 7-kanalige Videoinstallation, Unikat, zwischen 32 Min. und 82 Min., 2001

Die Eröffnung der Ausstellung „Sounds Like Silence“ findet gemeinsam mit der Eröffnung der Ausstellung „FLUXUS – Kunst für Alle!“ des Museums Ostwall am 24. August 2012 ab 19 Uhr im Dortmunder U statt. Der Eintritt ist anlässlich der Eröffnungen frei. Beide Ausstellungen laufen parallel bis zum 6. Januar 2013. Die Ausstellung „Sounds Like Silence“ beginnt bereits in den frühen Morgenstunden des 24. August 2012 mit der Radiosendung „Sounds Like Silence“ auf Deutschlandradio Kultur (0.05 – 1.00 Uhr). Zwischen der Ausstellungseröffnung und dem Jahrestag der Uraufführung von 4´33˝ am 29. August 2012 findet eine Veranstaltungswoche mit Live-Performances und -Konzerten u. a. von Dave Allen, mit Künstlergesprächen, einem Panel mit den Autoren der begleitenden Buchpublikation (Hrsg. Dieter Daniels, Inke Arns, Spector Books, Leipzig 2012), Vorträgen, Filmvorführungen und Exkursionen statt.

FilmSchauPlätze NRW 2012: Wuppertal

„Alice in den Städten“ am Elisenplatz

Wuppertaler Schwebebahn, Station Kluse/Schauspielhaus

Inzwischen haben die Schulen in Nordrhein-Westfalen wieder begonnen, und am 22. August 2012 fand in der Hardt, einem der ältesten Stadtparks in Deutschland, die vorletzte Veranstaltung der FilmSchauPlätze NRW in diesem Jahr statt.

Bismarckturm

Zwar agierte an diesem Abend die Wuppertal Marketing GmbH als lokaler Partner vor Ort, doch die Stadt Wuppertal oder den Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Wuppertal e. V. hatte man offenbar nicht mit ins Boot geholt, denn der Botanische Garten wurde auch an diesem Abend pünktlich um 19 Uhr geschlossen, und wer von außerhalb angereist war und nicht bereits vor 19 Uhr einen Blick in die sehenswerte Anlage werfen konnte, dem blieb dies an diesem Abend auch verwehrt. Der heutige Botanische Garten wurde 1908 bis 1910 auf dem Gelände des ehemaligen Landsitzes des Textilfabrikanten und Elberfelder Stadtrates Engelbert Eller angelegt, der das großräumige Landhaus mit Orangerie, das Wohn- und Betriebsgebäude und den 1838 erbauten Elisenturm umfasst. Dieser wurde als Sternwarte errichtet und erhielt seinen Namen zu Ehren von Elisabeth Ludovika von Bayern, der Gemahlin Friedrich Wilhelms IV. von Preußen und Patentante von Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Botanischer Garten mit der Villa Eller und dem Elisenturm

Die Villa Eller wurde um 1875 vom Architekten R. Vogdt für Julie Elisa Aurelie Vogdt-Eller erbaut, etwa 1890/95 um ein Gewächshaus erweitert und in Teilbereichen im Jahre 1943 zerstört.

Villa Eller, Mosaikfries

Im Oktogon des seit April 1991 unter Denkmalschutz stehenden Elisenturms war ursprünglich ein Observatorium mit Utzschneider/Fraunhofer-Teleskop installiert, heute wird der Kuppelsaal im ersten Stock für Trauungen genutzt.

Engelstrompeten


Blick vom Elisenturm auf den Elisenplatz


Elisenplatz


Elisenplatz

Als von der Film- und Medienstiftung NRW geförderter Kurzfilm stand in Wuppertal „Pauls Opa“ (2007, Regie Ove Sander) auf dem Programm, gefolgt von „Alice in den Städten“ (1974, Regie Wim Wenders) mit Rüdiger Vogler (Philip Winter) und Yella Rottländer (Alice van Damm), der mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet wurde. „Alice in den Städten“ konnte noch gar nicht von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert werden, da diese erst am 27. Februar 1991 als Filmstiftung Nordrhein-Westfalen gegründet wurde.

Filmvorführung


Elisenturm

Montag, 20. August 2012

Sommerhoch „Achim“ beschert nicht nur den heißesten Tag des Jahres

… sondern auch die höchsten Treibstoffpreise aller Zeiten

Mit der Single „Ich will Spaß“ wurde der Ruf von „Markus“ als einem der populärsten Interpreten der Neuen Deutschen Welle begründet. Eine Textpassage aus dem Song lautet „und kost´s Benzin auch 3 Mark 10, scheißegal es wird schon gehen“. Die Zeiten, als es Benzin noch für 3,10 DM gab, sind allerdings längst vorbei, aktuell ist der Preis für Super E10 auf über 1,70 Euro geklettert, das wären 3,32 DM, ein Ende der Preisspirale scheint augenblicklich nicht in Sicht.

Preisanzeigetafel

Ob Markus Mörl die aktuellen Treibstoffpreise tatsächlich scheißegal sind, weiß ich nicht. Die Mineralölindustrie begründet die hohen Preise mit dem anhaltend hohen Ölpreis. Wie allerdings der neuerdings an den Tankstellen zu beobachtende „Abendzuschlag“, der ab 18.00 Uhr auf die ohnehin schon hohen Preise noch zusätzlich erhoben wird, begründet wird, ist mir nicht bekannt. Bisher scheint dieser „Abendzuschlag“ wohl auch noch nicht allgemein bekannt zu sein, bisher hat sich nämlich noch kein allgemeiner Unmut dagegen geregt. Gegen solche zusätzliche Preistreiberei würde eine Regelung wie bei unseren Nachbarn in Österreich, nach der Preiserhöhungen nur einmal am Tag, nämlich genau um zwölf Uhr mittags zulässig sind, zumindest Einhalt gebieten. Gegen die generell hohen Treibstoffpreise dürfte allerdings noch kein Kraut gewachsen sein. Da hilft wohl nur das Auto (immer öfter) stehenzulassen und zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren.

Sonntag, 19. August 2012

Pulse Park: Relational Architecture No. 14

Interaktive Lichtinstallation von Rafael Lozano-Hemmer im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Im Zusammenhang mit der Ruhrtriennale 2012 verwandelt die interaktive Lichtinstallation Pulse Park des kanadisch-mexikanischen Künstlers Rafael Lozano-Hemmer (* 1967 in Mexiko) die Grünfläche an der Jahrhunderthalle Bochum vom 17. August bis 16. September 2012 mit Einbruch der Dämmerung in ein Lichtermeer, das lediglich durch den Herzschlag der teilnehmenden Passanten zum Leben erweckt wird. 250 Theaterscheinwerfer lassen die Grünfläche pulsieren und definieren einen urbanen Begegnungsraum.

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Ein Herzfrequenzmessgerät mit zwei Elektroden, die die Teilnehmer für einige Sekunden mit den Händen umfassen, misst die Anzahl der Herzschläge pro Minute, ein Computer übersetzt die aufgenommenen Daten in Licht- und Tonimpulse. Durch jeden neuen Teilnehmer wandert das Signal um einen Theaterscheinwerfer, bereits eingespeiste Signale werden gespeichert, wodurch der Westpark pulsierend erleuchtet wird. Rafael Lozano-Hemmer ließ sich von dem mexikanischen Film „Macario“ (1960, Regie Roberto Gavaldón) zu Pulse Park inspirieren, 2008 war die Installation erstmals am Madison Square Park in New York City zu sehen. Im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum ist Pulse Park täglich ab Einbruch der Dämmerung bis 1.00 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Pulse Park ist eine Visualisierung menschlicher Lebenszeichen, die den öffentlichen Raum in eine vergängliche Architektur aus Licht und Bewegung verwandelt. Pulsschläge aus Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander schaffen eine künstliche Landschaft, die trotz ihrer Weite auch die Intimität der individuellen biometrischen Aufzeichnung bewahrt.“ (Rafael Lozano-Hemmer)

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

„Wasserwelt“ im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Neben dem Wasserhochbehälter nördlich der Jahrhunderthalle werden die beiden Betonkühltürme und das Kühlwasserbecken in den komplementären Lichtfarben blau und orange-gelb illuminiert. Die Planung stammt vom Planungsbüro Uwe Knappschneider, licht|raum|stadt - planung, Wuppertal.

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Pulse Park im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

„Wasserwelt“ im Westpark an der Jahrhunderthalle Bochum

Samstag, 18. August 2012

„IdeenSounds“ im „IdeenPark 2012“

„Der Weg zum eigenen Song“

IdeenPark Arena

Im Projekt „IdeenSounds“ übernehmen bekannte Musiker und Produzenten Patenschaften und unterstützen Nach­wuchs­künstler und -bands aus ganz unterschiedlichen Musikrichtungen aktiv dabei, ihre eigenen Songs einem großen Publikum zu präsentieren. Schirmherr des Projekts ist in diesem Jahr Rea Garvey. Das IdeenSounds Konzert 2012 war der Höhepunkt des Projekts. Dabei haben die jungen Künstler und Bands „BenjRose“, „Crutch“, Jacob Brass und Elif Demirezer die Songs vorgestellt, die sie gemeinsam mit dem Produzenten Vincent Sorg („Die Toten Hosen“, „H-Blockx“ und „Donuts“) im Gläsernen Studion im IdeenPark produziert haben. Tickets für das außergewöhnliche Konzert, bei dem gleichzeitig die bekannten Musiker und Bands Ivy Quainoo, „Jupiter Jones“, „Unheilig“ und Tim Bendzko auf der Bühne standen, waren nur im Rahmen von Verlosungen und nicht im freien Verkauf erhältlich. Bereits am 24. Mai 2008 fand im IdeenPark Stuttgart ein einmaliges Unplugged-Konzert statt, beim dem sich Steffi und Thomas von „Silbermond“, die „Söhne Mannheims“, „Pohlmann“ und „Dick Brave“ die Bühne mit den Nachwuchskünstlern Daniel Stoyanov, Jenix, SJ McArdle und Tadday teilten.

Verlosung der Tickets für das IdeenSounds Konzert

Seit dem 11. August können die Besucher des „IdeenPark 2012“ die komplette Song-Produktion im „Gläsernen Studio“ live miterleben, angefangen von der ersten kreativen Idee über die Produktion bis zur Live-Präsentation vor großem Publikum. Bereits im Vorfeld des Konzerts diskutierten die Nachwuchskünstler mit Tim Bendzko, Henning Wehland („H-Blockx“, „Söhne Mannheims“), Produzent Vincent Sorg und Sascha Eigner („Jupiter Jones“) über die Nach­wuchs­förderung von Musikern und die Chancen, die ihnen das Projekt „IdeenSounds“ für ihre eigene Karriere bietet.

Jacob Brass, Sascha Eigner, Stephanie Crutchfield und Benjamin Rose


Elif Demirezer und Tim Bendzko

Die IdeenPark Arena mit 2.500 Sitzplätzen, in der an den übrigen Tagen des „IdeenPark 2012“ ein vielfältiges Infotainment-Programm wie den „Daily Info Shows“ oder den von Matthias Opdenhövel moderierten „Days of Innovation“ geboten wird, ist bereits für sich ein technisches Highlight: Mit großformatiger LED-Lichttechnik ausgestattet liefert sie die optische Vision zu dem auf der Bühne dargebotenen Programm. „Jupiter Jones“ und „Unheilig“ haben diese Möglichkeiten bei ihren Auftritten eindrucksvoll genutzt.

„The Voice of Germany“-Gewinnerin Ivy Quainoo präsentierte u. a. „Do You Like What You See“


„BenjRose“ präsentierte „no catastrophe“

Womöglich sorgten die bekannten Musiker und Bands Ivy Quainoo, „Jupiter Jones“, „Unheilig“ und Tim Bendzko für das große Interesse an diesem einmaligen Konzert, aber auch die Nachwuchskünstler und -Bands „BenjRose“, „Crutch“, Jacob Brass und Elif Demirezer konnten die mehr als 2.400 Zuschauer in der IdeenPark Arena restlos begeistern. Damit ist des Konzept des „IdeenSounds“-Initiators Henning Wehland, mit Unterstützung prominenter Künstler auch Aufmerksamkeit für talentierte Nachwuchs-Musiker zu erzeugen, die noch nicht so bekannt sind, erneut aufgegangen.

„Crutch“ präsentierten „Game Over“ und „Invincible“ (von ihrer aktuellen EP)


„Jupiter Jones“ präsentierten „ImmerFürImmer“, „Nordpol/Südpol“ und „Still“

Moderiert wurde das Event von Dunja Hayali (ZDF-Morgen­magazin) und Oliver Plöger (1LIVE). Zwischen den einzelnen Acts spazierte Dunja Hayalis Golden Retriever-Hündin „Emma“ über die Bühne und eroberte die Herzen des Publikums im Nu. (Bitte keinen falschen Schlüsse daraus ziehen, es ist Besuchern leider nicht gestattet, Hunde oder andere Tiere in den IdeenPark mitzubringen.)

Sascha Eigner und Nicholas Müller („Jupiter Jones“) im Gespräch mit den Moderatoren Dunja Hayali und Oliver Plöger


„Unheilig“


„Der Graf“ von „Unheilig“ präsentierte „Lichter der Stadt“, „So wie du warst“ und „Geboren um zu leben“


Jacob Brass präsentierte neben den eigenen Songs „Rodeo“ und „Radar“ auch „Just the way you are“ als Cover von Bruno Mars


Elif Demirezer präsentierte ihren Song „Feuer“


Tim Bendzko

Nachdem Tim Bendzko seine Songs „Auf den ersten Blick“, „Das Ende der Welt“, „Wenn Worte meine Sprache wären“, „Nur noch kurz die Welt retten“, „Sag einfach Ja“ und „Am seidenen Faden“ (als neuen Song) performt hatte, ging das beinahe vierstündige Event seinem Ende entgegen. Doch das Projekt „IdeenSounds“ ist mit dem Konzert noch nicht beendet, noch bis zum 23. August ist das „Gläserne Studio“ der Proberaum der geförderten Nachwuchs-Musiker und lässt die Besucher des „IdeenPark 2012“ den Probealltag einer Band hautnah erleben.

„Gläsernes Studio“ im Stadtquartier „FunBox“

Der „IdeenPark 2012“, den der ThyssenKrupp Konzern mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und mehr als 200 Partnern aus Forschung und Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft veranstaltet, möchte Menschen für Technik und Innovation begeistern, technische Kreativität fördern und die Bedeutung technischer Neuerungen für die Zukunft erlebbar machen. Noch bis 23. August ist der „IdeenPark 2012“ auf 60.000 m² in der Messe Essen und im Grugapark bei freiem Eintritt zu sehen.

Waren Sie selbst beim „IdeenSounds“-Konzert im „IdeenPark 2012“? Wie hat Ihnen das Event gefallen?