Donnerstag, 8. September 2011

Japan Media Arts Festival

Internationales Festival zu aktueller japanischer Kunst und Popkultur im Dortmunder U

Seit 1997 fasziniert das Japan Media Arts Festival in Tokio jedes Jahr tausende Besucher mit seinem Programm aus Kunst und Unterhaltung, inzwischen gehört es zu den größten und wichtigsten Veranstaltungen in Japan. Für das Japan Media Arts Festival Dortmund 2011, welches vom 10. September bis zum 2. Oktober 2011 im Dortmunder U stattfindet, wurden 55 Kunstwerke und Projekte aus den Bereichen Kunst, Entertainment, Animation, Manga und Musik ausgewählt, darunter sind 44 Preisträger des letzten Festivals aus Tokio. Anders als bei den vorangegangenen Ausstellungen des Japan Media Arts Festivals im Ausland hat man sich in Dortmund gegen ein übergeordnetes Thema entschieden, stattdessen feiert das Japan Media Arts Festival Dortmund 2011 die Vielfalt der verschiedenen Genres der Medienkünste und stellt Querverweise zwischen diesen dar. Das vom Amt für kulturelle Angelegenheiten, Japan organisierte und vom Hartware MedienKunstVerein (HMKV) produzierte Festival stellt in diesem Jahr im Rahmen der 150-jährigen Freundschaft zwischen Japan und Deutschland einen thematischen Schwerpunkt im Dortmunder U dar.

„days and nights“ von HIRAKAWA Norimichi/QUE Houxo

Über 50 herausragende Vertreter japanischer Kultur präsentieren im Dortmunder U ihre Werke, darunter Deutschland-Premieren und Neuproduktionen. Beispielsweise haben Norimichi Hirakawa und Houxo Que ihre raumgreifende Installation „days and nights“, in der farbintensive Malerei und Videoprojektion miteinander verschmelzen, speziell für das Japan Media Arts Festival Dortmund 2011 entwickelt. Houxo Que hat mit fluoreszierenden Farben großformatige Wandbilder aus Rosen, Azaleen und Hortensien gemalt, worauf Norimichi Hirakawa mit seiner eigens entwickelten Software eine Ebene aus Pixeln projiziert.

KUWAKUBO Ryota: The Tenth Sentiment, Photo by Keizo Kioku
© NTT InterCommunication Center ICC


Dass man Modelleisenbahnen nicht nur als realistische Landschaft nachbilden kann, zeigt Ryota Kuwakubo mit seiner Arbeit „The Tenth Sentiment“. Er hat eine Modelleisenbahn mit einer Lichtquelle ausgestattet, die im ansonsten dunklen Raum Schatten von den auf dem Boden angeordneten alltäglichen Objekten an die Wände wirft und dadurch den Eindruck enstehen lässt, man sitze selbst in einem fahrenden Zug.

„loopScape“ von KUWAKUBO Ryota

Bei dem Computerspiel „loopScape“ können sich zwei Akteure frei um ein rundes Display bewegen und ihrer Spielfigur folgen. Ziel des Spiels ist es, den Gegner auszuschalten, wird dieser aber verfehlt, so können die eigenen Geschosse nach Umrundung des Displays den Angreifer selbst in Gefahr bringen.

„The Cats“ von MIYAMOTO Naotaka

Der japanische Mode- und Werbefotograf Naotaka Miyamoto stellt in seinen großformatigen Fotos Katzen unterschiedlicher Rassen gegenüber, die alle in ausdrucksstarken Posen festgehalten sind. Was die Katzen im Augenblick der Aufnahme bewegt haben mag, bleibt natürlich der Phantasie des Betrachters überlassen.

„restriction sight“ von ONISHI Yasuaki

„restriction sight“ von Yasuaki Onishi ist erstmals in Europa zu sehen. In seiner Installation setzt Yasuaki Onishi einfachste Materialien wie Fäden, transparente Plastikfolien und UV-Licht ein, 2005 erhielt er dafür beim 9. Japan Media Arts Festival die Auszeichnung Jury Recommended Work. Die Installation soll die visuelle Wahrnehmung des Betrachters begrenzen und damit die Vorstellungskraft anregen.

Ultraman, 1989, Protyp von Takashi Kinoshita, © Tsuburaya Productions

Eine große Auswahl von handgefertigten Miniaturen aus der 1964 von Osamu Miyawaki gegründeten Modellschmiede Kaiyodo werden ebenfalls zum ersten Mal in Deutschland präsentiert. Die Modelle aus den letzten 50 Jahren symbolisieren eine spezifisch japanische Symbiose aus Kunst, Handwerk und Kommerz.

„Gear´s Heart“ von NAKAMURA Haruki

Haruki Nakamura präsentiert mit seinem Projekt Action Papercraft Kamikara eine Sammlung von Papiermodellen (!), die allesamt mit einem Bewegungsmechanismus ausgestattet sind. Das Kernstück des Projekts stellt ein dreidimensionales, aus normalem Papier gefertigtes Herz dar, dessen 12 Zahnräder sich mit einer Kurbel wie ein Zahnradgetriebe drehen lassen.

Manga-Sektion

Das Festival wird von einem breitgefächerten Rahmenprogramm aus Filmen (u. a. „Ghost in the Shell“, „Ghost in the Shell 2: Innocence“, „Evangelion: 1.0 You Are (Not) Alone“ und „Evangelion: 2.0 You Can (Not) Advance“) renommierter japanischer Regisseure für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, sowie Kurzfilmen und Workshops begleitet. Nach Begrüßungsworten in der 6. Etage des Dortmunder U am 9. September um 18 Uhr wird das Japan Media Arts Festival Dortmund 2011 im VIEW mit einem Konzert und Club-Programm mit Auftritten der zur Zeit angesagtesten Idol-Group Japans, Momoiro Clover Z (Reni Takagi, Kanako Momota, Momoka Ariyasu, Shiori Tamai und Ayaka Sasaki) und sasakune.UK feat. Miku Hatsune (eine virtuelle Figur im Anime-Stil) in einer lebensgroßen 3D-Projektion eröffnet. Zusammen mit dem VJ-Team onom+kmd wird eine ganz besondere Miku-Show erwartet.

Momoiro Clover Z, © STARDUST PROMOTION, INC.
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Parallel können die Besucher noch bis zum 9. Oktober 2011 die Ausstellung „Proto Anime Cut – Räume und Visionen im japanischen Animationsfilm“ in der dritten Etage des Dortmunder U besuchen.

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