Sonntag, 14. August 2011

Fontana Kanale

Die Schleuse Herne-Ost wird zum Park für einen Tag

„Herner Meer“ und Schleuse Herne-Ost

1914 wurde die Schleuse Herne-Ost als östlichste Schleusenstufe des Rhein-Herne-Kanals in Betrieb genommen. 1986 bis 1992 wurde die Schleusenanlage erneuert, um auch größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Mit der Inszenierung „Fontana Kanale“ greift die RUHR.2010 GmbH am 14. August 2011 das Kulturhauptstadtprojekt „KulturKanal“ auf und verwandelt die Schleuse Herne-Ost in einen „Park für einen Tag“.

Doppelfontäne der Jugendfeuerwehr Herne

Die Oberhausener Künstlerin Billie Erlenkamp hat die Schleuse mit Hilfe der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, der Jugendfeuerwehr Herne, der Freiwilligen Feuerwehr Gronau, des Technischen Hilfswerks Wanne Eickel und der DLRG in einen Erlebnisraum zum Flanieren und Lustwandeln verwandelt. Von den namensgebenden Fontänen für „Fontana Kanale“ gibt es auf den nördlichen Wasserflächen der Schleuse gleich mehrere.

Fontäne auf dem Parksee


Schleuse Herne-Ost, Schleusenturm


Warnung (?) vor „mutiertem Laichkraut“

Und wieder einmal scheint man beim Bau der Schleuse Tote in den unterirdischen Gängen bestattet zu haben, denn die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hat auch hier fälschlicherweise Führungen in die Katakomben der Schleuse angeboten. (Katakomben sind unterirdische Gewölbekomplexe, die der Bestattung von Toten dienen.) Ungeachtet dessen hatte man aber auch nicht mit derartigem Interesse der Besucher an den „Leichen im Keller“ gerechnet, ursprünglich waren stündlich stattfindende Führungen für jeweils 15 Personen geplant. Was natürlich bei weitem nicht ausreichend war, so dass man sich spontan entschieden hat, die Gruppen in kürzeren Zeitabständen durch die unterirdischen Anlagen zu führen. Nicht auszudenken, wie groß der Ansturm erst an einem sonnigen Sommertag gewesen wäre.

Die unterirdischen Anlagen der Schleuse Herne-Ost

Etwa 30.000 m³ Wasser werden für einen Schleusengang in die Schleusenkammer ein- bzw. ausgelassen. Um den Wasserverbrauch pro Schleusengang zu halbieren, wird das ablaufende Wasser der einen Schleusenkammer zum Auffüllen der anderen Kammer bis zum Gleichstand genutzt. Die zweite Hälfte des Wassers wird aus der zu leerenden Kammer ins Unterwasser abgelassen und in die zu füllende Kammer vom Oberwasser aufgefüllt. Das Füllen bzw. Leeren der Schleusenkammern dauert 8 Minuten. Die 15.000 m³ Wasserverlust pro Schleusengang müssen durch Zurückpumpen wieder ausgeglichen werden, um die Pegelstände von Ober- und Unterwasser nicht zu verändern.

Die unterirdischen Anlagen der Schleuse Herne-Ost, Antrieb des Drehsegmenttors zum Oberwasser


Medusen in der nördlichen Schleusenkammer

Billie Erlenkamp hatte die mit Moos und Algen bedeckte Wand der nördlichen Schleusenkammer mit Quallenwesen und seltsamen Unterwasser-Wesen aus dem zoobotanischen Werk des Künstlers Detlef Kelbassa verziert, die aber nur sichtbar sind, wenn die Schleusenkammer nach einem Schleusenvorgang geleert ist.

künstlicher Wasserfall


Medusen in der nördlichen Schleusenkammer: „Wasser marsch!“


„Wasserachse“


Wasserorgel der Freiwilligen Feuerwehr Gronau


„Wo ist der beste Platz?“

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ prämiert seit 2006 in Kooperation mit einem deutschen Kreditinstitut Ideen und Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. Die Stadt Herne wurde im Rahmen der „Fontana Kanale“ für die Anrainerkommunen des Rhein-Herne-Kanals als Erlebnispassage „KulturKanal“ als „Ausgewählten Ort“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand auf einem Arbeitsprahm statt, der an diesem Tag als „Seebühne“ fungierte.

Preisverleihung im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“


„Gruppenbild mit Dame(n)“


Picknick an der Schleuse Herne-Ost

Die im Rahmen des Kulturhauptstadtprojekts EMSCHERKUNST.2010 installierte Skulptur „reemrenreh (kaum Gesang)“ von Bogomir Ecker singt inzwischen gar nicht mehr, und ihren Spitznamen „Käsestange“ hatte sie auch schnell weg. Immerhin lässt sich der erste Teil des Namens nachvollziehen. Von hinten nach vorne gelesen ergibt sich „Herner Meer“, also der Standort.

„reemrenreh (kaum Gesang)“ aka „Käsestange“ von Bogomir Ecker am „Herner Meer“

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sehr schöne Fotos, darüber freue ich mich.
Grüße
B. Erlenkamp