Freitag, 1. Juli 2011

„Mit Oberbürgermeister Paß auf Krupp´s Spuren“

Radtour auf den Spuren der stadtbildprägenden Bautätigkeit der Familie Krupp

Siedlung Altenhof I, Gußmannplatz mit Standbild eines Gießereiarbeiters

„Mit Oberbürgermeister Paß auf Krupp´s Spuren“, unter diesem Motto stand die Radtour aus dem „Essener Fahrrad-Kalender 2011“ auf den Spuren der stadtbildprägenden Bautätigkeit der Familie Krupp am 1. Juli 2011. Veranstalter war das Amt für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Essen, Tourenleiter war der Essener Fahrradbeauftragte Christian Wagener. Erläuterungen vor Ort erfolgten durch Andreas Schardt, ThyssenKrupp Real Estate. Was hat das Ganze mit Oberbürgermeister Paß zu tun? Ganz einfach, Reinhard Paß ist ebenfalls als Teilnehmer bei der Fahrradtour mitgefahren.

Erläuterungen an der Altenhofkapelle, heute Kapelle des Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Krankenhauses

Treffpunkt war um 14.00 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz. Trotz schlechter Wettervorhersage hatten sich doch etwa 60 Teilnehmer eingefunden, um von hier zunächst zur Altenhofsiedlung nach Rüttenscheid, die von der Firma Krupp für ihre ehemaligen Angestellten errichtet wurde, und zur Villa Hügel in Bredeney zu fahren, dem ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie, wo augenblicklich die Sonderausstellung „Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ gezeigt wird.

Altenhofkapelle, Innenansicht


Erläuterungen in der Siedlung Altenhof II

Hier gab es die erste größere Pause, der Aufenthalt dauerte auch länger als geplant. Von der Villa Hügel führt nur ein Weg nach Norden aus dem Park, und das ist die lang ansteigende Haraldstraße, die erste größere Steigung auf der Strecke.

Die lang ansteigende Haraldstraße

Von hier führte der Weg zur Siedlung Margarethenhöhe, die 1906 von Margarethe Krupp anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha gestiftet und ab 1906 bis 1938 von dem Architekten Georg Metzendorf (* 25. September 1874 in Heppenheim, † 3. August 1934 in Essen) erbaut wurde. Die Gartenvorstadt bildet den stadtbaukünstlerischen Höhepunkt des industriellen Wohnungsbaus der Firma Krupp, nach erheblicher Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe und Wiederaufbau nach Kriegsende wurde sie 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Auf der Margarethenhöhe ereilte die Tour einer der prophezeiten Regenschauer, glücklicherweise fanden sich Unterstellmöglichkeiten, denn auf freier Strecke wäre man wohl trotz entsprechender Regenkleidung unweigerlich ziemlich nass geworden.

Erläuterungen auf der Margarethenhöhe

Entlang des Borbecker Mühlenbachs ging es über die so genannte „Wasser Route“ nach Essen-Schönebeck und von hier über die ehemalige Güterbahntrasse der Rheinischen Bahn zum ThyssenKrupp Quartier, das schließlich mit etwa 30-minütiger Verspätung erreicht wurde. Dort bot ThyssenKrupp Getränke für die Teilnehmer der Fahrradtour sowie eine Führung über das Quartier an.

ThyssenKrupp Quartier, Q1

Der Außenbereich des ThyssenKrupp Quartiers ist jederzeit zugänglich, die Gebäude selbst dürfen aber nur von Betriebsangehörigen betreten werden, so dass die Führung interessante Einblicke in die erst am 17. Juni 2010 offiziell eröffnete Konzernzentrale bot. So befindet sich beispielsweise im Gebäude Q2 forum der so genannte „Raum der Stille“, der aus einem Vorraum und einem daran angrenzenden Hauptraum besteht, in dem ein großer quadratischer Kubus zu schweben scheint. Die Innenwände des Kubus sind mit Titanspindeln verkleidet. Der Raum soll zum friedlichen Verweilen einladen, eine Rückzugsmöglichkeit für Meditation und Sammlung bieten.

Kubus im „Raum der Stille“

Das Herz des ThyssenKrupp Quartiers ist das Zentralgebäude Q1 mit seinen 25,6 Meter breiten und 28,1 Meter hohen Panoramafenstern, die in Nord-Süd-Richtung den Blick in das Artrium öffnen. Doch Transparenz und Offenheit drücken sich bei ThyssenKrupp nicht nur in „Landschaftsfenstern“ aus, auch bei der Führung wurden „offenherzig“ Bereiche gezeigt, die in anderen Konzernen dem Auge des Besuchers verwehrt bleiben. Eine Fahrt mit dem TWIN-Aufzug im Hauptgebäude gehörte ebenso zum Führungsprogramm wie die Besichtigung des Artriums in „schwindelerregender“ Höhe. In den beiden TWIN-Anlagen fahren zwei Kabinen übereinander und unabhängig voneinander im selben Fahrstuhlschacht.

Blick aus dem Artrium Richtung Norden

Als Tragkonstruktion für die Panoramafenster dient eine vertikal und horizontal vorgespannte Seilfassade, an der die je 2,15 Meter breiten und 3,60 Meter hohen Isolierglasscheiben punktförmig gelagert sind.

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