Sonntag, 5. Juni 2011

Welterbetag auf Zollverein

„Faszination Welterbe“

Fördergerüst Schacht XII

Am 5. Juni 2005 wurde in Deutschland auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V. zum ersten Mal ein UNESCO-Welterbetag ausgerufen. Seitdem findet der Welterbetag jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni statt, dieses Jahr stand er unter dem Motto „Faszination Welterbe“. Dabei soll die Rolle der deutschen Welterbestätten als Vermittler der UNESCO-Idee gestärkt werden. Die Zeche und Kokerei Zollverein ist seit 2001 eine der 911 Welterbestätten weltweit und das einzige Welterbe im Ruhrgebiet. Von 10 bis 20 Uhr wurde ein umfangreiches Programm für die ganze Familie angeboten.

„Alle sind gleich – jeder ist wichtig“

„Blauschäfer“ Rainer Bonk

Dies ist die zentrale Botschaft der „Blauschafherde“. Aktionskünstler Rainer Bonk (* 1945 in Lemgo) betreibt gemeinsam mit der Kölner Künstlerin Bertamaria Reetz (* 1952 in Ripsdorf/Eifel) in seinem Atelier in Rheinberg die „Blauschäferei“ Bonk-Reetz GbR. Die Blauschafherde besteht aus einer Anzahl von 50 bis 100 blauen, identischen Schafsfiguren (etwa 60 cm hoch, 80 cm lang und 30 cm dick, so genannte „Multiples“) aus Polyesterharz.

„Blauschaf“ vor dem Fördergerüst Schacht XII

Ihr brillantes leuchtendes Ultramarin-Blau soll an die Monochromien von Yves Klein (* 28. April 1928 in Nizza, † 6. Juni 1962 in Paris) erinnern. „Multiples“-Installationen gehen zurück auf Marcel Duchamp (* 28. Juli 1887 in Blainville-Crevon, † 2. Oktober 1968 in Neuilly-sur-Seine), Mitbegründer der Konzeptkunst.

„Blauschafherde“ auf dem Ehrenhof

90 „Blauschafe“ hatte Rainer Bonk am Welterbetag auf dem Ehrenhof positioniert. Natürlich sind „Blauschafe“ sehr fotogen, im Programm zum Welterbetag auf Zollverein wurde sogar darauf hingewiesen. Und so geben nicht nur die „Blauschafe“ ein schönes Motiv ab, sondern auch die Fotografen, die sich an selbigen versuchen.

„Blauschafe“ sind sehr fotogen


Oldtimertreff Zollverein®

Zufahrt zur „Blauen Allee“

An jedem ersten Sonntag im Monat treffen sich von April bis Oktober Sammler, Besitzer und Bewunderer historischer Fahrzeuge auf dem Gelände der Kokerei Zollverein; kommen und gehen, sehen und gesehen werden lautet die Devise. „Zwangsläufig“ fallen also UNESCO-Welterbetag und der Oldtimertreff Zollverein® zusammen.

Chevrolet Corvette

Der Oldtimertreff Zollverein® für Fahrzeuge ab 30 Jahren ist das größte regelmäßige Oldtimertreffen in Deutschland, entlang der „Blauen Allee“ stehen die historischen Fahrzeuge aufgereiht. Zeitgleich fand auf der Kokerei Zollverein die innovative Kunstmesse C.A.R. – contemporary art ruhr statt, auf dass es dort so richtig voll wurde.

Mercedes-Benz 190 SL


Opel Rekord


Henschel HS 100 und Südwerke Büffel


Kunstführung über das Welterbe Zollverein

Am Welterbetag wurden diverse Führungen angeboten, beispielsweise „Über Kohle und Kumpel: Führung über das Weltkulturerbe Zollverein Schacht XII“, „Familienschicht“, „Kohle, Koks, Kultur – Führung durch die Kokerei Zollverein“, Führungen durch das red dot design museum und das SANAA-Gebäude und eine Kunstführung über das Zollverein-Gelände.

Granit-Skulptur von Ulrich Rückriem

Im Rahmen der zweistündigen Kunstführung wird natürlich die Skulptur „Castell“ von Ulrich Rückriem (* 30. September 1938 in Düsseldorf) im Industriewald zwischen Schacht XII und Kokerei besucht, die verhinderte, so wird zumindest erzählt, dass die ehemalige Halde Zollverein zur städtischen Bauschuttdeponie wurde. Weitere Skulpturen von Ulrich Rückriem säumen den Weg durch den Industriewald, weshalb dieser auch Skulpturenwald genannt wird.

„La Primavera“ von Maria Nordman

Maria Nordman (* 1943 in Görlitz) hat in der Durchfahrt des ehemaligen Kohleaschebunkers ein begehbares Kunstobjekt geschaffen, wobei es sich um einen leeren, fensterlosen und kaum beleuchteten Raum handelt, in dem das von außen spärlich eindringende Sonnenlicht eigene Räume schafft.

„The Palace of Projects“ von llya und Emilia Kabakov

Im Rahmen der Kunstführung wurde auch die Rauminstallation „The Palace of Projects“ von llya und Emilia Kabakov im ehemaligen Salzlager der Kokerei besucht. In diesem „Palast“ befinden sich entlang einer Spirale „Projekte zur Verbesserung des Lebens anderer Menschen“, „Projekte zur Stimulierung der Kreativität, die zur Entstehung und Schaffung der Projekte selbst beitragen“ und „Projekte zur eigenen Vervollkommnung des einzelnen Individuums“.

„The Palace of Projects“ von llya und Emilia Kabakov

Die Wände des „Palastes“ bestehen aus halbtransparentem Plastikgewebe, das zwischen eine Holzkonstruktion eingespannt ist.

Für Kinder und Jugendliche

Umformerhalle

In der Umformerhalle konnten Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene Spiele aus der Catan-Sammlung unter Anleitung entdecken, angefangen vom Brettspiel über Kartenspiele zu Würfelspielen. Hier gab es auch einen Druck-Workshop, bei dem Kinder spielerisch beispielsweise die grafische Technik des Linolschnitts kennenlernen konnten.

„Musicality“

Die Projektgruppe „Musicality“ des Schulzentrums Am Stoppenberg studiert unter der musikalischen Leitung von Coline Hardelauf – Studierende an der Folkwang Universität der Künste in den Studiengängen Musikwissenschaft und Gesang – ein neues, selbstgeschriebenes Musical mit dem Titel „Raise your voice“ ein, das am 12. und 13. November diesen Jahres in der Aula des Gymnasiums am Stoppenberg aufgeführt werden soll. In der Schalterhalle gab es Kostproben daraus zu hören.

Special

Graffiti an der Brücke zur Kokerei, Arendahls Wiese

Jan Schoch von „Farbwandel.com“ gestaltete die Brücke zur Kokerei an der Arendahls Wiese neu. Die Kunstaktion fand in Kooperation mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) statt.

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