Freitag, 17. Juni 2011

„Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“

Dauerausstellung im „Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv“

Das Gebäude der ehemaligen Luisenschule am Ernst-Schmidt-Platz 1

Lange musste die Öffentlichkeit auf die Eröffnung der Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ im „Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv“ warten, mehrfach war diese verschoben worden, und schließlich fand sie dann am vergangenen Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nun gut, nun ist sie ja dauerhaft zugänglich … aber nur bis Sonntag, 19. Juni 2011 täglich geöffnet. Danach steht wiederum kein Personal zur Verfügung, dann ist sie berufstätigenfreundlich mittwochs von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Karte zur Bergbaugeschichte in Essen

Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Geschichte der letzten einhundert Jahre. Der historische Rundgang beginnt im Jahre 1896, als Essen mit 100.000 Einwohnern zur Großstadt wurde, und sie endet mit der Rückkehr der ThyssenKrupp Konzernzentrale an den Standort auf dem ehemaligen Gelände des am 18. Oktober 1819 von Friedrich Krupp eröffneten Gussstahlwerks in Essen-Altendorf. Unterschiedlichste Bilder tauchen im Zusammenhang mit Essen auf: „Waffenschmiede der Nation“, die Einkaufsstadt, Kulturhauptstadt Europas … und so spürt die Ausstellung als Auftakt der Fremdwahrnehmung und Selbstdarstellung der Stadt nach.

Erste Seite des historischen „Stahlbuchs“ der Stadt Essen (1934 – 1945)

Besonderes Augenmerk wurde in der Ausstellung auch auf die Zeit des Nationalsozialismus gelegt. In Medien-, Film- und Hörstationen werden wichtige Zeitdokumente und Raritäten präsentiert, beispielsweise ein Ausschnitt aus der Wochenschau über den Besuch Hitlers und Mussolinis in Essen 1937.

Hörstation: Tagebuch des inhaftierten Sozialdemokraten und ehemaligen Stadtrechtsrats Hugo Verspohl (1885 – 1978) über die Zeit im Gefängnis am Haumannshof

Zahlreiche Exponate und Archivalien wie die Traditionsfahne des SPD-Ortsvereins Stoppenberg oder das Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 1896 werden gezeigt, hinzu kommen Fotos aus zahlreichen Archiven.

Die Ruhrbesatzung

Im letzten Raum der Ausstellung findet man dichtgedrängt einen Abriss über mehr als ein halbes Jahrhundert, angefangen bei der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, so dass nur schlaglichtartig einige Punkte herausgegriffen werden können.

Nachkriegszeit

Auch die deutsche Fußballmeisterschaft 1954/55 ist dokumentiert. Rot-Weiss Essen wurde am 26. Juni 1955 durch einen 4 : 3-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern das erste und einzige Mal Deutscher Meister.

Deutsche Fußballmeisterschaft 1955

Den Endpunkt der Ausstellung markieren das Kulturhauptstadtjahr und die Einweihung des ThyssenKrupp Quartiers.

Strukturwandel

Wer sich ein wenig für die Geschichte der Stadt Essen seit dem Kaiserreich interessiert, sollte einmal einen Besuch „riskieren“. Bei kostenlosem Eintritt ist die Ausstellung noch bis Sonntag, 19. Juni 2011 täglich geöffnet, anlässlich des Kulturpfadfestes Essen am heutigen Freitag sogar bis 22 Uhr, danach nur mittwochs von 10 bis 17 Uhr.

Magazingebäude des Stadtarchivs mit COR-TEN-Stahlfassade

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