Sonntag, 22. Mai 2011

„Über den Dächern von Rüttenscheid“

Radtour zu den Großbaustellen im Essener Süden und Westen

„Über den Dächern von Rüttenscheid“, unter diesem Motto stand die Radtour aus dem „Essener Fahrrad-Kalender 2011“ zu den Großbaustellen im Essener Süden und Westen am 22. Mai 2011. Veranstalter waren die Essener Fahrrad-Initiative (EFI) und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC), Kreisverband Essen, Tourenleiter war Bürgermeister Rolf Fliß (3. Bürgermeister, Fraktion BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN). Fachkundige Erläuterungen vor Ort erfolgten durch Simone Raskob, Dezernentin für Umwelt und Bauen der Stadt Essen, und Bürgermeister Rolf Fliß.

Umwelt- und Baudezernentin Simone Raskob und Bürgermeister Rolf Fliß am Rüttenscheider Stern

Treffpunkt war um 11.00 Uhr auf dem Rüttenscheider Platz am Marktbrunnen. Trotz schlechter Wettervorhersage hatten sich doch etwa 120 Teilnehmer eingefunden, um von hier zunächst zu verschiedenen „Baustellen“ in Rüttenscheid und im Südviertel zu fahren. Den Begriff „Baustelle“ darf man dabei nicht in jedem Fall mit „Baugrube“ gleichsetzen, in einigen Fällen wurden auch einfach Orte angefahren, an denen in letzter Zeit gebaut wurde oder in Zukunft gebaut werden wird. Da in letzter Zeit eher tendenziös in der lokalen Presse über den Christinenpark berichtet wurde, wurde dieser auf Wunsch der Gruppe ebenfalls in das Besuchsprogramm aufgenommen.

Christinenpark


Bahnhof Essen-Süd

Ziel der ersten Etappe war das Sheraton Hotel an der Huyssenallee, dessen General Manager Roland Ohlberger die Radtour dankenswerterweise mit einem Imbiss und Getränken auf der Terrasse im Stadtgarten gesponsert hat. Auch an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt´s Gott“.

Roland Ohlberger, General Manager Sheraton Essen, und Bürgermeister Rolf Fliß

Von hier ging es gut gestärkt weiter durch die Innenstadt zum so genannten Universitätsviertel, dessen Kernstück – ein rund vier Hektar großer Park zwischen dem Berliner Platz und dem Rheinischen Platz – bereits realisiert ist, und von dort über die ehemalige Bahntrasse der Rheinischen Bahn zunächst zum Krupp-Park in Altendorf, von wo aus man einen guten Ausblick auf den zweiten Bauabschnitt des Berthold-Beitz-Boulevard hat, der die Verbindung von der Pferdebahnstraße zur Bottropper Straße schließen wird.

Berthold-Beitz-Boulevard, Bauabschnitt 2

Im weiteren Verlauf der Radtour ging es an der Trinkhalle Willy Göken vorbei, einer Kultstätte an der Rüselstraße in Altendorf, für die – so erläuterte Bürgermeister Rolf Fliß – im Zuge der anstehenden Sanierung und Umstrukturierung der Wohnbebauung in Altendorf bereits ein neuer Standort gefunden wurde.

Trinkhalle Willy Göken


„Idylle“ in Essen-Altendorf

Weiter ging es durch Essen-Schönebeck, Mülheim-Winkhausen, Essen-Fulerum und Holsterhausen zum Ziel der zweiten Tagesetappe, der E.ON Ruhrgas Hauptverwaltung in Rüttenscheid, dessen Besuch dieser Tour nämlich zu dem Motto „Über den Dächern von Rüttenscheid“ verholfen hat.

Teilnehmer der Radtour „Über den Dächern von Rüttenscheid“

E.ON Ruhrgas hatte die Radtour ebenfalls gesponsert, zunächst gab es für die Teilnehmer einen geführten Rundgang durch das auf dem Gelände des ehemaligen Grugastadions neu errichtete Gebäude, Entwurf JSK Architekten Düsseldorf, und im Anschluss gab es auch hier einen Imbiss und Getränke. Im Vergleich zur Aussicht aus 120 Metern Höhe vom RWE-Turm am Opernplatz fand ich die Aussicht aus 65 Metern Höhe von einem der gläsernen ellipsenförmigen Bürotürme eher „mäßig“. Obendrein ist die Auffahrt auf die Dachplattform des RWE-Turms regelmäßig möglich. Zur Erläuterung sollte man aber anmerken, dass es sich bei der obersten Etage der E.ON Ruhrgas Hauptverwaltung um eine „Techniketage“ handelt, auf der Blockheizkraftwerke die komplette Energieversogung des Gebäudes mit Strom, Beheizung, Kühlung und Belüftung sicherstellen. Insofern handelt es sich also nicht um eine Aussichtsterasse o. ä., und es ist nur zu verständlich, dass regelmäßige Besuche auf dieser Etage unmöglich zu bewerkstelligen sind.

E.ON Ruhrgas Hauptverwaltung, Aufnahmestandort auf der Norbertstraße

Mein persönliches „Highlight“ des Tages war an dieser Stelle das Security-Personal, das der Meinung war, Hausrecht gelte auch auf öffentlichen Wegen. Hierzu ist anzumerken, dass Gebäude in Privatbesitz von einem öffentlichen Weg aus fotografiert und die Aufnahmen kommerziell verwertet werden dürfen (Panoramafreiheit). Das Ganze ist geregelt in § 59 UrhG – Werke an öffentlichen Plätzen:
(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.
So viel dazu.

Trotz gegenteiliger Wettervorhersage hatte sich das Wetter – bis auf einige Schauer um die Mittagszeit – doch gehalten, so dass alle Teilnehmer trocken und um diverse Eindrücke reicher den Heimweg antreten konnten.

Fazit: Eine interessante Radtour mit kompetenter Tourleitung und fundierten Erläuterungen vor Ort, bei der auch auf individuelle Wünsche der Teilnehmer eingegangen wurde. Der Fauxpas zu guter Letzt hätte nicht passieren dürfen, liegt aber auch nicht im Verantwortungsbereich des Veranstalters.

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