Freitag, 27. Mai 2011

„Naturpark im Wandel“

Ausstellung des Fotografen Raymond Clement im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Technologiezentrum im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Raymond Clement (23. Dezember 1944 in Luxemburg) hält seit vielen Jahren die Veränderungen der Landschaft in den Naturparks Our und Obersauer in den Ardennen mit der Kamera fest. Seine internationale Anerkennung beruht u. a. auf der Fotoausstellung „The Family of Jazz“. Ein Konzert des Duke Ellington Orchestra 1970 beim Wiltzer Festival in Luxemburg und die Fotoausstellung „The Family of Man“ von Edward Steichen (* 27. März 1879 in Bivange, Großherzogtum Luxemburg, † 25. März 1973 in West Redding, Connecticut) haben Raymond Clement zu der Fotoausstellung „The Family of Jazz“ inspiriert, in der er Legenden der Jazz-Szene wie Duke Ellington und Miles Davis in Schwarz-Weiß porträtierte und die seit 1975 weltweit gezeigt wird. Seit den 1980er Jahren traten Farbe, Natur und Landschaften in den Vordergrund, wobei er Naturerlebnisse mit seinen professionellen Großformat- und Panoramakameras einfühlsam in Bildkompositionen übersetzt. 2009 war seine Ausstellung Element 5 zum Thema „Holz und Bäume“ mit Fotografien aus verschiedenen Erdteilen in der Luxemburger Nationalbibliothek zu sehen. Von 1977 bis 2001 moderierte Raymond Clement auch die Jazzsendungen im RTL Radio. Er hat zahlreiche Foto-Bildbände veröffentlicht, 1980 erschien sein erster Bildband JAZZ Impressions/Expressions. Bei der Vernissage zu „Naturpark im Wandel“ wird sein zwölfter Bildband „ÖEWERSAUER & OUR“ erstmals präsentiert.

© Raymond Clement 2011

Die Emschergenossenschaft initiierte 2005 das BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft, um in der langfristigen fotografischen Auseinandersetzung mit den strukturellen Veränderungen im Emschertal und dessen Umfeld nicht nur den Wandel zu dokumentieren, sondern auch Denkanstöße zu geben und vielmals Gesehenes in ein neues Licht zu rücken. Auf Einladung des BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft sind 55 großformatige Farb-Fotografien (1 × 1 m²) von Raymond Clement – teilweise als Diptychen und Triptychen – unter dem Titel „Naturpark im Wandel“ vom 28. Mai bis zum 9. Juli 2011 im Wissen­schafts­park Gelsenkirchen zu sehen. Er dokumentiert damit die Entwicklung der Naturparks Our und Obersauer im Norden Luxemburgs während der vergangenen 25 Jahre. Die Ausstellung findet in enger Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Naturparke der Großregion (Saar, Lor, Lux, Rheinland-Pfalz, Wallonie, Französische und Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens) statt. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt unterstützt die Kooperation zwischen neun Naturparken in der Großregion: Parc Naturel Haute-Sûre et Forêt d´Anlier, Parc Naturel des Deux Ourthes, Parc Naturel Hautes-Fagnes Eifel, Parc Naturel de la Vallée de l´Attert, Parc naturel régional de Lorraine, Naturpark Öewersauer, Naturpark Our, Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn – Eifel, Teilgebiete Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Raymond Clement

Offiziell wird die Ausstellung erst am 28. Mai 2011 ab 18 Uhr eröffnet, ungeachtet dessen habe ich heute schon einen Blick „riskiert“. Und obwohl noch gar nicht alle Arbeiten zu sehen waren, bin ich schon jetzt von den Bildkompositionen und der herausragenden Qualität der ausgestellten Fotografien restlos begeistert.

Zur Ausstellungseröffnung werden der luxemburgische Minister für Wohnungsbau, nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, Marco Schank, und Charles Pauly, Präsident des Naturparks Obersauer, erwartet.


Samstag, 28. Mai 2011

Vernissage

Technologiezentrum im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Heute fand in der 300 Meter langen Glasarkade die Vernissage zur Ausstellung „Naturpark im Wandel“ statt. Nach der Begrüßung durch Gabriele Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen, nutzten Charles Pauly, Präsident des Naturparks Obersauer, Luxemburg und Marco Schank (* 10. Oktober 1954 in Ettelbrück), Minister für Wohnungsbau und beigeordneter Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, Luxemburg die Gelegenheit für eine Einführung in das Netzwerk der Naturparke der Großregion, die Naturparke Our und Obersauer, die Europäische Förderung, das Schaffen Raymond Clements … all die vielen Dinge, die man sich auf die Schnelle unmöglich alle merken kann.

Charles Pauly, Präsident des Naturparks Obersauer, Luxemburg


Marco Schank, Minister für Wohnungsbau und beigeordneter Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, Luxemburg

Schließlich gab es – und darauf hatten ja alle Besucher gespannt gewartet – einen Rundgang durch die Ausstellung mit Erläuterungen von Raymond Clement. Dabei berichtete er auch von einem Jazz-Konzert mit Miles Davis im Jahr 1983, bei dem er drei Schwarzweißfilme gegen einen Farbfilm eintauschte, was den Beginn seiner Arbeit in Farbe markiert. Oder von einem Gefrierschrank, der nicht mit Lebensmitteln gefüllt ist, sondern mit Fotoplatten, derweil diese Aufnahmetechnik beinahe vollständig von Zelluloidfilmen und Digitalfotografie verdrängt wurde. Damit werden dann auch Großformataufnahmen in der in dieser Ausstellung gezeigten Qualität irgendwann der Vergangenheit angehören – leider.

Raymond Clement

Neben der Entwicklung der Naturparks Our und Obersauer im Norden Luxemburgs während der vergangenen 25 Jahre dokumentieren die Fotografien von Raymond Clement auch die Entwicklung während der vier Jahreszeiten.

Raymond Clement erläutert seine Fotografien


© Raymond Clement 2011

Neben den Landschaftsaufnahmen zeigt „Naturpark im Wandel“ auch einige außergewöhnliche Makroaufnahmen, besonders beeindruckend ist eine Biene in einer Blüte, natürlich ebenfalls im Format 1 × 1 m². Man muss die Fotografien aber schon mit eigenen Augen gesehen haben, eine Beschreibung kann die visuellen Eindrücke nur unvollständig wiedergeben.

Präsentation des Bildbandes „ÖEWERSAUER & OUR“:
Raymond Clement und Marco Schank



Raymond Clement signiert den Bildband „ÖEWERSAUER & OUR“

Die Ausstellung „Naturpark im Wandel“ ist bis zum 9. Juli 2011 während der Öffnungszeiten des Technologiezentrums im Wissenschaftspark Gelesenkrichen zugänglich, montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr, und samstags von 7.30 Uhr bis 17 Uhr. Das Technologiezentrum ist sonntags und an Feiertagen geschlossen (außer bei Veranstaltungen). Wer sich für Fotografie interessiert, sollte sich die Ausstellung auf keinen Fall entgehen lassen.


Lichtinstallation von Dan Flavin

Lichtinstallation im Technologiezentrum

Bei Dunkelheit taucht eine der letzten Installationen des Lichtkünstlers Daniel Nicholas Flavin (* 1. April 1933 in Jamaica, New York, † 29. November 1996 in Riverhead, New York, USA) das Technologiezentrum und den angrenzenden Landschaftsgarten in grün-blaues Licht. Die Installation ist dem Minimalismus zuzuordnen, sie besteht aus drei „Röhren-Bäumen“ an den Aufzugschächten sowie einer Lichtzeile am First der Glasarkade. Die „Röhren-Bäume“ bestehen jeweils aus 12 blau leuchtenden Röhren und 6 dazu senkrecht angeordneten grün leuchtenden Röhren.

Lichtinstallation am Aufzugsschacht


Lichtinstallation am First der Glasarkade

Sieht man über den kleinen See auf das Technologiezentrum, so erscheint die Glasfront als grün-blauer Lichtraum und die Anordnung der einzelnen Leucht­stoff­ele­mente verliert an Relevanz.

Lichtinstallation im Technologiezentrum

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