Montag, 16. Mai 2011

Internationaler Museumstag 2011

Kostenloser Eintritt zu den Ausstellungen im Dormunder U

Am 15. Mai 2011 waren alle Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter dem Motto „Museen, unser Gedächtnis!“ aufgerufen, sich mit besonderen Aktionen am Internationalen Museumstag 2011 zu beteiligen. Auch die Museen im Ruhrgebiet nahmen an diesem Aktionstag teil, viele Museen boten offene Führungen oder spezielle Angebote für Familien an, aber jeweils bei regulären Eintrittspreisen. Lediglich das Dortmunder U, dessen Ausstellungen bei freiem Eintritt zu besichtigen waren, stellte diesbezüglich eine rare Ausnahme dar. Der Besuch des Dortmunder U am Tag nach der Meisterfeier des Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund hatte aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die so genannte „Kathedrale“ in der 7. Etage, in der das Restaurant und Café VIEW untergebracht ist, war nicht zugänglich.

„U-Turm Bilderuhr“ von Adolf Winkelmann

Die Bilderuhr von Professor Adolf Winkelmann (* 10. April 1946 in Hallenberg, Regie „Contergan“ mit Benjamin Sadler und Katharina Wackernagel) an der Dachkrone zeigte an diesem Sonntag nach dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesligasaison 2010/11 abwechselnd die gelb/schwarzen BVB Kicker bzw. füllte sich der Raum hinter den Kolonnaden mit imaginärem Bier. Bei der Bilderuhr handelt es sich um die erste Station seiner Filminstallation „Fliegende Bilder“, die er für das Dortmunder U konzipiert und produziert hat.

„U-Turm Bilderuhr“ von Adolf Winkelmann

Im Foyer sollen auf elf in einem Oval aufgehängten Leinwänden „Ruhrpanoramen in der Eingangshalle“ als zweite Station der „Fliegenden Bilder“ zu sehen sein. Von keinem Punkt im Foyer sind alle Projektionen gleichzeitig zu sehen. Die Filminstallation soll charakteristische Landschaften und Ansichten des Ruhrgebiets zeigen, bei meinem Besuch war leider gar nichts zu sehen.

Eingangshalle

Bei der Fahrt mit den Rolltreppen in die Museumsetagen ist eine weitere Station von Adolf Winkelmanns Filminstallation „Fliegende Bilder“ zu sehen, die „Neun Fenster in der Vertikalen“. Dabei handelt es sich um neun virtuelle Bildfenster, die aus Adolf Winkelmanns spezieller Sicht als Bühne für die Menschen aus dem Ruhrgebiet fungieren.

„Kunstvertikale“ im Dormunder U

Der so genannte „Lautsprecher“ (Erker) des Dortmunder U auf der 4. Etage bietet bisher den einzigen Ausblick auf die Innenstadt, die geplante und auf den Hinweistafeln im Haus bereits aufgeführte Aussichtsterasse ist noch nicht fertiggestellt. In dem exponierten, akustisch isolierbaren Erker sollen im „MO-Lautsprecher-Programm“ Soundarbeiten und Klangkunst präsentiert werden. Ebenfalls noch nicht fertiggestellt ist das „Zentrum für Kulturelle Bildung“ in der zweiten Etage.

Blick aus dem „Lautsprecher“ Richtung Dortmunder Innenstadt

Im Rahmen des Internationalen Museumstages 2011 waren sowohl die Ausstellung „Traum einer Ausstellung“ von Barbara Breitenfellner in den Räumen des Hartware MedienKunstVereins (HMKV) in der dritten Etage als auch die Dauerausstellung „Das Museum als Kraftwerk“ in den Räumlichkeiten des Museum Ostwall (MO) in der vierten und fünften Etage des Dortmunder U bei freiem Eintritt zu besuchen.

Barbara Breitenfellner (* 1969 in Kufstein) hat in den letzten Jahren Träume, die von Kunst handeln, gesammelt und aufgeschrieben. Für „Traum einer Ausstellung“ hat sie zwei dieser Träume ausgewählt und im HMKV realisiert. Der erste Traum wird von „Ölschinken“, einem „psychodelischen Zickzackteppich“ und einem „fetten Nobelschlitten“ dominiert, der zweite Traum ist eine Anspielung auf Joseph Beuys´ Aktion „I like America and America likes Me“ in der Galerie René Block in New York. Barbara Breitenfellner meint, von David Lynch und David Cronenberg Filmen geträumt zu haben, und so sind der Teppich und der gecrashte Porsche Zitate aus David Lynchs Fernsehserie „Twin Peaks“ und David Cronenbergs Film „Crash“. Daneben ist eine Auswahl ihrer Collagen zu sehen, die zwischen 2005 und 2011 entstanden sind. „Traum einer Ausstellung“ ist noch bis zum 5. Juni 2011 im HMKV zu sehen.

Barbara Breitenfellner, „Traum einer Ausstellung“, Foto: Hannes Woidich

Das Museum Ostwall (MO) präsentiert seine Sammlung seit Oktober 2010 in dem nach Plänen des Dortmunder Büros Gerber Architekten sanierten, denkmalgeschützten ehemaligen Gär- und Lagerhochhaus der Dortmunder Union-Brauerei. Im Museums-Foyer geht die Architektur Gerbers in das ungewöhnliche vom Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi Architekten (Simona Malvezzi, Wilfried Kuehn and Johannes Kuehn) entwickelte Ausstellungskonzept über. „Das Geschenk“ von Jochen Gerz, eine Inszenierung von Porträtfotografien, verbindet die beiden Etagen des Museums. 4889 Besucher des LWL-Industriemuseum Zeche Zollern hatten sich von Fotodesign-Studenten der Dortmunder Fachhochschule fotografieren lassen, einen Abzug erhielten die Teilnehmer als Geschenk, allerdings nicht das eigene Portrait, sondern das eines beliebigen anderen Teilnehmers. Einen zweiten Abzug erhielt das Museum Ostwall, woraus die Installation „Das Geschenk“ entstanden ist. In den beiden Etagen mit etwa 1.700 m² Ausstellungsfläche präsentiert das Museum seine Werke vom Expressionismus bis zur Gegenwart.

Museum Ostwall im Dortmunder U, Ansicht aus der Sammlungspräsentation „Das Museum als Kraftwerk“
Foto: Jürgen Spiler


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