Montag, 2. Mai 2011

Die Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf

Ein Hauptwerk des Backsteinexpressionismus

Heilig-Kreuz-Kirche, Bochumer Straße 111

Die Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf wurde 1927 – 29 nach einem Entwurf von Josef Franke (* 12. März 1876 in Watten­scheid, † 16. Januar 1944 in Gelsenkirchen) errichtet. Sie wurde am 2. Oktober 1929 durch den Paderborner Erz­bi­schof Dr. Kaspar Klein geweiht. Seit September 1986 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Hauptportal

Aufgrund der abnehmenden Zahl von Katholiken in Ückendorf wurde die Heilig-Kreuz-Kirche am 19. August 2007 als Kirche geschlossen; seit März 2008 wird das Gebäude für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen genutzt. Am Sonntag, 1. Mai 2011 fand im Rahmen von „Tür auf“ eine offene Probe von koreanischen Nachwuchskünstlern in der Heilig-Kreuz-Kirche statt, so dass auch der Innenraum der Kirche für Besucher zugänglich war.

Parabelfenster über dem Hauptportal

In die Fassade ist ein großes Fenster in Form einer Parabel integriert, dieses nimmt außen vorweg, was innen das gesamte Kirchenschiff bestimmt: vom Eingang bis zum Chorhaus sind die Wände und Decken zu einem Parabelgewölbe zusammengefaßt. Das Gewölbe ist in sechs Joche unterteilt, die sich ebenfalls parabelförmig zu den Seitenschiffen öffnen. Das Chorhaus ist von zahlreichen Parabelbögen umstellt, zunächst von einem in Großform als Triumpfbogen zum Kirchenschiff hin, weiter von je zwei halb so hohen zu den Chorseitenkapellen, und schließlich von der Chorrückwand, die im unteren Drittel von neun Parabelbögen unterbrochen ist.

Das Gewölbe der Heilig-Kreuz-Kirche


Parabelbögen an den Längswänden

Die Bleiverglasung an den Längswänden und der Fassade ließ Prof. Gerhard Kadow (* 21. Dezember 1909 in Uelzen, † 1981 in Krefeld) im Zuge der Umgestaltung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1966 schaffen. Diese blieb auch bei einer erneuten Renovierung im Jahr 1993 erhalten. Dabei erfolgte die Sanierung, Freilegung und Restaurierung der ursprünglichen Gewölbeausmalung (Andreas Wilhelm Ballin) sowie eine darauf abgestimmte farbliche Neufassung des Innenraumes nach Entwürfen von Dr. Christel Darmstadt aus Bochum. Die dunkeblau gehaltene Deckenschrift zeigt Verse aus dem Kreuzhymnus.

Gewölbeausmalung

Blickt man im Gewölbe der Kirche zurück, so fällt das Parabelfenster über dem Hauptportal mit seinen paradisischen Motiven ins Auge, welches bei Sonnenschein in buten Farben erstrahlt.

Parabelfenster über dem Hauptportal


Das Kreuz auf dem gemauerten Taufbrunnen vor dem Gewölbe

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Aufschlussreiche Darstellung einer Kirche, die es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten!
M. Schwarzwald, Osnabrück