Samstag, 16. April 2011

Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Ein Gelände mit Industriegeschichte

Mit der „Vogelscheuchenparade“ fand am 31. Oktober 2010 das RUHR.2010 Projekts „Zwei Berge – Eine Kulturlandschaft“ zwischen Mechtenberg und „Himmelstreppe“ seinen Ausklang. Ungeachtet dessen laden aber ursprüngliche und industriell veränderte Landschaft am Mechtenberg und auf dem stillgelegten Zechengelände Rheinelbe weiterhin zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

„Himmelstreppe“ von Herman Prigann auf der Halde Rheinelbe (40 m Höhe über Niveau) in Gelsenkirchen-Ückendorf

Nördlich der Halde Rheinelbe, auf dem Gelände der 1931 geschlossenen Zeche Rheinelbe und des 1984 stillgelegten Gussstahlwerkes Gelsenkirchen, wurde am 23. März 1995 der Wissenschaftspark Gelsenkirchen eröffnet.

Technologiezentrum und Arbeitsgericht

Das Technologiezentrum im Wissenschaftspark Gelsenkirchen wurde nach Plänen der Kiessler + Partner Architekten GmbH auf dem Gelände des früheren Gussstahlwerkes errichtet. Das Gebäude besitzt eine 300 Meter lange Glasarkade und liegt direkt am See des neu angelegten Landschaftsgartens. Es entspricht damit dem Leitthema der internationalen Bauausstellung Emscher Park, „Arbeiten im Park“. Lediglich das Verwaltungsgebäude des früheren Gussstahlwerkes blieb erhalten und beherbergt seit 1995 das Arbeitsgericht.

Technologiezentrum

Der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel (* 1960 in Rheinberg) – auch unter dem Pseudonym „Bananensprayer“ bekannt – markiert weltweit die interessantesten Galerien und Kunstorte mit Spraybananen. Seine in Pochoir-Technik gesprayten Bananen sind an den Eingängen von etwa 4000 Kunstmuseen und Galerien zu finden, darunter das renommierte Solomon R. Guggenheim Museum in New York City. Seit Mai 2004 ziert die Spraybanane den Nordeingang des Technologiezentrums und zeichnet diesen als den „Kunsteingang“ in die längste Galerie aus.

Spraybanane von Thomas Baumgärtel am Nordeingang

Das Innova-Haus an der Leithestraße 45 – 47 ist der Hauptsitz der Tectum Consulting GmbH, bekannt unter dem Namen Tectum Group, die zu den zehn größten Call-Center-Betreibern in Deutschland gehört.

Innova-Haus

Die ehemaligen Werkstätten der Zeche Rheinelbe werden heute als Künstler-Ateliers genutzt.

Ehemalige Werkstatthallen


„Privatsache – aktuelle fotografische Positionen zum Privaten in den Zeiten von Datenschutz und Facebook“

Im Technologiezentrum ist augenblicklich das „bild.sprachen“- Fotografieprojekt „Privatsache – aktuelle fotografische Positionen zum Privaten in den Zeiten von Datenschutz und Facebook“ mit Arbeiten von Benito Barajas, Esther Beutz, Frauke Bönsch, Holger Cremer, Meike Fischer, Glamourpixel, Bernadette Grimmenstein, Antje Hoefer, Leo van de Kleij, Monika Kluza, Johannes Naumann, Cornelis Popovici, Almut von Pusch, Daniela Risch, Harald Schwertfeger, Barbara Stenzel, Niko Synnatschke, Kathrin Tillmanns und Ralf-Dieter Wewel zu sehen. Was privat ist, hängt vom gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld ab. In der Ausstellung verdeutlichen die Fotografen, wo ihre ganz persönliche Trennung zwischen Privatem und Öffentlichem verläuft. Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Mai 2011 täglich außer sonntags bei freiem Eintritt zu sehen. Im Rahmen von „Tür auf“ kann die Ausstellung auch am Sonntag, 1. Mai 2011 besucht werden.

„Veröffentlicht – Privatspäre im Wandel“ von Frauke Bönsch
© Frauke Bönsch


Ich habe ein wenig willkürlich zwei Fotografinnen ausgewählt, deren Arbeiten ich hier stellvertretend für die neunzehn an der Ausstellung beteiligten Fotografinnen und Fotografen vorstellen möchte. Frauke Bönsch (* 14. November 1983 in Düren) beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit dem Eintritt in die Informationsgesellschaft und den daraus resultierenden Verschiebungen zwischem Privatem und Öffentlichem. Sie möchte mit ihrer Arbeit Denkanstöße vermitteln und auf die Herausforderungen für unsere Gesellschaft hinweisen.

„Daniela Risch“ von Daniela Risch
© Daniela Risch


Wer hat nicht schon einmal nach seinem eigenen Namen „gegoogelt“? Fotografin Daniela Risch (* 1969 in Dahme, Mark Brandenburg), die ihren Namen immer für selten hielt, hat dies getan und dabei festgestellt, dass auch die „Miss World“ 2005 Daniela Risch heißt. Sie hat sich mit ihr getroffen, und sie gebeten, ihre Kleidung zu tragen und sie damit fotografieren zu dürfen. Die Fotoserie zeigt „Miss World“ 2005 in der Kleidung der Fotografin.


Lichtinstallation von Dan Flavin

Lichtinstallation im Technologiezentrum

Bei Dunkelheit taucht eine der letzten Installationen des Lichtkünstlers Daniel Nicholas Flavin (* 1. April 1933 in Jamaica, New York, † 29. November 1996 in Riverhead, New York, USA) das Technologiezentrum und den angrenzenden Landschaftsgarten in grün-blaues Licht. Die Installation ist dem Minimalismus zuzuordnen, sie besteht aus drei „Röhren-Bäumen“ an den Aufzugschächten sowie einer Lichtzeile am First der Glasarkade. Sieht man über den kleinen See auf das Technologiezentrum, so erscheint die Glasfront als grün-blauer Lichtraum und die Anordnung der einzelnen Leucht­stoff­ele­mente verliert an Relevanz.

Lichtinstallation im Technologiezentrum

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