Samstag, 16. April 2011

Industriedenkmal Zeche Bonifacius

Industriegeschichte und gewerbliche/gastronomische Nutzung an einem einzigartigen Standort

Im Jahr 1857 wurde mit dem Abteufen des ersten Schachtes des Steinkohlenbergwerks in Kray begonnen. Am 1. November 1899 geht die Bergwerksgesellschaft „Vereinigter Bonifacius“ in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft über. In der Folge wurden die gesamten Zechengebäude nach den Plänen des Zechenbaumeisters Bongard in moderner Form nach einem „einheitlichem Ordnungsprinzip“ ausgebaut. 1967 erfolgte die Vereinigung mit Zeche Holland in Bochum-Wattenscheid, die 1974 stillgelegt wurde. Durch die private Initiative von Dipl.-Kfm. Werner Ebert, der nahezu sämtliche Aufbauten und Grundstücke der Anlage erworben hat, konnte das Zechen-Ensemble vor dem Verfall und Abriss bewahrt werden. Die ehemalige Zeche Bonifacius wurde im Februar 1985 unter Denkmalschutz gestellt.

Neugotische Lohnhalle

Besonders bemerkenswert ist das ehemalige Verwaltungs- und Kauengebäude im neugotischen Stil. Hier haben einst die Bergleute ihren Wochenlohn erhalten, seit September 2004 befindet sich in dem Gebäude das Kultur- und Tagungshotel „Alte Lohnhalle“.

Eingangsportal der Lohnhalle

Die Lobby des Hotels mit ihrer kathedralenartigen Architektur sollte man sich auf alle Fälle ansehen.

Hotellobby

Das 1906 über Schacht I errichtete „deutsche Strebengerüst“ in Fachwerk-Bauweise wurde 1992/93 als Wahrzeichen des Essener Bergbaus aufwendig saniert.

Fördergerüst Schacht I

Im Fördermaschinenhaus Schacht I befindet sich eine Zwillings-Dampffördermaschine mit Seiltrommeln der Gutehoffnungshütte Sterkrade von 1913 und eine Elektrofördermaschine der Firma Siemens-Schuckert von 1914 mit Koepe-Treibscheibe.

Magazinhalle und Fördermaschinenhaus Schacht I

In der ehemaligen Turbinenhalle befindet sich seit 1997 die „Weinzeche“, Innenaufnahmen wurden mir nicht gestattet. Um präzise zu sein, wurden mir keine Photographien der Weinregale erlaubt, was aber einem Verbot von Innenaufnahmen in dem denkmalgeschützten Gebäude gleichkommt. Die Weinregale reichen nämlich bis zur Decke.

Maschinenhalle (Turbinenhalle)

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